Bundesverfassungsgericht: Es gibt ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben
Bundesverfassungsgericht: Es gibt ein Recht auf selbstbestimmtes SterbenFoto-Quelle: Katarzyna Bialasiewicz photographee.eu
Aus für Sterbehilfe-Verbot: Werden Ältere jetzt in den Tod gedrängt?

Müssen ältere und kranke Menschen nach dem Sterbehilfe-Urteil des Bundesverfassungsgerichts nun verstärkten Druck der Gesellschaft fürchten, aus dem Leben scheiden zu müssen? Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) sieht in dem Urteil jedenfalls einen gefährlichen Dammbruch.

"Schon heute spüren viele Menschen sozialen Druck, aus dem Leben zu scheiden. Und dieses Gefühl wird steigen", sagte DHPV-Chef Winfried Hardinghaus der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Arzt verwies auf eine neue Studie aus den Niederlanden, in der 40 Prozent der Suizidalen das Motiv genannt hätten, niemandem zur Last fallen zu wollen.

"Das Gefühl ist für sehr viele Betroffene ganz stark und ganz gefährlich. Junge Angehörige setzen ältere Familienmitglieder unter Druck. Die Älteren sind oft von sich aus bereit, in den Tod zu gehen. Statt dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat Karlsruhe das Risiko noch verstärkt", so Hardinghaus.

Bundesverfassungsgericht: Es gibt Recht auf selbstbestimmtes Sterben

Es sei bedenklich, dass künftig mit Suizidbeihilfe Geld verdient werden könne, sagte Hardinghaus, der als Sachverständiger an dem Prozess in Karlsruhe beteiligt war. Laut Bundesverfassungsgericht gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Mit dem am Mittwoch verkündeten Urteil wurde auch das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Das 2015 eingeführte Verbot verstößt nach Auffassung der Richter gegen das Grundgesetz.

Kritik an Karlsruher Richter

"Das Gericht hat Selbstbestimmung über alles gestellt und gesellschaftspolitische, religiöse oder andere Gesichtspunkte völlig außer Acht gelassen", so Hardinghaus. Jetzt bestehe die große Gefahr, dass die Liberalisierung zu Missbrauch führe.

Auch diejenigen, die grünes Licht für aktive Sterbehilfe forderten, würden durch den Urteilsspruch ermutigt, sagte der Palliativmediziner. "Die Gefahr für einen solchen Dammbruch ist durch das Urteil enorm gestiegen. Das wäre eine fatale Entwicklung und muss gestoppt werden."

Bundesregierung am Zug

Nach dem Urteil der obersten Richter ist jetzt die Bundesregierung in der Pflicht, ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen, das dem Richterspruch standhält. Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil folge nicht, dass es dem Gesetzgeber untersagt sei, "die Suizidhilfe zu regulieren", so die Karlsruher Richter.

Es müsse aber sichergestellt sein, dass "dem Recht des Einzelnen, sein Leben selbstbestimmt zu beenden, hinreichend Raum zur Entfaltung und Umsetzung verbleibt".

Hardinghaus mit klaren Forderungen

Den Gesetzgeber forderte Hardinghaus in diesem Verfahren auf, Schutzvorkehrungen zu ermöglichen, um Sterbehilfe-Missbrauch zu verhindern. Es brauche Beratungsverfahren mit klaren Kriterien. Dazu gehöre eine vollumfängliche Informierung über Alternativen"für Suizidenten. In der Palliativmedizin gebe es schon die Möglichkeit, jeden Menschen schmerzfrei zu machen und ein Sterben in Würde zu garantieren. "Deswegen ist Suizidbeihilfe nicht notwendig", erklärte er.

