Schnarchen als Alarm-Signal - Gefährliche Krankheit kann dahinter stecken
Schnarchen als Alarm-Signal - Gefährliche Krankheit kann dahinter steckenFoto-Quelle: Pixabay
Schnarchen als Alarm-Signal - Gefährliche Krankheit kann dahinter stecken

Wer einen Partner hat, der nachts schnarcht, sollte aufmerksam sein. Eine bestimmten Art des Schnarchens kann ein Symptom des sogenannten Vorhof-Flimmerns sein. Am nächsten Morgen zeigen sich oft Abgeschlagenheit oder Brustschmerzen als weitere Hinweise auf eine Erkrankung.

In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Herz heute" berichten die Experten Prof. Dr. med. Helgo Magnussen, Leiter der Sektion Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin am Medizinicum Hamburg, und Prof. Dr. med. Michael Arzt, der Leiter des Universitären Schlafmedizinischen Zentrums der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Regensburg, über das Problem.

So erkennt man das gefährliche Schnarchen


Die Betroffenen bemerken meist nur, dass sie schlecht geschlafen haben, fühlen sich morgens abgeschlagen und müde. Oft haben die Partner der Betroffenen ein besseres Bild. Sie bemerken nachts, dass der Atem der Schnarchenden kurz aussetzt. Dann folgt ein tiefer Atemzug mit einem besonders heftigen Schnarchen. Davon wachen die Schlafenden zwar meist kurz auf, können sich dann am nächsten Morgen aber nicht mehr daran erinnern. Das kann dramatische Ausmaße annehmen, wie Prof. Artz erklärt:

„Bei schweren Formen der Schlafapnoe wachen die Betroffenen mehr als 300-mal pro Nacht auf."

Diese nächtliche Atemaussetzer, die sogenannte Schlafapnoe, kann durch Herz- und Kreislauf-Erkrankungen wie Vorhofflimmern, Bluthochdruck oder Herzschwäche ausgelöst oder verstärkt werden. Professor Arzt berichtet, dass Herzpatienten am nächsten morgen lediglich eine undefinierte Abgeschlagenheit erkennen. Besonders gefährlich ist, dass die unbemerkte Atemnot oder Brustschmerzen die Erkrankung noch verschlimmern können:

„Deshalb sollte bei Patienten mit Bluthochdruck, Herzschwäche und Vorhofflimmern immer auch an das Vorliegen einer schlafbezogenen Atemstörung gedacht werden. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Schlafstörungen daher unbedingt abklären lassen.“

Ein Drittel aller Deutschen betroffen


Das Problem Schlafapnoe betrifft weite Teile der Gesellschaft. Nach aktuellen Schätzungen leiden in Deutschland bis zu 33 Prozent der Bevölkerung an den nächtlichen Atemaussetzern. In Zahlen ausgedrückt sind das rund 14,4 Millionen. Dabei sind Männer etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Ärztliches Eingreifen ist allerdings nur bei einem Teil der Patienten nötig, die auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sagt Professor Magnussen:

„Bei rund einem Drittel der Patienten, die unter der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern leiden, besteht eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe."

Diese Maßnahmen helfen:

  • CPAP-Beatmung - Dabei trägt der Patient eine Nasenmaske, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen ist.
  • Der Abbau von Übergewicht
  • Verzicht auf Alkohol
  • Optimieren der Herztherapie
  • Maßnahmen, um die Rückenlage im Schlaf zu vermeiden

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