Die Pille hat einige Nebenwirkungen - jetzt gibt es Hinweise auf Verkleineru ...
Die Pille hat einige Nebenwirkungen - jetzt gibt es Hinweise auf Verkleinerung eines GehirnarealsFoto-Quelle: Gabriela Sanda/pixabay
Neue Studie: Antibabypille verkleinert zentrales Gehirnareal

Antibabypillen stehen im Verdacht, ein Gehirnareal zu verkleinern, das als wichtiges Steuerzentrum dient und unter anderem die Stimmung und den Schlafrhythmus beeinflusst. Dies legt eine Studie nahe, die nun New Yorker Forscher vorgestellt haben. Genauere Untersuchungen sollen folgen.

Die Antibabypille ist das gängigste Verhütungsmittel bei Frauen in Deutschland, dabei aber auch umstritten. Grund sind Nebenwirkungen wie ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Thrombosen. Zudem begünstigt das Hormonpräparat Stimmungsschwankungen.

Nach der neuen Studie kommt nun eine möglicherweise gravierende Nebenwirkung hinzu: Forscher um Michael Lipton vom Albert Einstein College of Medicine (AECOM) in New York haben Hinweise, dass das Hormonpräparat den Hypothalamus verkleinert, wie unter anderem die Portale "livescience.com" und "Forschung und Wissen" berichten.

Wichtiges Steuerzentrum für zentrale Funktionen

Welche Folgen genau dies für die Frauen hat, ist unklar. Das Gehirnareal ist allerdings Steuerzentrum für zentrale Körperfunktionen wie Herzrate, Temperatur und Schlafrhythmus. Dazu beeinflusst es über die Ausschüttung von Hormonen und anderen Botenstoffen Mutterinstinkt, das Verlangen nach Sex, Appetit und Stimmung.

Hypothalamus 6 Prozent kleiner

Die Forscher, die ihre Ergebnisse am 4. Dezember auf dem jährlichen Treffen der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika präsentierten, analysierten die Magnetresonanztomografie-Aufnahmen der Gehirne von 50 Frauen. 21 von ihnen nahmen Antibabypillen aus synthetischen Östrogenen und Progestagenen ein.
Bei Frauen, die das Kontrazeptivum nahmen, war der Hypothalamus im Schnitt sechs Prozent kleiner als bei Frauen ohne Pille. Für eine Gehirnregion sei dies ein „ziemlich großer Unterschied“, stellte Lipton fest. Ein generell verkleinertes Gehirn wurde nicht festgestellt.

Stimmung beeinträchtigt

Neben dem Volumen des Hypothalamus untersuchten die Forscher auch die kognitiven Funktionen sowie die Persönlichkeit und Stimmung der Probandinnen.
Während die kognitiven Fähigkeiten durch das verringerte Volumen nicht beeinträchtigt zu werden, zeigten die Frauen mit Pille allerdings verstärkt Ängste und depressive Symptome – dass die Hormonpräparate die Entstehung von Depressionen begünstigen, haben auch schon andere Studien ergeben.

Weitere Studien notwendig

Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob tatsächlich die Antibabypille für die Verkleinerung verantwortlich ist – denn der kausale Zusammenhang ist noch nicht bewiesen, wie Lipton betonte. Deswegen sieht er auch keinen Grund dafür, von der Pille abzuraten.

Weiter sollen die Folgen des verkleinerten Hypothalamus ins Visier genommen werden.

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