Krebsverdächtige Stoffe in Säuglingsmilch von Nestlé und Novalac - Experten  ...
Krebsverdächtige Stoffe in Säuglingsmilch von Nestlé und Novalac - Experten schlagen AlarmFoto-Quelle: Novalac / Nestlé / wize.life
Krebsverdächtige Stoffe in Säuglingsmilch von Nestlé und Novalac - Experten schlagen Alarm

Säuglingsmilch-Produkte von Nestlé und Novalac sind mit gesundheitsgefährdendem Mineralöl belastet. Das belegen unabhängige Laboranalysen, die die Verbraucherorganisation „foodwatch“ am Donnerstag veröffentlicht hat. Bei den Labortests wurden in dem Milchpulver sogenannte aromatische Mineralölbestandteile nachgewiesen, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen.

In Deutschland und Österreich sind die Nestlé-Produkte „Beba Optipro Pre (800 Gramm), von Geburt an“ und „Beba Optipro 1 (800 Gramm), von Geburt an“ betroffen sowie die in Apotheken in Deutschland erhältliche „Novalac Säuglingsmilchnahrung Pre (400 Gramm)“. Im Auftrag von foodwatch hatten drei zertifizierte Labore unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Analysemethoden Babymilch auf Mineralöle untersucht.

Von vier in Deutschland eingekauften Produkten waren drei mit krebsverdächtigen aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH) verunreinigt. Nur in einem der untersuchten Produkte - der Nestlé-Säuglingsmilch „Beba Optipro 3 (800 Gramm), ab dem 10. Monat“ - waren keine MOAH-Rückstände nachweisbar. Die Laboranalysen zeigten, dass es sich hierbei um ungereinigte Mineralöl-Bestandteile handelt.

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Verdächtige Stoffe könnten aus Blechdose stammen

Nach Einschätzung von foodwatch könnten die verdächtigen Stoffe von den als Verpackung verwendeten Weißblechdosen auf die Produkte übergegangen sein. Bei deren Produktion werden sogenannte Walz- und Schneidöle verwendet. Die Verbraucherorganisation riet Eltern daher, ihren Kindern vorsorglich keine Säuglingsmilch aus Weißblechdosen mehr zu füttern, bis die Hersteller belegen können, dass die Produkte unbelastet sind.

Neben Maschinen bei Ernte und Verarbeitung kann allgemein auch die Verpackung Grund für eine Mineralöl-Verunreinigung sein. So enthalten zum Beispiel Verpackungen aus Altpapier oft Mineralöle aus Druckfarben, die auf Lebensmittel übergehen können. Bereits 2015 hatte foodwatch in einem internationalen Labortest 120 Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Cornflakes untersuchen lassen: 43 Prozent der Produkte enthielten aromatische Mineralöle.

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Organisation fordert Rückruf von belasteten Produkten

„Aromatische Mineralölbestandteile haben in Lebensmitteln nichts zu suchen - schon gar nicht in Produkten für Säuglinge“, erklärt Martin Rücker, Geschäftsführer von foodwatch-Deutschland. Gerade bei Lebensmitteln für Neugeborene müssen sich die Eltern absolut darauf verlassen können, dass die Produkte gesundheitlich unbedenklich sind.“ Die Organisation fordert deshalb, die Produkte sofort aus dem Verkauf zu nehmen.

Mineralöle sind nach Angaben von Experten die größte Verunreinigung im menschlichen Körper. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA beschreibt besonders die „aromatischen Mineralöle“ (MOAH) als potenziell krebserregend und erbgutschädigend - weshalb solche Rückstände selbst in kleinsten Mengen nicht in Lebensmitteln enthalten sein sollten. Für diese Stoffe fordert foodwatch deshalb eine Null-Toleranz.

Mit einem Online-Appell will die Organisation die Hersteller nun dazu zwingen, die belasteten Produkte aus dem Verkauf zu nehmen. Verbraucher können die Petition auf der Webseite von foodwatch unterzeichnen.

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