Die Zahl der Coronavirus-Infizierten wächst rasant
Die Zahl der Coronavirus-Infizierten wächst rasantFoto-Quelle: pixabay
Coronavirus: 150 Infizierte in Deutschland - Corona-Verdacht in Gefängnis

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Deutschland steigt: Inzwischen gibt es Fälle in 10 Bundesländern. In Berlin wurde in der Nacht zu Montag die erste Infektion bestätigt. Damit sind seit dem Corona-Ausbruch insgesamt 150 Menschen in Deutschland an Covid-19 erkrankt - einige sind bereits wieder gesund.

Am Montagvormittag informierte das Robert-Koch-Institut (RKI) über die aktuellen Fallzahlen: Demnach wurden in Deutschland bisher insgesamt 150 Infizierte gezählt, wie aus der neuen RKI-Liste hervorgeht.

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Darunter sind auch die 14 Infizierten aus Bayern, die bereits allesamt wieder genesen und aus den Krankenhäusern entlassen worden sind. Der erste Covid-19-Patient in Deutschland war am 27. Januar 2020 im Raum München bestätigt worden.

Meisten Fälle in NRW

Die meisten Fälle gibt es aktuell in Nordrhein-Westfalen, wo bei 86 Menschen das Virus nachgewiesen worden ist.

In Köln gebe es derzeit Corona-Verdacht in einer Justizvollzugsanstalt (JVA), berichtet "Focus Online". Unklar sei, um wie viele Insassen es sich genau handele.

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In NRW ist die Zahl besonders hoch, nachdem ein infiziertes Paar - die Frau arbeitet in einem Kindergarten - nichts ahnend unter anderem noch Karneval gefeiert hatte. Entsprechend haben viele der Infizierten eine Verbindung zum Kreis Heinsberg, wo das Paar lebt. Bis Sonntag waren hier Hunderte Menschen vorsorgliche in häuslicher Quarantäne.

Berliner Patient stabil

Der Patient in Berlin werde stationär behandelt und sei isoliert untergebracht, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am späten Sonntagabend mit. Der Amtsarzt habe mit der Nachverfolgung der Kontaktpersonen des Patienten begonnen.

Nähere Einzelheiten zu dem Fall teilte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montagmorgen mit. Bei dem Patienten handele es sich um einen jungen Mann aus Berlin-Mitte, der sich gestern in der Charité gemeldet habe, sagte sie dem "rbb". Der Zustand des Mannes sei stabil.

"Die Nachverfolgung hat bisher ergeben, dass es zehn Kontaktpersonen gab. Das ist noch überschaubar. Es sind Berliner und Berlinerinnen darunter, Mitbewohner und Freunde des Infizierten, aber auch die Eltern aus Nordrhein-Westfalen, die zu Besuch in Berlin waren", so Kalayci.

Vier neue Fälle in Baden-Württemberg

Wenige Stunden zuvor waren am Sonntagabend vier neue Coronavirus-Fälle in Baden-Württemberg bekannt. Damit hat sich die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in dem Bundesland auf 19 erhöht.

Bei den neuen Fällen handelt es sich laut Sozialministerium in Stuttgart um vier Männer - drei aus Mannheim und einem aus Heilbronn.

Ein 68-Jähriger aus Mannheim habe Kontakt zu dem bestätigten Heidelberger Südtirol-Heimkehrer gehabt und befinde sich in häuslicher Isolation. Ein 24-Jähriger, der auch aus Mannheim gemeldet wurde, habe an Fastnachtsumzügen in Heinsberg (NRW) teilgenommen und eine leichte Erkältung gehabt. Auch er befinde sich in häuslicher Isolation. Der dritte Mannheimer Infizierte ist ein 54-Jähriger Iran-Heimkehrer.

Außerdem wurde das Virus bei einem 20-Jährigen aus Heilbronn nachgewiesen, der aus der Lombardei zurückgekehrt und an einem grippalen Infekt erkrankt war. Er befindet sich dem Ministerium zufolge in häuslicher Isolation.

Eine erste vorsichtige Entwarnung gab es am Sonntagabend in Bonn: 185 Grundschüler wurden negativ auf Coronavirus getestet, nachdem zuvor ein Mitarbeiter einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in Bonn erkrankt war. Es liegen allerdings noch nicht alle Ergebnisse für Schüler und Lehrer vor: 30 Tests auf das neuartige Coronavirus stünden noch aus, teilte die Stadt mit.


