Ungewöhnlicher Polizei-Einsatz: In München ermöglichte eine Streife einem Pa ...
Ungewöhnlicher Polizei-Einsatz: In München ermöglichte eine Streife einem Patienten die wichtige NierentransplantationFoto-Quelle: imago images/onw-images
Polizei-Einsatz vor OP: Beamte helfen Patienten bei Transplantation

München. Bei einer Organtransplantation zählt jede Minute. Doch ausgerechnet als eine Münchner Klinik für einen Patienten eine Spenderniere gefunden hatte, war der 65-Jährige nicht zu erreichen. Die Ärzte schalteten die Polizei ein - es begann ein Wettlauf gegen die Zeit.

Der nierenkranke Patient aus dem Raum München wartete laut Polizei "seit geraumer Zeit" auf eine geeignete Spenderniere, die ihm transplantiert werden sollte.

Tausende warten auf eine Spender-Niere

Der 65-Jährige ist einer von Tausenden: Mehr als 7500 Nierenkranke stehen derzeit in Deutschland auf der Warteliste für eine Nierentransplantation, wie aus der Statistik der Deutschen Stiftung für Organtransplantation hervorgeht, die die Transplantationen koordiniert. Etwa 2200 Nieren werden jedes Jahr verpflanzt.

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Die Niere ist das Organ, das am häufigsten für eine Transplantation benötigt wird. Im Schnitt müssen Patienten sechs Jahre darauf warten.

Was für ein Glücksfall!

Was für ein Glücksfall also, als am vergangenen Sonntag (5. Januar 2020) die Ärzte des Mannes am Transplantationszentrum der Ludwig-Maximilians-Universität in München für den 65-Jährigen die gute Nachricht hatten: Für ihn war ein geeignetes Spenderorgan gefunden worden.

Ärztin alarmiert die Polizei

Doch ausgerechnet da war der Mann aus dem Süden Münchens für die Mediziner auf keinem Weg zu erreichen, um ihn für die anstehende - und dringende - Operation vorzubereiten.

Da entschloss sich die diensthabende Ärztin gegen 23.20 Uhr zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie alarmierte per Notruf die Polizei.

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Sofort fuhr eine Streife der Ottobrunner Polizei zum Wohnort des 65-jährigen Mannes. "Die Beamten konnten den Organempfänger glücklicherweise dort antreffen", so die Polizei.

Prompt rief die Polizeistreife bei den Ärzten im Klinikum an, um ihnen den Erfolg mitzuteilen. Dabei erfuhren sie: Es war eilig. Richtig eilig. Dem Mann musste das Organ so schnell wie möglich eingepflanzt werden.

Gerade noch rechtzeitig

Ohne Zögern setzten sich die Polizisten in den Streifenwagen und fuhren den 65-Jährigen höchstpersönlich in das rund 20 Kilometer entfernte Klinikum in München-Großhadern.

Dort kam der Mann sofort in den OP. Die Operation sei "noch rechtzeitig durchgeführt" worden, fasst die Polizei das glückliche Ende dieses selbst aus Sicht der Beamten "ungewöhnlichen Notrufs" zusammen.

Und nich nur das: Der 65-Jährige hat demnach die Operation gut überstanden.

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