Zu viele Pestizide: Aldi-Hustentee fällt bei "Ökotest" durch
Zu viele Pestizide: Aldi-Hustentee fällt bei "Ökotest" durch
Zu viele Pestizide: Aldi-Hustentee fällt bei "Ökotest" durch

Wer sich bei Erkältung mit einem Husten- und Bronchialtee etwas Gutes tun will, rechnet sicher nicht mit Spritzgiften im Teebeutel. Doch viele Produkte sind nach einer Untersuchung von "Ökotest" belastet – darunter auch ein Hustentee von Aldi Süd. Das Verbrauchermagazin hat insgesamt 18 Tees untersucht.

Mit 5 Cent pro Beutel ist der Multinorm Husten- und Bronchialtee von Aldi Süd einer der günstigen im Test, wie die "Ökotest" mitteilt. Die Tester raten allerdings davon ab: Er fällt im Test wie sieben weitere Tees mit "ungenügend" durch.

Zwei Drittel der Hustentees fallen durch

Damit steht der Tee nicht allein. Knapp zwei Drittel der Husten- und Bronchialtees fallen im Test durch. Und: Für keinen Tee im Test liegen aus unserer Sicht des Gutachters ausreichende wissenschaftliche Belege vor, dass er Erkältungsbeschwerden lindert. Deshalb werden die Präparate bestenfalls mit „ausreichend“. Grundsätzlich tue eine Tasse Tee schließlich bei Halsweh oder Husten gut.

Insgesamt enthielten 14 Husten- und Bronchialtees Pestizide – mit unterschiedlich starken Rückstandsmengen.

Glyphosat und DEET in Hustentee von Aldi

Im Aldi-Tee fand das beauftragte Labor acht Spritzgifte – sechsmal lediglich in Spuren, in einem Fall sei der Gehalt stark erhöht und bei einem weiteren Pestizid erhöht gewesen. Unter den Giften ist auch das von Ökotest als besonders bedenklich eingestufte Glyphosat.

Weiter wurden auch Rückstände des Antimückenmittels DEET gefunden (auch in Salus Nr. 8), das vermutlich aus den im Tee enthaltenen Lindenblüten stammt.
Nach Angaben des Multinorm-Tee-Herstellers werden die Lindenblüten per Hand geerntet, die Arbeiter würden dabei zum Schutz vor Mücken ein entsprechendes Abwehrmittel mit DEET tragen. "Das erklärt zwar einiges, im Tee will trotzdem niemand DEET", erklärt Öko-Test. Diethyltoluamid kann Schleimhäute reizen und Allergien auslösen.

Leberschädigender Stoff nachgewiesen

Sieben der Tees enthielten in der Ökotest-Analyse zudem Pyrrolizidinalkaloide, wie die "pharmazeutische-zeitung.de" berichtet. Das sind natürliche Abwehrstoffe in wild gesammelten Korbblütlern, die als leberschädigend und potenziell krebserregend gelten. Sie können auch durch mitgeerntete Unkräuter in den Tee gelangen.

Tees von Kneipp und Salus überschreiten Grenzwert

Die Europäische Arzneimittelagentur empfiehlt demnach pro Tagesdosis einen Höchstwert von 0,35 µg für eine 50 Kilogramm schwere Person. Im Test überschritten zwei Präparate diesen Wert: der Kneipp Husten-Bronchial Tee sowie der Salus Kräutertee Nr. 9a Hustentee. Fünf Tees würden den Wert zu mehr als der Hälfte ausschöpfen, darunter auch der Salus Kräutertee Nr.8 Bronchialtee, der H&S Arzneitee Nr. 8 und der Aurica Bronchial Tee N. Nach "Ökotest"-Angaben hängt der Wert von Anbau und Ernte ab.

H&S-Produkt ist bei Pestiziden Spitzenreiter

Keine Pestizide enthält laut "pharmazeutische-zeitung.de" der Heumann Bronchialtee, dafür aber Spuren der oben erwähnten Pyrrolizidinalkaloiden. Besonders viele Pestizide wurden im H&S-Produkt gefunden.

Aldi Süd reagiert auf Test

Übrigens: Aldi Süd hat angekündigt, den Tee aus seinem Sortiment zu nehmen und nur noch die Reste abzuverkaufen.

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