Kommt Corona-Warn-App zu Ostern? So soll sie funktionieren

Länder wie Südkorea haben die Coronavirus-Infektionen über eine strikte Nachverfolgung der Kontaktpersonen gut in den Griff bekommen – auch dank Smartphone-Daten. Hierzulande gibt es große datenschutzrechtliche Bedenken. Eine Forschergruppe hat nun allerdings eine mögliche Lösung gefunden.

Über eine App sollen Infektionsketten unterbrochen werden
Über eine App sollen Infektionsketten unterbrochen werdenFoto-Quelle: pixabay/Gerd Altmann

Ginge es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wäre die Nutzung einer App zur Ortung und Nachverfolgung möglicher Kontakte Coronavirus-Infizierter bereits mit der Änderung des Impfschutzgesetzes beschlossen worden. Reichlich vage wurde in dem entsprechenden Entwurf im März vom Einsatz technischer Mittel gesprochen. Hinweise zu ausreichendem Datenschutz – Fehlanzeige.

Blick nach Südkorea

Aufgrund des geballten Widerstandes der Datenschützer, der SPD-Justizministerin sowie weiter Teile der Opposition wurde der entsprechende Absatz vor Verabschiedung im Bundestag Ende März fallen gelassen. Entsprechende Forderungen hielt Spahn jedoch aufrecht, den Blick auf asiatische Staaten wie Südkorea und Singapur gerichtet, wo Datenschutz klein geschrieben wird und das Aufspüren und Warnen von Kontaktpersonen mithilfe von Smartphone-Daten als Baustein einer erfolgreichen Covid-19-Eindämmungspolitik gewertet wird.

Freiwillig und anonymisiert

Und tatsächlich wird eine App – oder eine Anwendung, die in bestehende Apps integriert werden kann – auch in Deutschland kommen. Sie soll helfen, Übertragungsketten nachzuvollziehen und diese zu unterbrechen. Allerdings auf freiwilliger Basis und mit hinreichendem Datenschutz.

Europäische Forschergruppe beteiligt

Dazu hat eine Gruppe europäischer Wissenschaftler, Institutionen und Unternehmen eine Art Sicherheitssystem entwickelt, das in bestehende Apps integriert oder für eine neue Anwendung verwendet werden kann. Initiiert worden ist die private Projektgruppe PEPP-PT maßgeblich vom Regierungsberater und Unternehmer Hans-Christian Boos mit seiner Firma Arago, federführend in Deutschland beteiligt sind zudem Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Instituts, des Bundesamts für Sicherheit und beratend auch Datenschützer.

Die Bestandteile dieses Sicherheitssystem können in unterschiedlichen Ländern an die jeweiligen Begebenheiten und Datenschutzgesetze angepasst werden.

Nach welchem Grundprinzip funktioniert die App?

Smartphones sollen über den Funkstandard Bluetooth Low Energy (Bluetooth LE) gegenseitig erkennen, wenn ihre Besitzer einander lange genug so nahegekommen sind, dass eine Übertragung nach derzeitigem medizinischen Stand erfolgt sein könnte. Wird ein Anwender positiv auf das Coronavirus getestet, gibt er diese Information über sein Smartphone anonymisiert an einen Server weiter– in der Folge erhalten automatisch alle Personen, die sich laut dem System während einer angenommenen Inkubationszeit in seiner Umgebung aufhielten, eine ebenfalls anonymisierte Warnung anonymisierte Warnung.

Wie soll der Datenschutz hinreichend garantiert werden?

Die App generiert für jeden Anwender einen zufälligen Code, der nach einer gewissen Zeit gelöscht wird. Über Bluethooth LE erkennen sich Smartphones mit der App und tauschen nach einem bestimmten Algorithmus (definiert über Nähe und Zeit) diese Codes aus, die Daten werden zunächst nur lokal auf dem jeweiligen Gerät gespeichert.

Wurden User positiv getestet, können sie die Information in der Applikation einstellen. Dadurch sendet die App die Liste der lokal gespeicherten Codes an einen zentralen Server, über den wiederum per Push-Nachricht automatisiert die entsprechenden Smartphone-Besitzer informiert werden, dass sie sich angesteckt haben könnten, sich testen lassen und in Quarantäne gehen sollen.

