Ältere Arbeitnehmer fühlen sich oft nicht mehr richtig zugehörig
Ältere Arbeitnehmer fühlen sich oft nicht mehr richtig zugehörigFoto-Quelle: imago/Westend61
Neue Studie: Warum sich Ältere bei der Arbeit oft ausgeschlossen fühlen

Sie gehören meist zu den Leistungsträgern in der Firma - und sind trotzdem von Sorgen geplagt. Wie Forscher der Universität Basel nun herausgefunden haben, können sich Arbeitnehmer ab 50 am Arbeitsplatz ausgegrenzt und demotiviert fühlen - aus verschiedenen Gründen. Doch das muss nicht sein.

Besonders ausgegrenzt fühlen sich Mitarbeiter jenseits der 50, wenn sie selbst glauben, aufgrund ihres Alters kognitiv abzubauen. Das berichten Psychologen der Universität Basel im Fachblatt "Work, Aging, and Retirement".

Demnach seien ältere Menschen im Allgemeinen zwar zufriedener und hätten bessere soziale Beziehungen als jüngere – dennoch würden sie oft als vergesslich und weniger kompetent als junge Menschen angesehen.

Arbeitnehmer 50plus: Das führt zu Frühpensionierungen

Laut den Wissenschaftlern fühlen sich ältere Arbeitnehmer, die genau solche negative Altersstereotype verinnerlicht haben, sowohl zu ihrem Unternehmen als auch den Kollegen weniger zugehörig. Die Folge: Die Motivation lässt nach, Kontakte zu anderen am Arbeitsplatz zu knüpfen.

Und so setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang. Erst werden die Betroffenen ausgeschlossen, dann wird über Frührente nachgedacht.

Lesen Sie auch
Senior Talents: Warum Rentner unbedingt weiter arbeiten sollten

Doch das müsste nicht sein. "Weniger negative Altersstereotypen würden es nicht nur vermehrt älteren Arbeitnehmenden ermöglichen, erfüllende soziale Kontakte am Arbeitsplatz zu pflegen", erklärt Prof. Dr. Jana Nikitin von der Uni Basel. Auch ließe sich das berufliche Potenzial von älteren Arbeitnehmern besser fördern, was wiederum zur Lösung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen in punkto demographischer Wandel beitragen könne.

Nimmt die Leistung von älteren Mitarbeitern wirklich ab?

Das Problem ist, dass ältere Arbeitnehmer gewisse Vorurteile tatsächlich verinnerlichen - und so selbst denken, dass etwa ihre geistige Leistungsfähigkeit nachlässt, obwohl dies oft gar nicht der Fall ist.

Frühere Forschungen hätten gezeigt, so die Schweizer Psychologen, dass die Verinnerlichung negativer Altersstereotypen bereits Auswirkungen auf die eigene Leistung haben könne. Und nicht nur das: Auch die Gefühlsebene ist betroffen. Viele stellen sich die Frage: Gehöre ich wirklich noch dazu?

Für ihre Studie haben die Forscher insgesamt 1306 Arbeitnehmer zwischen 50 und 76 Jahren aus verschiedenen Berufsgruppen befragt. "Je mehr die Betroffenen negative Altersstereotypen verinnerlichten, desto weniger waren sie motiviert, mit den Arbeitskollegen soziale Kontakte aufzunehmen, und desto mehr zogen sie sich zurück", lautet ihr Fazit.

IM VIDEO | Homeoffice schadet der Gesundheit

4 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
wize.life-Nutzer
Das sehe ich längst nicht so. Ich habe mit 50 und auch mit 55 den Arbeitgeber gewechselt und hatte keinerlei Probleme. Erst mit 63 ging ich in Pension, nachdem ich vorher noch eine Ausbildung als Sprachtrainerin gemacht hatte: einen Job, dem ich noch immer nachgehe.
wize.life-Nutzer
Ich bin mit 65 in die Altersrente eingestiegen. Das war 2009.
Mittlerweile bin ich 75. Ich bin immer noch jobmässig aktiv,
jeweils vormittags und nachmittags in 2 Büros.
Finanzbuchhaltung, Vollzug der jährlichen Hausnebenkosten-
Abrechnungen und Verwaltungsarbeiten.
Ich wurde mal gefragt, ob ich noch so lange arbeiten wolle,
bis ich vom Bürostuhl falle.
Meine Antwort: "Ja, dafür werde ich sogar bezahlt. Wenn ich
zu Hause in den Putzeimer falle, aber nicht."
Meine Kinder und Enkel sind erwachsen, haben ihr eigenes
Leben. Man sollte die Heilsamkeit einer Arbeit nicht
unterschätzen.
Beim Unternehmen vormittags war ich von 2001 bis zur Rente 2009
in Vollzeit veschäftigt, von Oktober 2009 bis heute stundenweise,
montags bis donnerstags. Wenn es "brennt", auch an anderen Tagen.
Beim Unternehmen nachmittags arbeite ich vom 12. Dezember 1980
bis Mai 1992 in Vollzeit, ab Juni 1992 bis heute stundenweise (wie im
Job 1).
Ich gehe SEHR GERNE arbeiten. Bin natürlich kein Maßstab für andere,
aber für mich ist das ok.
wize.life-Nutzer
Eben. Wichtig ist, dass man seine Arbeit gern macht. Dann ist auch die Motivation kein Problem, so lange man es körperlich schafft.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
wize.life-Nutzer
Ich suche keine Freundschaften am Arbeitsplatz. Ich bin dort, weil mein Kühlschrank gefüllt und meine Miete bezahlt werden will. Ich arbeite das was mir aufgetragen und wofür ich bezahlt werde. Sollte meinem AG meine Arbeit nicht gefallen wird er wissen was er tun muss. Ich suche keine Erfüllung in und mit meiner Arbeit. Es kommt wie's kommt.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.