Tomatensoßen für Kinder enthalten oft viel Zucker
Tomatensoßen für Kinder enthalten oft viel ZuckerFoto-Quelle: Hal Gatewood/Unsplash
Foodwatch: Tomatensoße für Kinder im Test: 1 Glas enthält umgerechnet bis zu 13 Stück Würfelzucker

Foodwatch hat den Zuckergehalt von insgesamt 9 Bio-Tomatensoßen für Kinder analysiert. Das Ergebnis: Viele der Produkte sind stark überzuckert. Das sei unverantwortlich, kritisiert die Verbraucherorganisation: "Die Lebensmittelindustrie macht Tomatensoße zur Süßigkeit."

Fertige Tomatensoßen für Kinder kommen meist beim Mittag- oder Abendessen zum Einsatz, doch sie könnten auch als Naschwerk durchgehen - zu dieser Einschätzung kommt Foodwatch.

Die Verbraucherorganisation hatte den Zuckergehalt verschiedener Tomatensaucen analysiert, die speziell für Kinder beworben werden.

Tomatensoße als Süßigkeit

„Die Lebensmittelindustrie macht Tomatensoße zur Süßigkeit und jubelt Eltern damit Zuckerbomben als Hauptmahlzeit unter", sagt Oliver Huizinga von Foodwatch.

Die zuckrigsten Tomatensaucen im Test waren Produkte der Bio-Hersteller "Zwergenwiese" und "Bio-Zentral", die beide 11 Prozent Zucker (38,5 g) enthalten. Das entspricht laus Foodwatch umgerechnet 13 Stück Würfelzucker.


Insgesamt 9 Tomatensoßen für Kinder hat Foodwatch mit Blick auf den Zuckerge ...
Insgesamt 9 Tomatensoßen für Kinder hat Foodwatch mit Blick auf den Zuckergehalt untersuchtFoto-Quelle: Foodwatch

Am besten schnitt die Kinder-Tomatensauce von La Selva ab, die nur 2,9 Prozent Zucker enthält.

Der hohe Zuckergehalt sei "unverantwortlich", sagt Oliver Huizinga von Foodwatch. „Kinder essen viel mehr Zucker als empfohlen" - dazu tragen ihm zufolge auch überzuckerte Produkte wie die jetzt untersuchten Tomatensaucen bei.

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Für den Marktcheck hat die Verbraucherorganisation sämtliche für Kinder-Tomatensoßen untersucht, die in Filialen führender Lebensmittelhändler angeboten werden, darunter Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Real, Rewe, Alnatura, Bio Company, Denn‘s, dm und Rossmann.

Insgesamt 9 Kinder-Tomatensoßen hat Foodwatch gefunden, allesamt sind sie in Bio-Qualität.

Große Unterschiede im Zuckergehalt

Die Produkte weisen große Unterschiede im Zuckergehalt auf. Neben den genannten Ausreißern haben die Produkte im Mittelfeld zwischen 7 und 8,3 Prozent Zuckergehalt.

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Der Gesamtzuckergehalt setzt sich zusammen aus dem in Tomaten und Gemüse enthaltenen Zucker sowie aus süßenden Zutaten. In der Regel verwenden die Hersteller laut Foodwatch dafür Fruchtsaftkonzentrate wie Apfeldicksaft.


"Kein besonderer Gesundheitswert"

"Doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert auch Fruchtsaftkonzentrate als freien bzw. zugesetzten Zucker, deren Konsum reduziert werden müsse, so Foodwatch und beruft sich auch auf die Einschätzung des Ernährungsmediziners Professor Hans Hauner.

„Dieser Zucker ist nicht viel anders einzuschätzen als kristalliner Rübenzucker", so der Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin.

Hauner: "Einen besonderen Gesundheitswert oder relevanten Vorteil gegenüber Haushaltszucker kann ich nicht erkennen."

Wettbewerb: Die dreisteste Werbelüge des Jahres

Der Hersteller Zwergenwiese, Der Verlierer im Tomatensoßen-Test von Foodwatch, ist von der Verbraucherorganisation auch einer der 5 Kandidaten der diesjährigen Wahl zum Goldenen Windbeutel, bei dem Verbraucher über die dreisteste Werbelüge des Jahres abstimmen können.

"Der Bio-Pionier ist nominiert, da er bei Eltern den Eindruck erweckt, die Rezeptur seiner Tomatensoße sei kindgerecht. Dabei enthält das Produkt mehr als doppelt so viel Zucker wie die Erwachsenen-Variante", so Foodwatch.

5 Kommentare

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wize.life-Nutzer
ja das sehe ich genau so, nicht nur ins Regal greifen, Tomatensosse ist so einfach selbst zu machen und das ganze ohne irgendwelche Zusatzstoffe
und schmeckt voll lecker
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wize.life-Nutzer
Kinder essen gern Tomatensoße, ja. Aber nichts ist einfacher und unkomplizierter herzustellen als eine eigene Tomatensoße aus frischen Tomaten. Und nichts ist leichter einzufrieren als Tomatensoße....
Wer die tatsächlich für sein Kind fertig im Glas kauft, denkt nicht nach.
Aber so sindse, die Eltern heute: Es wird viel zu viel fertig oder halbfertig angeboten, und immer häufiger wird zum ungesunden Fertiggericht gegriffen.
Über versteckte Krankmacher lesen wir hinweg, es könnte ja ein schlechtes Gewissen entstehen...

Und noch was:
Was soll denn wieder dieses Uralt-Video vom 12. August mitten im Text?
wize.life-Nutzer
Selbst wenn man gerade keine frischen Tomaten hat, kann man Tomatensosse immernoch selbst aus Tomatensaft herstellen...das ist besser als diese ekligen Fertigsoßen....
wize.life-Nutzer
Passierte Tomaten hab ich auch schon öfter verwendet...wenn man sich auf die Angaben verlassen kann, die auf den Packungen stehen, dann sollte man regionale Produkte verwenden...
wize.life-Nutzer
Das befürchte ich auch immer, dass die Zutaten aus Ländern stammen, die es mit den Schadstoffen nicht so genau nehmen...
Ich halte nichts von BIO....für mich sind das überteuerte Mogelpackungen, die den Verbraucher einlullen sollen...
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