Zuvor muss die Information des positiven Tests allerdings noch von einer Gesundheitsbehörde bestätigt werden, damit nicht mutwillig falsche Informationen über Infektionen verschickt werden. Dies soll über eine Schnittstelle verschlüsselt geschehen. Möglich ist etwa, dass eine Gesundheitsbehörde selbst im Falle eines positiven Tests eine einmalige TAN-Nummer an den Nutzer verschickt. Über das Smartphone könnten Betroffene dann - freiwillig - veranlassen, dass diese TAN-Nummer zusammen mit den gespeicherten Codes an den nationalen Server weitergeleitet wird.

Nirgendwo sollen zentral Personendaten erfasst werden, auch sollen über die temporären und Codes keine Rückschlüsse auf die Smartphone-Besitzer gezogen werden können. Dies könnte erfolgen, indem die Institution, die über den Server verfügt, und diejenige, die die TAN-Nummern ausgibt, getrennt sind und nicht in Austausch gehen.

Wie werden Fehlerquellen verhindert?

Die Forscher haben bei verbreiteten Handymodellen die Signalstärke der Funktechnik in verschiedenen Örtlichkeiten gemessen - sei es in verschiedenen Autos (Stau), mit Wänden oder Scheiben dazwischen. Hier halfen auch Soldaten der Bundeswehr.

In welcher Form wird die Anwendung dem User angeboten?

Das Robert-Koch-Institut könnte auf Basis der Technik eine eigene App herausgeben. Möglich ist auch, dass das System in eine bereits bestehende App per Update integriert und angeboten wird. Egal in welcher Form – die Zustimmung dazu soll freiwillig und nicht nachvollziehbar sein.

Was ist der Zeitplan?

Bis zum 7. April soll die Software für die Anwendungen einsatzfähig sein. Schon eine Woche könnte eine App des Robert-Koch-Instituts und des Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Instituts an den Start gehen.

Wie viele Menschen sollten mitmachen?

Die Forscher hoffen auf 60 Prozent der Smartphone-Nutzer - das wäre schon ein großer Erfolg, denn bislang gibt es keine App, die so verbreitet ist. Je mehr die App nutzen, desto nützlicher ist sie - denn bei zu wenig Teilnehmern, kann die App ihren Sinn, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen, nicht erfüllen. Dabei ist zu beachten, dass gar nicht alle Menschen hierzulande ein Smartphone besitzen, das über die notwendige Technik verfügt - schon gar nicht in der älteren Generation.

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Quellen:
welt.de, zeit.de

21 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Ja Ja noch eine APP und Bluetooth eingeschaltet dann ist der Akku noch schneller Leer.Bluetooth wird nur angemacht wann es brauche !!!
Ferner geht niemanden was an wo ich bin,notfalls schalte ich Handy aus !!!
wize.life-Nutzer
Dann kaufe dir ein richtiges Handy dann geht auch kein Akku so schnell lehr.🙄
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wize.life-Nutzer
Laut Robert Koch Institute wollen sie keine Obduktionen an den Corona Leichen!!
WOFÜR HABEN SIE ANGST - WAS SOLLEN WIR NICHT HERAUSFINDEN??


Heute erreicht mich folgendes Schreiben:


Sehr geehrter Herr Kollege Schiffman,

(Hinweis, ich bin nicht Dr. Schiffman!)

als Facharzt für Pathologie und Neuropathologie teile ich Ihre Ausführungen zum Thema Autopsie bei Corona-Patienten voll und ganz . In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass sich das RKI aus Gründen des Infektionsschutzes gegen Obduktionen auspricht! Zitat:


"Eine innere Leichenschau, Autopsien oder andere aerosolproduzierenden Maßnahmen sollten vermieden werden. Sind diese notwendig, sollten diese auf ein Minimum beschränkt bleiben."


