Intermittierendes Fasten - Diesen Einfluss hat das Essen nach Uhrzeit auf Gewicht und Blutdruck

Kaum ein anderer Diät-Trend ist in diesem Jahr so angesagt wie das Intervallfasten. In einem bestimmten Rhythmus wechseln dabei Zeiten, in denen nichts gegessen wird, mit Zeiten, in denen zugeschlagen werden darf.

In einer aktuellen Untersuchung kommen jetzt österreichische Wissenschaftler zu dem Ergebnis: Intervallfasten hilft beim Abnehmen und wirkt sich außerdem positiv auf die Gesundheit aus, etwa auf Cholesterin und Blutdruck.

Essen auf Zeit - So gut funktioniert Intervallfasten wirklich
Essen auf Zeit - So gut funktioniert Intervallfasten wirklichFoto-Quelle: Shutterstock

"Einfach, aber äußerst wirksam"

Ob dadurch tatsächlich die Pfunde purzeln und ob dies eine gesunde Form der Gesichtsreduktion ist, darüber streiten Forscher. Es gibt bislang kaum wissenschaftliche Studien.

Die Wissenschaftler der Universität Graz kommen jetzt zu diesem Fazit: „Das intermittierende Fasten ein sehr einfaches, aber äußerst wirksames diätetisches Prinzip“, so der Grazer Professor Harald Sourij, Co-Autor der aktuellen Studie, die jetzt im Fachmagazin "Cell Metabolism" erschienen ist.

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In ihrer Studie haben die Wissenschaftler um den Grazer Professor Frank Madeo untersucht, wie sich alternierendes Fasten auf den Körper auswirkt.

36 Stunden fasten, 12 Stunden essen

Dabei musste sich die Hälfte der Teilnehmer einen Monat lang an einen rigiden Rhythmus halten: 36 Stunden lang aßen sie nichts, anschließend durften sie zwölf Stunden lang soviel essen wie sie wollten.

Die andere Hälfte der Probanden durfte sich ganz normal ernähren und musste sich nicht an eine Diät halten. Die Teilnehmer hatten allesamt ein normales Gewicht.

Nach vier Wochen analysierten die Forscher die Gesundheitswerte beider Gruppen. Ergebnis: Durch Intervallfasten verloren die Studienteilnehmer deutlich an Bauchfett. Ihr Gewicht sank in dem Monat um durchschnittlich 3,5 Kilo. Sie nahmen im Schnitt rund 37 Prozent weniger Kalorien zu sich als vorher.

Auch die andere Hälfte der Probanden verlor - ohne Diät - an Gewicht, im Schnitt allerdings nur rund 200 Gramm. Diese Gruppe reduzierte die Kalorienzahl um durchschnittlich 8,2 Prozent.

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Außerdem stellten die Forscher fest, dass sich durch Intervallfasten wesentliche Werte verbesserten, die für einen gesunden Herzkreislauf wichtig sind.

So sank bei den Fastenden der Cholesterinspiegel und damit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Außerdem wurden bei ihnen nach vier Wochen eine geringere Menge an bestimmten Eiweißen nachgewiesen, die im Verdacht stehen, den Alterungsprozess zu beschleunigen.

Des Weiteren zeigte sich in der fastenden Kohorte eine Reduktion von spezifischen Aminosäurespiegeln, des Cholesterols, des systolischen Blutdruckes, des Bauchfettes oder auch der Entzündungsparameter – alles Effekte, die mit positiven Gesundheitsfolgen assoziiert sind

sagt Professor Frank Madeo.

Erstaunt habe ihn, dass bereits vier Wochen genügten, um positive Gesundheitseffekte nachzuweisen: Das Bauchfett zum Schmelzen zu bringen und die Herzfunktion selbst bei gesunden und normalgewichtigen Menschen zu verbessern.

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Dass Intervallfasten tatsächlich eine wirksame Diät sein kann, das sehen andere Ernährungsexperten ähnlich.

Schwäche in der Aussagekraft der Studie?

