Arzt und Apotheke: Das ändert sich 2020
Arzt und Apotheke: Das ändert sich 2020Foto-Quelle: pixabay
Arzt und Apotheke: Das ändert sich 2020 für Patienten

Das neue Jahr bringt viele Änderungen - auch im Gesundheitsbereich. Beim Gang zum Arzt oder in die Apotheke wird 2020 manches einfacher werden. Zum Beispiel, Termine zu bekommen. Teilweise winken für Patienten auch höhere Zuschüsse – oder neue Pflichten.

Apps auf Rezept, Impfpflicht für Masern, höhere Zuschläge beim Notdienst von Apotheken: Die Verbraucherzentrale NRW hat zusammengestellt, was sich 2020 rund um die Themen Gesundheit und Ernährung ändert.

Hilfe bei Arztterminen: Zum Jahreswechsel wird die Hilfe bei der Suche nach einem Facharzt bei den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen ausgeweitet und bundesweit vereinheitlicht: Wer einen Termin braucht, kann künftig rund um die Uhr die 116 117 anrufen. Länger als vier Wochen sollen Patienten dabei nicht warten müssen - ganz egal, ob es um einen Fach-, Haus- oder Kinderarzt geht.

Mehr Zuzahlung bei Zahnersatz: Ab Oktober 2020 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen statt bislang 50 Prozent 60 Prozent der Regelversorgung als Festzuschuss für Brücken, Kronen und Prothesen. Wer mit dem Bonusheft den regelmäßigen Zahnarztbesuch und Vorsorge nachweist, kann ab dem letzten Quartal 2020 dann mit bis zu 75 Prozent (bei zehn Jahren) als Festzuschuss rechnen (bei fünf Jahren 70 Prozent).

Telemedizin: Blutzuckerwerte dokumentieren, Tagebücher über Symptome führen oder bei Migräne oder Schwangerschaften mit Verhaltensempfehlungen unterstützen: Voraussichtlich ab dem zweiten Quartal des Jahres 2020 werden Ärzte ihren Patienten Rezepte für solche Gesundheits-Apps ausstellen können. Verschrieben auf Kosten der Krankenkasse – so ist es im Digitale-Versorgungs-Gesetz geregelt. Die Angebote müssen zuvor allerdings noch durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Qualität, Datensicherheit und Datenschutz geprüft werden.

Erleichterung für chronisch Kranke: Wer chronisch krank ist und regelmäßig bestimmte Arzneimittel benötigt, kann ab 2020 von seinem Arzt eine Wiederholungsverordnung bekommen – dann ist nicht jedes Mal der Gang in die Praxis notwendig. Die Mediziner können auf dem Rezept vermerken, ob und wie oft das verordnete Medikament auf dieselbe Verschreibung wiederholt abgegeben werden darf (bis zu viermal). Wichtig: Der Arzt muss angeben, wie lange das Folgerezept nach der Erstausgabe gültig ist. Fehlt dies, bleibt die Verschreibung drei Monate gültig.

Fettabsaugen: Fettabsaugen wird Kassenleistung - zumindest unter eng gefassten Bedingungen: Die Kasse sollen ab 2020 bei Patient*innen mit einem schweren Lipödem, einer gegebenenfalls schmerzhaften Fettvermehrungsstörung, das Absaugen bezahlen.

Masern-Impfpflicht: Ab 1. März 2020 müssen Eltern nachweisen, dass ihr Kind gegen Masern geimpft ist, bevor der Nachwuchs in eine Kita, Schule oder andere Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen wird. Auch Mitarbeiter sowie Asylbewerber in Flüchtlingsunterkünften müssen geimpft sein. Eltern, deren Kinder vor dem 1. März bereits in der Schule sind oder eine Kita besuchen, müssen die Impfung bis spätestens 31. Juli 2021 nachweisen.

Grippeimpfung: Damit sich mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen, soll dies künftig auch durch – von Ärzten entsprechend geschulte – Apotheker möglich sein. Die Apotheken müssen über geeignete Räume mit der entsprechenden Impfausstattung verfügen. Das Verfahren wird zunächst fünf Jahre lang in ausgewählten Apotheken erprobt.

Krebsvorsorge: Frauen im Alter zwischen 20 und 65 werden ab 2020 alle fünf Jahre per Post zu einer Früherkennungs-Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs eingeladen. Für Frauen zwischen 20 und 34 gibt es - wie bisher - einmal jährlich den sogenannten Pap-Test. Ab 35 soll eine neue, alle drei Jahre angebotene Kombinationsuntersuchung den bisherigen jährlichen Test ersetzen.

Notdienst wird teurer: Der Notdienstzuschlag bei der Ausgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln durch Apotheken wird zum 1. Januar 2020 erhöht: Statt bisher 16 Cent sind dann 21 Cent pro rezeptpflichtigem Arzneimittel zu Notdienstzeiten fällig. Bei Betäubungsmitteln erhöht sich der Zuschlag von 2,91 Euro auf 4,26 Euro pro Abgabe.

Höhere Freibeträge: Ab 1. Januar 2020 steigen die Freibeträge zu den üblichen Zuzahlungen zu Rezepten und therapeutischen Behandlungen. Von den jährlichen Bruttoeinnahmen können dann für den im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner 5733 Euro (bisher: 5.607 Euro) abgezogen werden. Der Kinderfreibetrag wird von bisher 7620 Euro auf 7812 Euro für jedes Kind angehoben.


Weitere Änderungen lesen Sie auf den Seiten der Verbraucherzentrale NRW.

Steuern 2020: Was ändert sich im Steuerrecht

6 Kommentare

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Und was ist mit den ganzen Rumänen Bulgaren Türken u.v.m die nie in die,Kasse eingezahlt haben,die bekommen Protesen kostenlos
wize.life-Nutzer
Deutschland, das Land in dem Alle leben wollen! Sagt Frau Merkel-haha. Vorallem für die, denen nichts kostet und für´s Nichts tun bezahlt werden. Das hat sich schon bis Afrika herum gesprochen!
wize.life-Nutzer
Nicht nur bis Afrika, im Ganzen Welt hat sich herum gesprochen, also wählt weiter dieser Partei und in 10 jahren kommen noch aus alle Planeten nach Deutschland um zum Kassieren.
wize.life-Nutzer
dazu sind es noch Privatpatienten, wenn die einen Termin brauchen müssen sie nicht teilweise Monate warten......
wize.life-Nutzer
Vor dem Gesetz sind alle gleich.......nur leider einige etwas gleicher......
wize.life-Nutzer
Leider haben wieder einmal Alle Recht - dem ist nichts hinzu zufügen!
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