Senioren sollten besser auf Kontakt zu Enkeln verzichten - Der hohen Ansteck ...
Senioren sollten besser auf Kontakt zu Enkeln verzichten - Der hohen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus wegenFoto-Quelle: Adobe Stock
Coronavirus: "Kinder möglichst nicht mehr bei Oma und Opa abgeben"

Um Ältere vor dem Coronavirus zu schützen, sollten sie sich in den nächsten Monaten von ihren Enkeln fernhalten, rät der Virologe Christian Drosten. Denn für Senioren über 65 kann der Erreger gefährlich werden. Doch geht das überhaupt? Und: Wollen das die Großeltern? Das sagt die wize.life-Community dazu.

Die Empfehlungen des Experten sind einschneidend: Um Ältere vor einer für sie möglicherweise gefährlichen Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, sollten diese möglichst wenig Kontakt zu Menschen haben, die sie infizieren könnten, hatte der Virologie-Professor Christian Drosten kürzlich hatte im "Coronavirus-Update"-Podcast des Norddeutschen Rundfunks (NDR) gesagt.

Sozialleben würde massiv eingeschränkt

Das würde das soziale Leben der über 65-Jährigen massiv einschränken. Kegeltruppe, Kirchenchor, Turnverein, Schützenfest - von alldem sollten sich Senioren demnach möglichst fernhalten. Und auch: Von den eigenen Enkeln. "Kinder möglichst nicht mehr bei Oma und Opa abgeben", hatte der Chefvirologe der Berliner Charité als Devise ausgegeben.

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Nicht nur für ein paar Tage - sondern über Monate, bis zum Herbst. Denn der Virologe geht davon aus, dass der Höhepunkt der Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland erst im Sommer erreicht ist.

Doch lässt sich diese Forderung überhaupt ganz praktisch im Alltag umsetzen? Wollen Großeltern ihrer Gesundheit zuliebe so lange auf ihre Enkel verzichten? Was würde das für ihr Leben bedeuten?

"Werde nicht auf Enkelkinder verzichten"

Das hatten wir die wize.life-Community gefragt - und zahlreiche Antworten sowie interessante Perspektiven auf das Problem bekommen. Die Sicht derjenigen, die für Drosten im Moment die Haupt-Betroffenen sind.

"Ich werde garantiert nicht auf meine Enkelkinder verzichten", hatte eine wize.life-Nutzerin geschrieben. Viele andere sehen es ganz ähnlich: "Sie schütten jede Menge Glückshormone aus, die meinem Immunsystem gut tun."

Doch warum sollten Kinder überhaupt möglichst von den Großeltern ferngehalten werden? Weil auch Kinder sich infizieren können. Sie erkranken allerdings seltener daran als Erwachsene - sind aber Überträger des Coronavirus.

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Und die über 65-Jährigen zählen demnach neben den Menschen mit Vorerkrankungen zur Hauptrisikogruppe. Eine Infektion mit SARS-CoV-2 könnte bei ihnen zu einem schweren, gar tödlichen Verlauf der Erkrankung Covid-19 führen.

"Rentner müssen geschützt werden"

"Wenn man das nicht ernst nimmt, muss man davon ausgehen, dass es bei den Risikogruppen Sterberaten im Bereich von 20 bis 25 Prozent geben wird", so Drosten. Deshalb müsse es nun verstärkt darum gehen, Rentner und Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen.

"Es kommt darauf an, ob die Großeltern gesund sind oder an Krankheiten leiden", gibt eine wize.life-Nutzerin zu bedenken. "Hat man Herzprobleme, sehr hohen Blutdruck, Diabetes oder leidet man an einer Lungenkrankheit, dann wäre es ratsam sich von sogenannten Trägern fernzuhalten. Und das können leider auch die eigenen Kinder und Enkel sein." Schließlich, sagt sie, "ist dieser Corona-Virus-Ausbruch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen".

Damit trifft sie aus Sicht der Experten wie Christian Drosten genau ins Schwarze. "Die Lage ist ernst", hatte er vor ein paar Tagen gesagt.

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Manche sahen darin "Panikmache". Dazu muss man sagen: Der Berliner Virologe Christian Drosten ist einer der weltweit renommiertesten Spezialisten in Sachen SARS-Viren, zu denen auch das aktuell grassierende Corona-Virus gehört. Er beschäftigt sich als Wissenschaftler seit Jahren mit dem hochkomplexen Thema. Aus dem Grund ist er derzeit ein gefragter Experte, nicht zuletzt die Bundesregierung lässt sich dieser Tage von ihm beraten.

Auf ein wichtiges Problem machen viele in unserer Community aufmerksam: "In vielen Fällen sind die Großeltern diejenigen, die die familiäre Organisation aufrecht erhalten, wenn Unterricht ausfällt und die Eltern zur Arbeit müssen", schreibt ein Nutzer.

"Irgendwann isser auch wieder weg, der Virus"

Was tatsächlich ganz aktuell zum Problem werden könnte, wenn auch hierzulande - wie etwa in Italien - Schulen und Kitas über einen längeren Zeitraum geschlossen werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Trost bietet die erfrischend optimistische Perspektive einer Nutzerin. Sie ist freiwillig in häuslicher Quarantäne. Es sei nicht schön, die Enkel nicht mehr in den Arm nehmen zu können. Doch: "Irgendwann isser auch wieder weg, der Virus", schreibt sie. "Dann können wir alle wieder knuddeln."

1 Kommentar

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wize.life-Nutzer
Kann mir nicht passieren - denn meine Enkelin wohnt leider weit weg ( 220 km )
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