Sie üben jedoch Kritik am Design der Studie - dass die Kontrollgruppe sich nicht einer anderen Diät unterziehen musste, sondern sich ganz normal und nach eigenem Ermessen ernährt hat.

Darin sehen sie eine Schwäche in der Aussagekraft der Studie: Um sagen zu können, dass die positiven Effekte allein auf das Intervallfasten zurückzuführen sind, „wäre eine Kontrollgruppe erforderlich gewesen, die mit einer anderen Form des Fastens ein ähnliches Ausmaß an Energiereduktion erreicht“, sagte der Wiener Ernährungswissenschaftler Jürgen König dem "ORF".

So könne aus der Studie nicht eindeutig geschlossen werden, dass die positiven Nebenwirkungen allein dem Intervallfasten zu verdanken sind - und nicht etwa auch für andere Formen der Kalorienreduktion gelten.

11 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Das ist keine Diät.
Es folgt dem Funktionsprinzip unserer Leber. 12 Std. lang verbrennt das Organ eigenes Fett im Organ. Wird nun nichts nachgeschoben (Essen), fängt die Leber an das Fett in der Umgebung zu verbrennen. Und das ist eben das Bauchfett.
Und da reden wir über das viszerale Fett, das sich um die inneren Organe legt. Und dann bekommt man eben leckere Nebenerscheinungen von Adipositas.

Ich lebe nach diesem Prinzip seit X Jahren. Ich esse in 8 Stunden. Und ich esse nichts in 16 Stunden.

Was ich esse, kann sich jeder aufgrund meiner Postings denken.
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wize.life-Nutzer
Die Idee ist ja nicht neu, früher gab es Dinner Cancelling, auch eine Form des intermittierenden Fastens.
Ich mache "Frühstücks-Cancelling" seit gut 10 Jahren und fühle mich sehr wohl damit.
Mein Eindruck ist, das Menschen die Intervallfasten machen, auch mehr auf Ernährung im Allgemeinen achten.
Achtsam essen - achtsam leben....
wize.life-Nutzer
Ich mache schon 25 Jahre Intervallfasten, nur wußte ich nicht das es so heißt und halte seitdem mein Geweicht ohne das ich mich kasteien muss, ohne lästiges Kalorienzählen und streng an Rezepte halten...
wize.life-Nutzer
Klasse, Waltraud so ist es richtig.
Genau das ist es was es so schön und praktisch macht. Ich empfinde es auch nicht als Diät.
Bei mir ist es auch so, das ich das Gewicht halte und mich nicht kasteie, esse und trinke was ich mag.
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wize.life-Nutzer
ich mache seid gut 7 Wochen Intervallfasten und habe derzeit 6 Kilo abgenommen ... und das ohne Hungergefühle
wize.life-Nutzer
was für zeiten sind das ?
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wize.life-Nutzer
Mann ich will nicht abnehmen..aber etwas niedrigere Cholesterinwerte wären gut.Nur ich nehme immer ab wenn ich dagegen angehe.
wize.life-Nutzer
Danke , bin selber Ernährungs-und Gesundheitsberaterin.Esse kaum tierische Produkte ausser Meeresfisch und benutze nur wertvolle Öle wie Raps, Distel und Olivenöl.Ich koche auch NUR mit diesen Ölen. Ich habe eine familiäre Disposition,leider beidseitig. Aber habe einen Rettungsanker ... mein HDL WERT liegt extrem hoch. Eine Genmutation liegt da vor, welche mein Herz-Kreislaufsystem schon rettet.
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wize.life-Nutzer
Ich mache seit Anfang Mai Intervallfasten. Allerdings esse ich nur 1 x am Tag, abends zwischen 18 und 19:00 Uhr. Ich ernähre mich gesund. Sehr oft asiatisch oder mediterran mit sehr viel Gemüse. Ich habe seitdem 13 kg abgenommen. Meine Blutwerte sind ok und ich fühle mich gut.
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wize.life-Nutzer
Vor einigen Jahren habe ich 15 kg abgenommen. Meine Diät: FdH und viel Bewegung !
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wize.life-Nutzer
Ich glaube nur an die Regel "friss die Hälfte und bewegt dich doppelt".
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