► Video
Jeder Vierte hat eine Fettleber - weshalb sie oft jahrelang unbemerkt bleibt
Jeder Vierte hat eine Fettleber - weshalb sie oft jahrelang unbemerkt bleibtFoto-Quelle: Pixabay
Jeder Vierte hat eine Fettleber - sie bleibt oft jahrelang unbemerkt

Diese Zahl muss und wachrütteln: rund 25% der Bevölkerung in Deutschland hat eine Fettleber. Während früher vor allem Alkoholiker betroffen waren, greift das Übel jetzt auch auf Kinder über. Die über einen Bluttest ermittelten Leberwerte können trügen!

Für Focus Online sprach Monika Preuk mit Markus Cornberg, dem Medizinischen Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung und Leitender Oberarzt der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Seinen Erkenntnissen zufolge ist die Fettleber längst eine Volkskrankheit geworden:

Immerhin haben in Deutschland rund 25 Prozent der Bevölkerung eine Fettleber, wie eine Studie zeigt.

Wie entsteht eine Fettleber?

Während sich die Leber nach kurzen Phasen von starkem Alkoholkonsum oder Völlerei beim Essen schnell wieder erholen kann, droht bei Dauerbelastung Gefahr. Wenn dem Körper längerfristig zu viel Energie in Form von Alkohol oder Kohlehydraten zugeführt wird und diese nicht durch Bewegung umgesetzt werden kann, lagert der Körper die se Energie in Form von Körperfett an - eben auch in der Leber.

Weitere Ursachen können aber auch vererbte Stoffwechselstörungen eine Fettleber auslösen.


Warum ist eine Fettleber so gefährlich?

Bei gesunden Menschen beträgt die Konzentration von Fetten in der Leber etwa 5 %, bei der Fettleber kann sie bis zu 50 % betragen. Wenn diese Werte vom Körper in Entspannungsphasen nicht abgebaut werden können, drohen irreparable Schäden:

1. Leberentzündung (Steatohepatitis)
Eine Leberentzündung äußert sich durch Symptome wie Druckempfindlichkeit bei vergrößerter Leber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Völlegefühl, Gewichtsabnahme. In schweren Fällen kann eine Gelbsucht (Ikterus), Fieber und Verschlechterung des Allgemeinzustandes auftreten.

Oben normale Leber in der Computertomographie, unten selber Patient mit Ausb ...
Oben normale Leber in der Computertomographie, unten selber Patient mit Ausbildung einer ausgeprägten Steatosis hepatis im Rahmen einer durchgeführten Chemotherapie. Die Leber wird durch die zunehmende Einlagerung von wenig röntgendichtem Fett dunkler. Deutlich sieht man auch den gleichzeitigen VerlFoto-Quelle: Hellerhoff unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

2. Leberzirrhose
Die Leberzirrhose ist das Endstadium chronischer Leberkrankheiten. Dieses Stadium gilt als irreversibel. Anzeichen können Leistungsminderung, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit sein. Eine Leberzirrhose beeinträchtigt das eigene Empfinden des Patienten häufig erst in einem recht späten Stadium der Erkrankung.

Gesunde Leber im Vergleich mit Leberzirrhose
Gesunde Leber im Vergleich mit LeberzirrhoseFoto-Quelle: BruceBlaus unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

3. Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom)
Bei bestehender Leberzirrhose ist grundsätzlich das Erkrankungsrisiko für Leberkrebs erhöht. Jährlich erkranken 5-10 % der Patienten. Leberkrebs ist weltweit einer der häufigsten bösartigen Tumoren. Etwa 6 % aller Krebserkrankungen beim Mann und circa 3 % bei der Frau sind Leberzellkarzinome.

Die Produktion von Galle durch den Tumor erklärt die gelbliche Farbe der Tum ...
Die Produktion von Galle durch den Tumor erklärt die gelbliche Farbe der Tumorknoten.Foto-Quelle: Yale Rosen unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Warum wird die Krankheit so oft erst zu spät bemerkt?

Die Leberwerte, die über eine Blutprobe ermittelt werden, geben keine eindeutige Aussage über eine Fettleber. Eine zuverlässige Diagnose kann nur durch Ultraschall oder durch eine Computertomographie gestellt werden.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.