Nach Mundschutz-Pflicht - keine Neuinfektionen in Jena

Das Coronavirus hält Deutschland weiter im Griff: Die Zahl der Covid-19-Erkrankungen ist bis Donnerstag laut Robert Koch Institut auf 130.450 gestiegen, rund 3500 Tote sind zu beklagen. Die Zahl der Genesenen ist mit etwa 77.000 höher als die der Infizierten (etwa 53.450). Die neuesten Entwicklungen im Ticker.

Als erste Großstadt in Deutschland hatte Jena eine Mundschutz-Pflicht in öff ...
Als erste Großstadt in Deutschland hatte Jena eine Mundschutz-Pflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen eingeführtFoto-Quelle: imago images/Marcel Lorenz

Keine Neuinfektionen in Jena

15.55 Uhr. Seit Anfang April müssen die Menschen in Jena einen Mundschutz in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften tragen. Ob dies die Ansteckungsgefahr mindert, ist unklar.

Fest steht jedoch: Seit einer Woche verzeichnet das Gesundheitsamt der thüringischen Großstadt keine Neuinfizierten mehr. "Bereits sieben Tage in Folge gibt es in Jena keine neue Coronainfektion", teilt die Stadt auf ihrer Homepage mit.

Insgesamt wurden demnach in Jena 155 Infizierte gezählt, 3 Menschen starben in der Universitätsstadt an den Folgen von Covid-19. Aktuell gibt es in Jena 49 Corona-Patienten, 103 ehemals Infizierte sind wieder gesund.

Als erste Großstadt in Deutschland hatte Jena einen Mundschutz verpflichtend gemacht - und die Regel Anfang dieser Woche sogar noch verschärft: Jetzt gilt dies auch für Arbeitsplätze, an denen es nicht möglich ist, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

"Sommerurlaub in anderen Ländern eher unwahrscheinlich"

12.45 Uhr. Die Kontaktbeschränkungen in Bayern werden leicht gelockert, kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag an. Im Einklang mit dem Bund bleiben die Ausgangsbeschränkungen bis zum 4. Mai bestehen. Jedoch werde neben der Familie eine weitere Kontaktperson zugelassen.

In Bayern werden die Geschäfte bis 800 Quadratmeter erst am 27. April geöffnet, teilt Söder mit. Das ist eine Woche später als im Rest Deutschlands. Bereits ab 20. April dürfen Bau- und Gartenmärkte und Gärtnereien wieder öffnen. Friseure dürfen am 4. Mai öffnen.

Am 27. April sollen Abschlussklassen die Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen aufnehmen. Frühestens am 11. Mai sollen diejenigen Jahrgänge folgen, die 2021 ihren Abschluss machen. Offen ist, wann alle anderen Schüler zurück in die Schule können.

Die Gastronomie und Hotellerie sei von den Lockerungen der Corona-Maßnahmen noch ausgeschlossen, so Söder. Hier sei es sehr schwer, Abstand zu halten.

Doch der Ministerpräsident machte Gastronomen und Hoteliers Hoffnung, dass sie womöglich im Sommer profitieren könnten - von Urlaubern, die ihre Ferien in diesem Jahr in Deutschland verbringen. "Sommerurlaub in anderen Ländern schätze ich im Moment als eher unwahrscheinlich ein", so Söder.

Musik-Festivals "Rock am Ring" und "Rock im Park" abgesagt

11.10 Uhr. Wegen des Verbots von Großveranstaltungen bis zum 31. August hat der Veranstalter die Festivals "Rock am Ring" und "Rock im Park" Anfang Juni abgesagt. Das teilte der Veranstalter "Live Nation" am Donnerstag auf seiner Webseite mit.

Beide Musikfestivals waren ausverkauft. Die Veranstaltungen am Nürburgring und in Nürnberg gehören zu den populärsten Open-Air-Konzerten in Deutschland.

"So traurig die Absage der ausverkauften Zwillingsfestivals ist", schreibt der Veranstalter, "dennoch haben die Produzenten uneingeschränktes Verständnis für diese unausweichliche Maßnahme im Interesse der Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten".

