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Haarausfall bei Männern: 80 Prozent sind betroffen – Doch oft gibt es Lösungen für das Problem

Rund 80 Prozent der mitteleuropäischen Männer leiden bis zum ihrem 80. Lebensjahr unter lichter werdendem Haar. In den meisten Fällen handelt es sich um einen erblich hormonbedingten Haarausfall, die sogenannte androgenetische Alopezie. Doch es gibt auch andere Ursachen.

Wize.life erklärt, was hinter dem Haarausfall steckt und wie er in vielen Fällen bekämpft werden kann.

Haarausfall: 80 Prozent der Männer sind betroffen.
Haarausfall: 80 Prozent der Männer sind betroffen.

Bei genetischem Haarausfall treten erste Anzeichen in der Regel zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf, in einigen Fällen sogar schon davor. Ein deutliches Anzeichen sind Geheimratsecken, die schließlich zu kahlen Stellen am Hinterkopf (Tonsur) führen. Eine kreisförmige Glatze entsteht. Zum vollständigen Kahlschlag kommt es in der Regel jedoch nicht.

Testosteron-Stoffwechselprodukt Schuld am Haarausfall

Schuld an dieser Form des Haarausfalls ist ein Stoffwechselprodukt des Sexualhormons Testosteron, genannt Dihydrotestosteron (DHT). Bei Betroffenen sind die Haarfollikel an den Haarwurzeln äußert empfindlich gegenüber DHT.
Dadurch endet der Lebenszyklus eines Haares (normalerweise sechs Jahre) vorzeitig, die Wurzel verkümmert und das Haar fällt aus. Zudem werden die Follikel nicht mehr mit genügend Nährstoffen versorgt, so dass keine neuen Haare wachsen können.

Auch Frauen können diese Veranlagung haben. Das weibliche Sexualhormon Östrogen schützt sie jedoch weitgehend vor der DHT-Überempfindlichkeit. Erst bei hormonellen Veränderungen wie bspw. in einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren kann sich die Problematik bemerkbar machen.

Diffuser Haarausfall ist reversibel

Seltener als bei Frauen kommt es bei Männern zu diffusem Haarausfall. Darunter versteht man ein Ausdünnen des Haares auf dem gesamten Kopf. Zu einer Vollglatze führt dies in der Regel auch nicht.

Für diese Form des Haarverlustes gibt es mehrere Ursachen, die in den meisten Fällen aber reversibel sind, wenn die Ursachen behoben werden. Dazu gehören:

  • körperlicher und psychischer Stress
  • Rauchen
  • Schlafmangel
  • Eisenmangel
  • nährstoffarme Ernährung
  • Crash-Diäten
  • Schilddrüsen-Probleme

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann diffusen Haarausfall fördern, etwa Antidepressiva, Antibiotika, Betablocker, Lipidsenker, Antirheumatika oder Schilddrüsen-Hormone.

Kreisrunder Haarausfall geschieht plötzlich

Wenn Haare innerhalb weniger Tage büschelweise ausfallen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um kreisrunden Haarausfall (Alopecia Areata). Auch Augenbrauen, Wimpern oder Nasenhaare können davon betroffen sein. Ein weiteres Symptom sind raue Fingernägel mit Rillen oder Dellen.

Schätzungen zufolge leiden ein bis zwei Prozent der Menschen einmal im Leben an dieser Form des Haarausfalls. Die Ursache ist weitgehend unklar. Als wahrscheinlich gilt eine Autoimmunkrankheit, bei der das eigene Immunsystem die Haarwurzel-Zellen bekämpft. Eine ursächliche Therapie gibt es bislang nicht. Dennoch kann versucht werden, mithilfe von Medikamenten das Haarwachstum anzuregen.

In vielen Fällen kommt es zur Spontanheilung. Laut "Stern" wachsen bei jedem Dritten die Haare innerhalb eines halben Jahres wieder nach, rund 50 Prozent sind binnen Jahresfrist wieder geheilt. Das Phänomen kann jedoch immer wieder auftreten.

Narbiger Haarausfall nur schwer heilbar

Die Vernarbende Alopezie ist im Normalfall eine Begleiterscheinung einer Erkrankung der Kopfhaut, bei der es zu Entzündungen der Haarstammzellen kommt.

Auch Viren oder Tumore können die Problematik hervorrufen. Die Behandlung gestaltet sich äußerst schwierig und ist eine langwierige Angelegenheit. Eine sicher wirksame Therapie gibt es laut "Pharmazeutische Zeitung" nicht. Im Vordergrund aber steht die medikamentöse Bekämpfung der Entzündungsherde.

Haarausfall kann man nur bedingt vorbeugen

Um stressbedingten diffusen Haarausfall zu vorzubeugen, hilft laut dem Fachportal "Haarausfall.de" eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Ballaststoffen, Fisch, magerem Fleisch und Eiweißprodukten.

Regelmäßige Kopfmassagen werden zur stärkeren Durchblutung der Haarfollikel empfohlen. Koffeinshampoos unterstützen ebenfalls. Grundsätzlich sollte man sulfatfreie Shampoos nutzen, um die Kopfhaut nicht auszutrocknen und zu reizen.

Folgende Lebensmittel hemmen das DHT, das für genetisch bedingten Haarausfall verantwortlich ist:

  • Senfölglykoside wie in Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Kohl, Meerrettich, Rucola, Radieschen, Senf
  • Schwarztee-Extrakt in grünem und schwarzem Tee
  • Bockshornkleesamen als Gewürz
  • Leinsamen (vor allem im Anfangsstadium hilfreich)

Aber: Bei anlagebedingtem Haarausfall können pflanzliche Mittel das Voranschreiten allenfalls verzögern, nicht verhindern. Dafür ist eine medikamentöse Behandlung in Absprache mit dem Hautarzt notwendig.

Allerdings ist nicht jeder Haarausfall gleich krankhaft. Jeder Mensch verliert pro Tag rund 100 Haare, im Frühjahr und Herbst können es vorübergehend auch mal mehr sein. Wer jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg größeren Haarverlust feststellt, sollte einen Hautarzt aufsuchen. Je eher die Therapie beginnt, desto vielversprechender ist sie in den meisten Fällen.

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