Quelle:





Ein Schelm, wer böses dabei denkt! Bisher war es für Pathologen selbstverständlich, mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen auch bei infektiösen Erkrankungen wie HIV/AIDS, Hepatitis, Tuberkulose, PRION-Erkrankungen usw. zu obduzieren. Es ist schon bemerkenswert, dass bei einer Seuche die über den ganzen Globus hinweg Tausende von Patienten dahin rafft und die Wirtschaft ganzer Länder nahezu zum Stillstand bringt, nur äußerst spärliche Obduktionsbefunde (sechs Patienten aus China) vorliegen (Quellen unten). Sowohl aus seuchenpolizeilicher als auch aus wissenschaftlicher Sicht sollte hier doch ein besonders großes öffentliches Interesse an Obduktionsbefunden bestehen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Hat man Angst, davor, die wahren Todesursachen der positiv getesteten Verstorbenen zu erfahren? Könnte es sein, dass die Zahlen der Corona-Toten dann dahin schmelzen würden wie Schnee in der Frühlingssonne? Minimale bzw. begrenzte Autopsien, wie sie das RKI empfiehlt, sind übrigens immer problematisch, weil man in der Regel nur das findet, was man sucht, wesentliche unerwartete Befunde aber oft unentdeckt bleiben.


Quellen zu den beiden chinesischen Veröffentlichungen:


Aus irgendwelchen Gründen erlaubt wise.life meine Quellen (links) zu veröffentlichen! WARUM?

Vielen Dank für Ihre großartige Aufklärungsarbeit. Ich bewundere Ihren Mut!


Mit kollegialen Grüßen und den besten Wünschen für die Zukunft.
Ihr
wize.life-Nutzer
Als neuer Nutzer dauert es ca. Wochen bevor man verlinken kann.
Reine Sicherheitsmaßahme hier, da Trolle gerne und oft verlinken
wize.life-Nutzer
Ja noch eine Verschwörungstheorie danke
wize.life-Nutzer
Ich mags überhaupt nicht wenn solche anonymen sog. Expertenmeinungen in den sozialen Medien auftauchen- mir hat gestern ein Video der unsäglichen Says-Wittgenstein gereicht...
wize.life-Nutzer
S.g. Herr Scharnhorst,
Betreff: "Ich mags überhaupt nicht wenn solche anonymen sog. Expertenmeinungen......

Ja, ich bin ein Experte in meinem Fach!!
Als Fachjournalist bestehen meine Berichte auf belegbare Fakten!
Da ich UC in vielen Länder arbeite, muss ich anonymen bleiben und kann meine Identität nicht preisgeben.
Ich bitte Sie die Welt mit offenen Augen zu betrachten und nicht durch rosarote Brillen. Leider, schließen die Menschen sehr oft die Augen zu was wirklich in der Wellt los ist..
Ich wünsche Ihnen ein schönen Tag und bleiben Sie Gesund.
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wize.life-Nutzer
Das ist Wahnsinn so etwas überhaupt in Erwägung zu ziehen! Wie blöd muss sein um so etwas Gut zu heißen. Das ganze dient doch nur um eine noch bessere Überwachung! Wie schon zu Anfang vermutet die ganze Hysterie um Corona ist gewollt, das wurde mehrfach von Mediziner bestätigt! Was jetzt abläuft wäre unter normalen Umständen nicht möglich gewesen! Man sollte sich darüber Gedanken machen bevor man sich auf diesen Blödsinn einlässt
wize.life-Nutzer
Da Stimme ich voll zu !!!!!! Das ist der DRITTE WELTKRIEG --- Die Waffe ist Korona --Virus !!!!! Es fing damit an im Januar ---- Das Abkommen von den WELTMÄCHTEN :::: Und PUNKT ..............
wize.life-Nutzer
Von welchen Medizinern sprecht ihr denn ? Wenn man ins Internet reinklickt merkt man sehr schnell mit wem man es zu tun hat- wieso haben eigentlich all die seriösen Wissenschaftler unrecht ? Ehrlich gesagt halte ichs lieber mit denen.....früher hat man über ausgefallene Ansichten so mancher amerikanischer "Wissenschaftler" gelästert....jetzt haben die Typen Hochkonjunktur....
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wize.life-Nutzer
Datenschutz, das ich nicht lache. Wo finde der denn statt? Achten wir doch nur mal auf einzelne Dinge:
Du gehst zum Arzt,
Du gehst zum Amt,
Du willst Dich irgendwo registrieren,
Du fährst mit dem Bus,
Du fährst mit dem Taxi,
Du willst Unterlagen anfordern,
Du bestellst was.......
usw.
Ich weiß nicht ob man mir hier folgen kann. Der wirkliche Datenschutz findet nur auf dem Papier statt. Und brauchen wir den wirklich so sehr? Schauen wir mal nach anderen Ländern, Beispiele gib es ja genug.
wize.life-Nutzer
Ja und nein- aber im Wesentlich stimme ich dir zu
wize.life-Nutzer
Worin stimmst Du mir denn nicht zu. Wir können uns hier in dieser Thematik regelrecht festbeißen.
Ich rufe beim irgendjemandem an (Beispiel Anbieter), es kommt zu meiner Frage, die Antwort: Ja, geben sie mir mal Name Anschrift, geb.Datum zum Abgleich.
Bis hier hin ok, wer hat das jetzt alles mitgehört.
Stell Dich mal in Deine Wohnung und rede 1 Woche lang von etwas was Du NIE UND NIMMER brauchst. Nicht permanent, sondern an den verschiedensten Stellen nur wenige Worte. Ich brauche unbedingt.....!
Mehr nicht. Vielleicht spielt jetzt hier Mr. Zufall ein bisschen mit. Aber nach einer Woche hast Du Werbung.