Oktoberfest dieses Jahr "eher unwahrscheinlich"

9.15 Uhr. Die 187. Ausgabe des Münchner Oktoberfests droht dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie auszufallen. Diese Möglichkeit hat Bayerns Ministerpräsident, Markus Söder (CSU), am Mittwoch im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) eingeräumt. Die Wiesn stünde "auf der Kippe".

"Ich bin sehr, sehr skeptisch und kann mir aus jetziger Sicht kaum vorstellen, dass eine solch große Veranstaltung überhaupt möglich ist zu dem Zeitpunkt", sagte Söder. "Es wäre zwar schade, aber aus jetziger Sicht eher unwahrscheinlich."

Großveranstaltungen sind nach einem Beschluss von Bund und Ländern bis 31. August verboten. Nach dem Zeitplan wäre das Oktoberfest, dessen Start am 19. September ist, durchführbar. Doch Experten sehen bis dahin zu wenig Zeit, um Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln.

Die finale Entscheidung über die Wiesn soll im Juni fallen.

RKI: Etwa 77.000 Menschen in Deutschland geheilt

9 Uhr. Bis Donnerstag waren insgesamt 130.450 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). Das sind 2866 mehr Infizierte als am Vortag. Insgesamt starben 3569 Menschen in Deutschland an Corona. Die Zahl der Genesenen beziffert das RKI inzwischen auf rund 77.000. Binnen eines Tages stieg die Zahl der Menschen, die nach einer Covid-19-Erkrankung wieder gesund sind, auf 4500.

USA: Mehr als 2500 Todesfälle binnen 24 Stunden

Donnerstag, 7.30 Uhr. In den Vereinigten Staaten ist die Zahl der am neuen Coronavirus gestorbenen Patienten binnen 24 Stunden um mehr als 2500 gestiegen. 2569 Personen waren nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bis zum Mittwochabend an Covid-19 gestorben. Das ist der höchste Anstieg bislang.

Im schwer betroffenen Staat New York zeichnet sich eine Trendwende ab: Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Abend sagte, sei die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern rückläufig. Damit habe sich die Furcht vor einer Überforderung des Gesundheitssystems im Bundesstaat doch nicht verwirklicht.

Trotzdem warnte Cuomo vor falschen Hoffnungen: Noch befinde sich der Staat in einer "monumentalen Gesundheitskrise".

18.10 Uhr: Kanzlerin Merkel erklärt weiteres Vorgehen in der Coronakrise
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Auftakt ihrer Pressekonferenz am späten Mittwochnachmittag noch einmal den Bürgern in Deutschland gedankt, die sich einschränken, "nicht weil sie der Regierung einen Gefallen tun wollen, sondern weil sie ihren Mitbürgern helfen wollen." Man habe bereits "etwas erreicht", das Gesundheitssystem konnte "am Laufen gehalten" werden.

Es sei aber ein "zerbrechlicher Erfolg", so Merkel weiter. Es dürfe jetzt "kein falsches Vorpreschen" geben. Solange es noch keinen Impfstoff gebe, müsse man "mit dem Virus leben".

Die Kontaktregeln im öffentlichen Raum gelten zunächst bis einschließlich 3. Mai weiterhin, stellt die Kanzlerin unmissverständlich klar. Verstöße würden auch zukünftig geahndet.

Das Tragen von Masken außer Haus, etwa auch beim Einkaufen will die Bundesregierung "dringend empfehlen".

Was die Schulen betrifft, so werden Klassen wieder öffnen, die vor dem Abschluss oder dem Übertritt in eine nächsthöhere Schule stehen. Näheres sollen die Kultusminister am 4. Mai entscheiden. "Wir brauchen ein Schulbuskonzept, wir brauchen ein Pausenkonzept, das wird mit hohem logistischen Aufwand verbunden sein", so Merkel.

Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen ab Montag wieder öffnen, "allerdings mit guten Konzepten", erklärte Merkel. Man dürfe nicht zulassen, "dass sich auf den Straßen lange Schlangen bilden." Auch Friseurbetriebe müssten Hygiene-Konzepte anfertigen und dürften dann gegebenenfalls ab dem 4. Mai aufschließen.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder wollen sich in Zukunft im 14-Tages-Rhythmus treffen, um dann jeweils die neuen Entwicklungen zu bewerten. Das nächste Mal am 30. April.