Virus hat die meisten Bundesländer erreicht

Zuvor waren am Wochenende auch die ersten Ansteckungsfälle in Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bekannt geworden. Damit hat der Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 inzwischen 10 und damit die meisten Bundesländer erreicht.

"Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren"

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité rechnet damit, dass sich rund zwei Drittel der Bevölkerung mit Sars-Cov-2 anstecken werden. Wenn dies nicht allzu schnell geschehe, sei Deutschland gut vorbereitet.

"Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit", sagte Drosten, wie die "sueddeutsche.de" berichtet.

Das könne binnen zwei oder auch mehr Jahren geschehen. Problematisch werde das Infektionsgeschehen nur, wenn die Verbreitung in kurzer Zeit auftrete. "Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen."

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Deutschland gut vorbereitet

Deutschland sei an sich sehr gut auf die Lungenkrankheit Covid-19 vorbereitet. Wenn sich das Pandemiegeschehen im Laufe von zwei Jahren abspiele, bevor das Virus zu einem landläufigen Erkältungsvirus werde, könne man damit umgehen, wird Drosten weiter zitiert.

Virologe mahnt Maßnahmen an

"Wenn es ein Jahr ist, wird es deutlich schwerer, weil wir dann in derselben Zeit deutlich mehr Fälle haben." Er mahnte dennoch: Die benötigte Zahl der Therapiebetten auf den Intensivstationen könne man schwer vorhersagen, aber, "wenn wir jetzt nichts tun, dann werden die vielleicht nicht ausreichen".

WHO stuft Infektionsrisiko als "sehr hoch" ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der wachsenden Zahl von Sars-CoV-2-Infektionen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von "hoch" auf "sehr hoch" gesetzt. Noch aber sei der Kampf gegen die Ausbreitung nicht verloren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Die Eindämmung beginnt mit jedem Einzelnen", sagte er. "Zusammen sind wir stark. Unser größter Feind ist nicht das Virus. Unsere größten Feinde sind Angst, Gerüchte und Stigma. Was wir brauchen, sind Fakten, Vernunft und Solidarität."

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Erste Schulen öffnen wieder

Die ersten Regionen wollen wieder Schulen öffnen. Allerdings sollen die Einrichtungen in den drei am härtesten getroffenen Regionen - Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien – weiter geschlossen bleiben.

Türkei stoppt Flieger von und nach Italien

Auch andere europäische Länder greifen zu teils drastischen Maßnahmen. Die Türkei hat alle Flüge aus und nach Italien untersagt, wie "sueddeutsche.de" berichtet. Die USA raten von Reisen in die betroffenen Regionen ab.

Schweiz sagt alle Großveranstaltungen ab

Die Schweiz verbietet bis mindestens 15. März alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Das betrifft unter anderem den Genfer Autosalon, der am 5. März starten sollte und der normalerweise mehr als 600.000 Besucher anzieht. Auch die Basler Fasnacht ist gestrichen.

7 Kommentare

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Fand ich zum Thema sehr informativ

https://wize.life/schwarzes-brett/no...z-vor-panik
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@Claudia St, sehr interessant, danke ! Schönen Abend noch+Vg.
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danke und dito
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Selbst ohne den Virus soll die Sterblichkeitsrate bei 100% liegen.
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HA,Ha,Ha, der Witz ist gut und an "Ironie" fast nicht zu überbieten !
Wenn Sie natürlich auch so "alt" sind wie aussehen, dann ist Ihre "Prognose" von 100 % wirklich nicht von der "Hand" zu weisen. Wünsche Ihnen im "ENDSTADIUM" trotzdem noch ein paar schöne Tage, wünsche zu einer Genesung sind in Ihrem Fall ja dann leider "Pietätlos"
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schreibt einer, der sich nicht mal mehr trauen kann, ein Foto einzustellen. Absolut mein Humor.
wize.life-Nutzer
Hallo Harry Peter Wenzel so ist es - der ist wahrscheinlich noch älter als wir beide. Wenn man nichts schlimmes zu verbergen hat zeigt man auch ein Foto. Einen schönen Gruß aus Hessen Frauke
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