Früh übt sich: Häufiges Zähneputzen reduziert das Entzündungsrisiko - und be ...
Früh übt sich: Häufiges Zähneputzen reduziert das Entzündungsrisiko - und beugt Herzkrankheiten vorFoto-Quelle: Jenny Friedrichs/pixabay
Herzkrankheiten vorbeugen - Deshalb dreimal täglich Zähne putzen

Regelmäßiges Zähneputzen ist nicht nur wichtig, um Karies oder Parodontitis zu vermeiden - es schützt generell vor Entzündungen, die über die Blutgefäße in den Körper wandern können. Insofern beugt es auch Herzkrankheiten vor, wie nun eine neue Studie aus Südkorea ergab.

Demnach haben Menschen, die sich mindestens dreimal am Tag die Zähne putzen, ein geringeres Risiko für Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienzen, wie ein Team um Song Tae-Jin, Forscherin an der Ewha-Frauenuniversität in Seoul, im Fachblatt "European Journal of Preventive Cardiology" erläutert.

Mehr als 160.000 Studienteilnehmer

Die Forscherinnen wählten für die Analyse aus der Datenbank des nationalen Krankenversicherungssystems 161.286 Teilnehmer zwischen 40 und 79 Jahren aus, die bis dato keine Herzprobleme aufwiesen, wie die Plattform „pharmazeutische-zeitung.de“ berichtet. Es wurden Daten zu Größe, Gewicht, Laborwerten, Krankheiten, Lebensstil, Mundgesundheit und Mundhygieneverhalten der Probanden erfasst.

Gut 10 Prozent geringeres Risiko für Herzerkrankungen

Etwa ein Jahrzehnt später wurden die Daten erneut erhoben. Es stellte sich heraus, dass 4911 der Teilnehmer (3 Prozent) ein Vorhofflimmern – eine häufige Art der Herz-Rhythmus-Störung – hatten und 7971 (4,9 Prozent) eine Herzinsuffizienz.
Bei jenen Teilnehmern, die sich dreimal oder öfter am Tag die Zähne putzten, sei das Risiko für Vorhofflimmern um 10 Prozent geringer gewesen und das Risiko für Herzinsuffizienz um 12 Prozent als bei Teilnehmern, die seltener putzten, berichten die Forscher. Auch professionelle Zahnreinigungen wirkten sich positiv aus.

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Alter und andere gesundheitliche Werte spielen keine Rolle

Dieser Befund habe sich unabhängig von Faktoren wie Alter, Geschlecht, gesellschaftlichem Status, Alkoholkonsum, regelmäßiger Bewegung, Body-Mass-Index und weiteren Faktoren wie Bluthochdruck ergeben.

Säuberung der Zahnzwischenräume angeraten

Die Forscher vermuten, dass regelmäßiges Zähneputzen Bakterien in den schwer erreichbaren Taschen zwischen Zahnfleisch und Zähnen reduziert und damit verhindert, dass diese in den Blutkreislauf gelangen - die Bundeszahnärztekammer empfiehlt die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Bürstchen, um das Entzündungsrisiko zu senken.

Studie hat Mankos

Song gibt selbst zu bedenken, dass die Analyse nur auf Daten aus einem einzigen Land beruhe, und keine Ursachen aufzeige. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass es sich um eine große Gruppe handele und ein langer Zeitraum gewählt worden sei.

Weitere Analysen angemahnt

Diese Stärke heben auch die beiden Mediziner Pascal Meyre vom Universitätsklinikum Basel und David Conen von der kanadischen McMaster Universität in einem begleitenden Kommentar in "European Journal of Preventive Cardiology" hervor.

Sie bemängeln allerdings fehlende Faktoren wie Bildungsgrad und Familienstand, die sich nachweisbar auf die Mundhygiene auswirkten. Zudem basierten die Angaben zum Zähneputzen auf Aussagen der Teilnehmer*innen, was eine Fehlermöglichkeit bedeute. Deshalb seien weitere Analysen nötig, bevor Zähneputzen zur Vorbeugung von Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz empfohlen werden.

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