Beim Trockenfasten heißt es: #nowater
Beim Trockenfasten heißt es: #nowaterFoto-Quelle: Pixabay
Verzicht auf Wasser: Influencerinnen schwören auf #nowater

Der menschliche Körper braucht Flüssigkeit. Für gewöhnlich nehmen wir den täglichen Bedarf durch Wasser zu uns. Doch nun propagieren einige Influencierinnen #nowater. Das heißt, sie trinken kein Wasser - teils schon seit Monaten nicht mehr. Doch welche Gefahren birgt das? Und bringen sie dadurch andere in Gefahr?

Wasser wird oft als Elixier des Lebens bezeichnet - nicht ohne Grund. Es ist der Treibstoff unseres Körpers, reguliert seine Temperatur und ist für Stoffwechselvorgänge unerlässlich. Trinken wir zu wenig, machen sich Kopfschmerzen breit, die Konzentrationsfähigkeit sinkt, der Körper macht schlapp. Alarmstufe Rot!

Doch es gibt Menschen, die sehen das anders. Sie verzichten gänzlich auf Wasser und halten damit auch nicht hinterm Berg. Wie etwa die 35-jährige Yoga-Lehrerin Sophie Prana aus Österreich, die sich auf Instagram "pimpyourprana" nennt und dort knapp 19.000 Anhänger hinter sich versammelt.

Bereits im vergangenen Jahr schrieb sie unter ein Foto, das sie bereits seit vier Monaten kein Wasser mehr getrunken habe. Weil "Wasser aus der Leitung ist mit allerhand toxischen Stoffen von alten Rohren, Landwirtschaft und Luftverschmutzung befallen. Abgefülltes Wasser wird über Monate oder Jahre in (Plastik-)Flaschen aufbewahrt, wodurch diese Art von Wasser für unseren Körper zu 'leerer Flüssigkeit‘ wird." Stattdessen versorge sie ihren Körper mit Flüssigkeit durch lebendiges Wasser, also frisch gepressten Zitronensaft, Orangensaft, Smoothies oder Früchte, die viel Flüssigkeit enthalten, etwa Melonen.

Seitdem arbeiteten ihre Nieren viel effektiver, und sie hätte obendrein weniger Durst. Vor allem aber sei ihr Gesicht nicht mehr so aufgeschwollen.

Auch die Influencerin Alise Miksta empfiehlt wasserlose, jedoch ebenfalls keine flüssigkeitslose Ernährung:

Flüssigkeit aus Lebensmittel

Grundsätzlich kann der Körper bei seinen Stoffwechselvorgängen 300 Milliliter Flüssigkeit selbst herstellen, etwa einen Liter Wasser bekommt er über feste Nahrung, schreibt die "Techniker Krankenkasse".

Und tatsächlich enthalten Äpfel, Gemüse und Kartoffeln etwa circa 70 Prozent Wasser, Gurken sogar 95 Prozent. "Die übrige Flüssigkeitsmenge, also etwa 1,5 Liter, muss man über Getränke aufnehmen", empfiehlt die Krankenkasse.

Wer zu wenig Flüssigkeit zu sich nehme, schadet seiner Gesundheit. "Zum Beispiel den Nieren: Sie sind dafür verantwortlich, Abfallprodukte aus dem Körper zu transportieren und dafür benötigen sie Flüssigkeit." Weitere Folge mangelnder Flüssigkeitszufuhr ist dickflüssigeres Blut, das das Herz-Kreislauf-System belastet.

Vorsicht geboten

Seinen Flüssigkeitsbedarf über Fruchtwasser zu kompensieren, kann klappen. Doch es besteht die Gefahr - gerade für Nachahmer ohne Erfahrung -, dass sie auf diese Weise zu wenig aufnehmen. Schleichend geraten sie so in einen Flüssigkeitsmangel mit oben skizzierten Folgen. Gerade Jugendliche sollten diesen Trend auslassen und weiter Wasser trinken.

RTL-Ernährungsberaterin Nora Rieder über die Erfolge des Trockenfastens von Sophie Prana: "Dass sie ihre geschwollenen Augen los ist, wird größtenteils an der salzarmen Ernährung, dem Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel und den vielen in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien liegen."

Rieder zufolge würde Prana den gleichen Effekt vermutlich mit einer salzarmen und entzündungshemmenden Ernährung mit viel natriumarmem Wasser erzielen.

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