Bei Warnzeichen für Diabetes sofort zum Arzt - etwa bei Hautveränderungen
Bei Warnzeichen für Diabetes sofort zum Arzt - etwa bei HautveränderungenFoto-Quelle: Pixabay
Hautveränderung kann auf Diabetes hinweisen - Wann Sie unbedingt zum Arzt gehen sollten

Ständiger Durst, Harndrang und Müdigkeit - diese Beschwerden gehören zu den bekannteren (ersten) Anzeichen für Diabetes. Doch daneben gibt es Warnzeichen, die viele nicht unbedingt mit der Stoffwechselerkrankung in Verbindung bringen: Hautprobleme.

Bestimmte Hauterkrankungen können ein Indiz für einen unentdeckten Diabetes Typ 2 sein, darauf weisen jetzt Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) hin.

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„Diabetes und Haut stehen in enger Wechselbeziehung“, sagt Professor Dr. med. Monika Kellerer, Präsidentin der DDG. Mehr als 50 Hautkrankheiten können demnach in Verbindung mit Diabetes auftreten. Zwischen 30 und 70 Prozent der Diabetes-Patienten sind betroffen.

Und einige Hauterkrankungen sind erste Warnzeichen für Diabetes:

Bräunliche Flecken am Schienbein

Wer an seinem Schienbein bräunliche, narbenähnliche, rundliche Flecken entdeckt, sollte vom Arzt nüchtern seinen Blutzucker überprüfen lassen. Die Flecken - der medizinische Name ist diabetische Dermopathie - sind eine Pigmentveränderung, an der bis zu 70 Prozent aller Diabetespatienten leiden.


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Die Flecken können nicht nur am Schienbein auftreten, sondern auch an Unterarmen oder Füßen.

„Sie sind sehr oft das erste Anzeichen eines nicht erkannten Diabetes“, sagt Professor Claudia Pföhler vom Universitätsklinikum des Saarlandes. „Die Flecken verschwinden, sobald der Diabetes eingestellt ist“, so die Dermatologin.

Hartnäckige Pilzinfektionen

Ebenfalls ein Warnzeichen für Diabetes sind der Hautärztin zufolge stark ausgeprägte, hartnäckige Pilzinfektionen an Füßen, in den Leisten oder der Achselhöhle, unter der Brust, in der Scheide oder im Analbereich.

Pföhler: „Chronische Pilzinfektionen mit ihrem quälenden Juckreiz gelten als Marker-Erkrankung für Diabetes mellitus."

Wer daran leidet, sollte ebenfalls nüchtern vom Arzt seinen Blutzuckerwert überprüfen lassen.


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Wenn der Blutzuckerwert normalisiert sei, können laut Pföhler die Pilzinfektionen mit Cremes und Zäpfchen "erfolgreich behandelt werden“.

Neben diesen ersten Warnzeichen für einen möglicherweise unerkannten Diabetes gibt es Hautkrankheiten, an denen viele Diabetiker leiden.

Dazu gehören:

  • Nagelpilz
  • Hauttrockenheit
  • Juckreiz

Nagelpilz

Symptome für Nagelpilz sind verdickte Nagelplatten, Flecken, brüchige und rissige Nägel. Diese Haupterkrankung ist für Diabetespatienten besonders gefährlich, weil über beschädigte Nägel Bakterien in den Körper gelangen können, die etwa dem diabetischen Fußsyndrom Vorschub leisten können.

Auch eine schwere Wundinfektion kann durch Bakterien ausgelöst werden, die über kleine Fußwunden in den Körper gelangen.

„Die Sanierung von Nagelpilz bei Diabetespatienten ist deshalb keine kosmetische Frage, sondern eine medizinische Notwendigkeit“, sagt die Ärztin Dr. Cornelia Woitek. "Die Behandlung gehört in die Hände von Fachkräften."

Wer an Diabetes leidet, sollte daher unbedingt regelmäßig seine Füße inspizieren, denn so harmlose Leiden wie Blasen, Druckstellen oder Hühneraugen können unter Umständen zu schweren Erkrankungen führen.

Hauttrockenheit

Viele Diabetiker leiden unter extremer Hauttrockenheit. Starker Juckreiz ist die Folge. In dem Fall verschreiben Ärzte eine Kortisonsalbe oder Antihistaminika.

Nützt das nichts, sollten Diabetes-Patienten erneut zum Arzt gehen. Denn: „Unstillbarer Juckreiz, der auf keine Therapie anspricht, ist bei Diabetespatienten ein Hinweis auf eine Nierenfunktionsstörung“, sagt die Diabetologin Dr. Cornelia Woitek. Mitunter helfe eine Lichttherapie gegen die Hautprobleme.

Das können Patienten zur Vorbeugung tun

Wer an Diabetes leidet, sollte der Hautpflege besondere Beachtung schenken, raten die Experten. Sie empfehlen feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte mit den Inhaltsstoffen Glyzerin, Panthenol, Hamamelis, Aloe Vera, Vitamin E und Harnstoff.

Gerade jetzt im Winter sollten Menschen mit Diabetes nicht zu heiß sowie nicht zu lange baden und sich außerdem gut abtrocknen, um nasse Stellen auf der Haut zu vermeiden.
Im Video:

Diabetes und Depressionen – Warum beide Erkrankungen oft zusammenhängen

3 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Ich habe diese Hautveränderungungen,habe keinen Diabetes,da gibt es zu viele Ursachen...Das Thema ist komplex und eine ärztliche differente Diagnose ist erforderlich.
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wize.life-Nutzer
Ich habe ein Misch Diabetes mit sehr hohen Werten aber keins dieser Symptome.
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wize.life-Nutzer
Vielen Dank für diese Info - ich habe damit nichts zu tun, bin aber immer froh über Aufklärungen jeglicher Art
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