Abends viel zu essen belastet Herz und Kreislauf
Abends viel zu essen belastet Herz und KreislaufFoto-Quelle: pixabay
Ernährung: Viele Kalorien am Abend erhöhen Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten

Viele Menschen essen tagsüber während der Arbeit wenig, um beim gemeinsamen Abendessen oder gar gemütlich auf dem Sofa vor dem Fernseher ordentlich reinzuhauen. Das geht allerdings zu Lasten der Herzgesundheit – zumindest bei Frauen, wie neue Untersuchungen ergaben.

Frauen, die abends viel essen, haben ein höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden, als Frauen, die die meisten Kalorien vor 18 Uhr verzehren. Das ergab eine Vorstudie mit 112 Teilnehmerinnen, die im November auf einer Tagung der American Heart Association in Philadelphia vorgestellt wurde.

Sieben Parameter für Herzgesundheit

Die Probandinnen hatten ein Durchschnittsalter von 33 Jahren. Zu Beginn sowie am Ende der Studie wurden bestimmte, von der Association festgelegte Parameter zur Herzgesundheit – Life’s Simple 7 genannt – kontrolliert. Bei ihnen handelt es sich um sieben Faktoren, die das Risiko einer Herzerkrankung senken: Nichtrauchen, körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, Kontrolle des Körpergewichts sowie von Cholesterin, Blutdruck und Blutzuckerspiegel.

Digitale Ernährungstagebücher

Die Teilnehmerinnen hielten in digitalen Ernährungstagebüchern fest, wie viel und wann sie jeweils in der Woche zu Beginn und am Ende der Studie aßen. Anhand der Daten ermittelten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Herzgesundheit und dem Zeitpunkt des Essens.

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Risiko für Bluthochdruck und Gewichtszunahme steigt

Die meisten Studienteilnehmer speisten noch nach 18 Uhr. Dabei stellten die Forscher fest, dass sich mit steigendem Kalorienanteil zu abendlicher Zeit die Herzgesundheit verschlechterte. Bei Frauen, die nach 18 Uhr den Großteil ihrer Kalorien zu sich nahmen, stieg das Risiko von Bluthochdruck, Gewichtszunahme und langfristig schwankendem Blutzucker. Selbiges gilt für einen erhöhten Kalorienverbrauch nach 20 Uhr.

44 Prozent der Teilnehmerinnen haben hispanische Wurzeln, bei ihnen waren die Folgen für den Blutdruck noch gravierender als bei den US-Probandinnen.

"Einfach zu veränderndes Verhalten zugunsten von Herzgesundheit"
"Bisher haben sich Lifestyle-Ansätze zur Vorbeugung von Herzerkrankungen darauf konzentriert, was wir essen und wie viel wir essen", sagte der leitende Studienautor Nour Makarem von der Columbia University in New York. Die vorläufigen Ergebnisse deuteten allerdings darauf hin, dass eine bewusst geringere Kalorienzufuhr am Abend ein einfach zu veränderndes Verhalten sei, um das Risiko von Herzerkrankungen zu senken.

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Folgestudien geplant

Die Ergebnisse sollen in einer größeren Studie mit Probandinnen anderer Herkunft bestätigt werden, sagte Makarem, Mitglied der American Heart Association ist.

Nach Ansicht von Kristin Newby, Medizinprofessorin an der Duke University in Durham, North Carolina, liefert die Studie einige "wirklich interessante Einblicke" in bisher nicht berücksichtigte Aspekte der Ernährung und ihre kardiovaskulären Folgen. "Es ist nie zu früh, um über die Herzgesundheit nachzudenken", betonte sie.

7 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Habe mich immer viel bewegt, Rad gefahren, gewandert, kaum Alkohol, nicht geraucht, keine Süßigkeiten, abends grundsätzlich wenig gegessen, normales Gewicht, und dennoch in diesem Sommer mit 67 Jahren einen Herzinfarkt bekommen.
Ich lasse mich von Studien nicht mehr verunsichern.
wize.life-Nutzer
Kummer und Stress, können auch zum Herzinfarkt führen..leider...
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wize.life-Nutzer
Vegane/vegetarisches Essen steht zwar bei uns im Vordergrund, aber ein appetitliches Stück Fleisch verschmähe ich auch weiterhin nicht.
Das, was Ihr da allerdings bei Pixabay herausgesucht hat, lässt mir alles hochkommen.
So gesehen, habt Ihr es richtig gemacht.

Und an die Winzig-Studien mit 112 Teilnehmern, aus denen man dann seine weltbewegenden Schlüsse zieht und den warnenden Zeigefinger hebt, haben wir uns schon so gewöhnt, darauf hören wir doch gar nicht mehr.
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