Bei Herzerkrankungen muss nicht immer gleich operiert werden
Bei Herzerkrankungen muss nicht immer gleich operiert werdenFoto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Stanford-Studie zeigt: Herz-Operationen sind oft überflüssig

Wird aufgrund einer Erkrankung der Herzkranzgefäße die Durchblutung des Herzmuskels vermindert, landen Patienten häufig auf dem OP-Tisch: Sie erhalten einen Bypass oder – was inzwischen häufiger der Fall und weniger risikoreich ist - einen Stent. Allerdings sind derartige Eingriffe nicht immer unbedingt nötig.

Eine internationale Studie unter der Leitung von Stanford und der New York University ergab, dass sich bei schweren, aber stabilen Herzerkrankungen mit einer gesunden Lebensführung und Medikamenten genauso gute Ergebnisse erzielen lassen wie mit invasiven Verfahren.

Mehr als 5000 Teilnehmer in 37 Ländern

An der Studie nahmen 5179 Teilnehmer an 320 Standorten in 37 Ländern teil, wie die Universität Stanford in einer Mitteilung berichtet.

Nach Zufallsprinzip wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen erhielten Medikamente und Beratung, aber nur eine der Gruppen wurde operiert.

Keine klaren Vorteile der OP

Es zeigte sich, dass bei Teilnehmern mit OP innerhalb des ersten Jahres etwa zwei Prozent mehr Herzprobleme auftraten als bei denen, die nur eine medizinische Therapie erhielten und ihren Lebensstil änderten. Dies erklären die Forscher mit zusätzlichen Risiken durch die OP.

Im zweiten Jahr gab es keine Unterschiede, im vierten Jahr verschob sich das Aufkommen von Problemen zu Ungunsten der Patienten ohne Eingriff – ebenfalls um zwei Prozent. Über die sieben Beobachtungsjahre hinweg sahen die Forscher keinen klaren Vorteil für eine der beiden Behandlungen.

OP erhöht Lebensqualität für Angina-Patienten

Anders sieht es aus bei Patienten, die zu Beginn der Studie über tägliche oder wöchentliche Brustschmerzen durch die eingeschränkte Durchblutung (Angina) berichteten: Die OP-Probanden wurden nach einem Jahr zu 50 Prozent als Angina-frei eingestuft, bei der anderen Gruppe war dies nur bei 20 Prozent der Fall.

"Sehr ermutigende Ergebnisse"

Für Patienten, die die Gefäßverengung nicht mit dem Einbau eines Stents oder Katheters beseitigen lassen wollen, seien diese Ergebnisse „sehr ermutigend", sagte David Maron, Direktor für präventive Kardiologie an der Stanford School of Medicine. "Die Ergebnisse deuten nicht darauf hin, dass sie sich Verfahren unterziehen sollten, um Herzprobleme zu verhindern."

Co-Autor Robert Harrington, ebenfalls Professor in Stanford, rechnet nun mit einer Reduzierung der Anzahl der invasiven Eingriffe.

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5 Kommentare

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Man kann um Himmelswillen hier nicht solch Aussagen treffen. Jede Diagnose, jeder Patient ist verschieden. Verallgemeinern ist ja Sünde ....
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Der betroffene Patient muss sich weiter auf die Ärzte verlassen. Andererseits halte ich es für möglich, dass durchaus auch am Herzen zu schnell operiert wird, solange die Kasse zahlt.
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wize.life-Nutzer
Vielleicht sollte man zwischen Stents und Bypässen differenzieren. Während das eine tatsächlich oft überflüssig ist, verlängert das andere das Leben oft mehrere Jahrzehnte.
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Galgant und der Petersilienwein von Hildegart von Bingen wären eine sinnvolle Begleitmassnahme....
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Ja genau.......
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