Sterberate überdurchschnittlich hoch: Rätsel um Beatmungsgeräte

Sie sind oft die letzte Hoffnung, ihre Bedienung ist allerdings schwierig: Die Sterberaten von Patienten an Beatmungsgeräten sind überdurchschnittlich hoch. Das nährt Befürchtungen, dass die Geräte manchen Patienten mehr nützen als helfen könnten, wie die Zeitung "Welt" berichtet.

Beatmungsgeräte sind diffizil zu bedienen
Beatmungsgeräte sind diffizil zu bedienenFoto-Quelle: imago images/ZUMA Wire

Demnach sterben nach Expertenangaben etwa 40 bis 50 Prozent der an Beatmungsgeräte angeschlossenen Kranken mit schweren Atemnotsyndromen – in New York City starben nach Behördenangaben 80 Prozent, in anderen Teilen der USA sind sie nach der Medizinorganisation American Lung Association ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Auch aus Großbritannien und China gibt es Meldungen über eine erhöhte Sterberate.

"Beatmung nicht unkritisch"

"Wir wissen, dass mechanische Beatmung nicht unkritisch ist", zitiert die "Welt" Eddy Fan vom Klinikum Toronto. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte ist, dass medizinische Beatmung Lungenverletzungen verschlimmern könne. "Also müssen wir aufpassen, wie wir sie einsetzen."

Zu viel Druck ist gefährlich

Bei Beatmungsgeräten werden demnach die ruhig gestellten Patienten in der Regel durch den Hals intubiert. Die Bedienung erfordert Fachpersonal, denn das richtige Maß zu finden, ist schwierig. Die Risiken könnten Fan zufolge mit geringerem Umfang und Druck der Luftstöße reduziert werden.

Gründe für hohe Todesrate unklar

Warum die Todeszahlen von Corona-Patienten höher liegen, ist noch unklar. Manche Mediziner spekulieren, dass durch Beatmungsgeräte eine schädliche Reaktion des Immunsystems ausgelöst oder verstärkt werden könnte. Womöglich werden allerdings auch Kranke an ein Gerät angeschlossen, die sich bereits in einem besonders schlechten Zustand befinden.

Andere Optionen

Inzwischen würden zunehmend zunächst andere Optionen versucht. Möglich sei beispielsweise zunächst eine Sauerstoffzufuhr per Nasenschlauch oder andere Vorrichtungen. Manche Ärzte probieren es dem Bericht zufolge auch mit dem Zusatz von Stickoxid.

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Quelle:
welt.de

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