Ich kann Dir so viel darüber berichten, das wir überall mit dieser Seuche Abhören und ähnlichem zu tun haben. Daher auch meine Frage, wo findet der Datenschutz denn statt. Auf dem Papier. Nur auf dem Papier.

Anderes Beispiel: Gib Deinen Vor und Zunamen mal in Google oder Suchmaschinen ein. Vielleicht mal ohne Vorname oder mit anderen Daten. Drucke Dir alles das aus was Du findest. Mal schauen was dann passiert. Habe das gerade mal aus Spaß gemacht. Leckomio Funny SMILE
wize.life-Nutzer
Und deine Krankenakte kursiert auch im Internet-nur ein Beispiel...das ist der Grund für das "im Wesentlichen"
wize.life-Nutzer
Siehste, sehen wir
wize.life-Nutzer
Ich meint eigentlich dass deine Krankenkarte nicht im Internet kursiert- oder tut sie es ? Ist nur ein Beispiel für die falsche Pauschalaussage- ich hasse pauschalieren....!!
wize.life-Nutzer
Die Krankenkarte gerade nicht, aber etliche andere Dinge. Wie oft ist es bei mir vorgekommen das Dinge die NUR ich wissen dürfte schon am Zielort schon längst angekommen waren.
Aber ich bin in Deiner Meinung bei Dir.
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wize.life-Nutzer
🤬 unfassbar auf welche verzweifelten ideen die berater "unserer" Politiker kommen !! "Unsere"politiker sind so verzweifelt und mit totalen Versagen geplagt das ich es echt nicht mehr hören,lesen und sehen kann wie blöde die sich von ein strohalm zum nächsten hangeln.was bitte soll so eine app bezwecken?! NICHTS!! Wer sich gesund fühlt bleibt zu hause und wäscht sich weiterhin 400mal die hände in der Stunde und wer krank ist geht zum Arzt! Fakt. Wer es in sich trägt und selber noch keine Symptome zeigt/spürt kann ja nicht wissen das er eine Gefahrenquelle ist. Kurz um.... die berater haben wieder millionen verdient die uns abselut nicht weiter bringt! Danke Fr Merkel.....achso,wo sind sie eigentlich??? Sie wurden 3 mal negativ getesstet und haben nicht den Arsch in der hose in der Zeit zu "IHREN" Volk zu stehen!!!!! 🤬
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wize.life-Nutzer
Es wäre eine Möglichkeit, aber ich vermute, dass der Datenschutz auf der Strecke bleibt.
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wize.life-Nutzer
hätte nichts dagegen wenn - wie versprochen- der Datenschutz gewahrt wird
wize.life-Nutzer
den Datenschutz gibt es nur auf dem Papier- ansonsten müsste man irgendwo im Wald leben. In der Zivilisation ist das nicht möglich.
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