13 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Wussten Sie, das kein Mensch in der Lage ist, solange die Luft anzuhalten, bis er tot ist. Das ist für mich Hinweis genug, dass der Mensch, dass jede Faser des Körpers , leben will. Ich bin mir wirklich sicher, dass es keinem Menschen zusteht, darüber zu entscheiden, ob ein Leben (noch oder überhaupt) lebenswert ist. Noch nicht einmal mir selber!
Ich wünsche mir eine Gesellschaft , in der alle Menschen, unabhängig von Ihrer Leistungsfähigkeit, einen würdigen Platz haben.
Da war doch etwas im Grundgesetz?... unantastbare Würde jedes Menschen!
"Würde" sollte kein Konjunktiv bleiben!
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wize.life-Nutzer
Ich fühle mich viel zu gesund zum sterben. Werde auch hier auf Erden gebraucht
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wize.life-Nutzer
Es sollte weiter schwer bleiben und konkret definiert werden, damit niemand Angst haben braucht. Es ist mir ein Stein vom Herzen gefallen als ich das las. Endlich Hoffnung das man auch sterben darf und nicht leiden muss bis zu fast Schluss. Die Wirklichkeit sah bei uns nähmlich anders aus als es beschrieben wird. Von wegen es muss niemand leiden! Das dringend benötigte und vom PaliativTeam verordnete BTM wurde nicht gegeben, auch nicht mit gegeben auf dem Weg ins Krankenhaus. Dort die Hölle bis man jemad hat der endlich wenigsten ein starkes Schmerzmittel gibt 3 Std. hat es gedauert. Wärend dessen habe ich mich unter meinen Vater gelegt um es abzumildern, es gab kein Polster Material. Über die Krankenhauseinlieferung wurde ich zuspät informiert und hörte meinen Vater bei ankunft in der Notaufnahme deutlich laut vor Schmerzen schrecklich schreien, ich durfte nicht in das Zimmer, das hat gedauert. Der Krankenhausaufenthalt war wegen Personalmangel am Wochenende wiedermal und nur weil der Katheter beim waschen angeblich rausgerutscht sei. In diesem Heim schrie er jede Nacht angeblich trotz BTM vor schmerzen. 4 Tage vor seinem Tot habe ich es gescjaft das er in ein anderes Heim konnte, er wollte es auch und hat es mir am Vorabend des Transportes nochmal bestättigt. Im neuen Heim bekam er sein BTM, er kam zur Ruhe und konnte erschöfpt gehen. Er konnte nun nicht mehr nach alle dem. Sie hatten vorher Essen und Trinken nicht mehr gegeben (es seien lebensverlängerne Masnahmen). Ärztliche Verordnung von Zusatznahrung hat der Nachbar im Endstadium bekomnen und die am Bezt a gebrachte Flasche zum selbst trinken wurde durch das Persobal entfernt mit beweilich fadenscheinigen begründungen. (Ich schrieb email mit der Verwaltung und wurde belogen, denn mein Brider stand am Bett und wir telefonieren)
So siejt leider die Welt aus. Deshalb bin ich froh das ich mal selbst entscheiden kann, denn ich habe leider keine Kinder und habe Angst vor diesem Ausgeliefert sein, da ich schon mehrfach solche Erfahrungen gemacht habe. Danke für dieses Gesetz, bitte nicht zu leicht machen, damit man nicjt eine weitere Angst haben muss alt zu werden.
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wize.life-Nutzer
Sehr berechtigte Bedenken! Man beachte den Zeitpunkt zu dem dies geschieht: Bevor sehr viele (die geburtenstarken Jahrgänge) in Rente gehen. Auch eine Art mit den diesbezüglich offenen Fragen umzugehen. Ein ganz klarer Rahmen für das neue Gesetz ist jetzt sehr wichtig.
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wize.life-Nutzer
Das Urteil ist richtig und wichtig!
Diese "Befürchtungen" sind der bösartige Versuch dieses wieder zu untergraben,
beschämend und Menschen verachtend.
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wize.life-Nutzer
Ich finde das Urteil richtig. Die Überschrift des Artikels ist völlig daneben!
wize.life-Nutzer
Jeder soll frei entscheiden können, das ist schon gut so. Nur muß man auch dem Missbrauch vorbeugen, ich kann mir schon vorstellen das sich einige Menschen verpflichtet fühlen den Angehörigen nicht länger zur Last zu fallen sowas könnte man mit guten Beratungsgesprächen verhindern. Auch sollte man die Sterbehilfevereine die viel Geld verlangen nicht zulassen
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wize.life-Nutzer
Für die Menschen deren Wunsch es ist frei sich zu entscheiden wegen einer langwierigen Krankheit ist es gut, dass hier der Richterspruch so ausfällt. Aber dass nun alle in den Tod getrieben werden sollen ist falsche Auslegung. Bedenkt bitte mit welchen Mitteln hier von oben mit Chemtrails besprüht mit Viren infiziert werden und durch Lebensmittelindustrie und Pharma krank gemacht werden.. Das ist ein viel größeres Problem was abgeschafft werden müsste.
wize.life-Nutzer
Jedes Tier kann von seinen Leid erlöst werden und die Menschen müssen sich qaelen und leiden was fuer eine verkehrte Welt ich würde es sofort in Anspruch nehmen in dieser scheiß welt
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Die Ärzte dürfen nicht so schnell Medikamente verschreiben.
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dürfen sie doch
wize.life-Nutzer
Wo kann man sich anmelden ? Ich bin dabei , sofort. denn ich habe keinen lust mehr auf dieses Leben !!!
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wize.life-Nutzer
Na dann los ! Ein NEUER Berufszweig ist geboren , Wann sind die ersten Killerkommandos unterwegs . Rechtsfreie Räume werden entstehen . Der Herr hats gegeben , der Herr hats genommen .
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