17 Uhr: Großveranstaltungen bis 31. August verboten, Schulstart ab dem 4. Mai, offenbar keine bundesweite Maskenpflicht
Zusammen mit den Ministerpräsidenten der Länder berät Bundeskanzlerin Merkel am Mittwochnachmittag über das weitere Vorgehen in der Coronakrise. Offenbar ist nun die Entscheidung gefallen, den Schulbetrieb ab dem 4. Mai schrittweise wieder aufzunehmen.

Wie mehrere Medien berichten, soll der Unterricht zunächst für die Abschlussklassen und Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen, sowie die obersten Grundschulklassen stattfinden.

Außerdem werden nach "Bild"-Informationen Großveranstaltungen bis mindestens 31. August verboten. Davon betroffen sind offenbar auch Fußballspiele. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden.

Schließlich soll es vorerst keine bundesweite Maskenpflicht geben. Dennoch wollen Bund und Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) das Tragen von Atemschutz im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel "dringend empfehlen".

13.10 Uhr: Tour de France wird verschoben
Die Tour de France wird wegen der Coronavirus-Pandemie um zwei Monate verschoben. Der ursprünglich für den 27. Juni geplante Start des wichtigsten Etappen-Radrennens der Welt soll nun auf den 29. August verschoben werden, teilte der Radsport-Weltverband UCI mit. Das Rennen soll demnach bis 20. September gefahren werden.

13 Uhr: Grenzkontrollen sollen verlängert werden
Die wegen der Ausbreitung des Coronavirus eingeführten Kontrollen an den deutschen Grenzen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für weitere 20 Tage gelten, berichtet die "Bild" und bezieht sich auf Informationen aus Sicherheitskreisen. Darüber will Seehofer (CSU) demnach noch mit den Ministerpräsidenten sprechen.

Seit Mitte März dürfen Menschen, die keinen Wohnsitz in Deutschland haben oder Deutsche sind, nur noch aus "triftigem Reisegrund" nach Deutschland einreisen.

11.25 Uhr: Bund will Öffnung von Läden zum 20. April vorschlagen
Ab kommenden Montag (20. April 2020) könnten womöglich die ersten Läden in Deutschland wieder öffnen. Zwar soll die Kontaktsperre bis zum 3. Mai verlängert werden. Doch die Bundesregierung will den Ländern nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Ausnahmen vorschlagen.

Demnach will der Bund empfehlen, bereits am 20. April kleineren Geschäften mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern die Öffnung zu erlauben, schreibt die Zeitung. Allerdings nur unter ganz bestimmten Bedingungen: So soll die Zahl der Personen, die sich gleichzeitig in einem Laden aufhalten, begrenzt werden. Auch die Einhaltung von Hygieneregeln werden den SZ-Informationen zufolge zur Auflage gemacht.

Ab dem 4. Mai sollen dann auch Friseure und größere Geschäfte mit einer Größe von maximal 2500 Quadratmetern öffnen dürfen. Keine Lockerung ist demnach offenbar für die Gastronomie vorgesehen.

11.05 Uhr: RKI meldet Rekordzahl an Genesenen
Bis Mittwoch waren insgesamt 127.584 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). Das sind 2486 mehr Infizierte als am Vortag. Gleichzeitig zählte das RKI eine neue Rekordzahl bei den Genesenen: Binnen eines Tages stieg die Zahl der Menschen, die nach einer Covid-19-Erkrankung wieder gesund sind, auf 4500.

10.20 Uhr: Bund für Verlängerung der Kontaktsperre
Der Bund will offenbar den Ländern vorschlagen, die bestehenden Kontaktbeschränkungen für die Bürger noch mindestens bis zum 3. Mai aufrecht zu erhalten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz des Kanzleramts mit den Staatskanzleichefs der Länder.

Ein Eckpunktepapier mit entsprechenden Empfehlungen sollte an diesem Mittwoch in den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Mitgliedern des Corona-Kabinetts beschlossen werden.

Die Videokonferenz von Merkel und den Ministerpräsidenten ist für 14 Uhr angesetzt. Anfang April hatten Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten vereinbart, dass Kontaktbeschränkungen sowie Läden-, Kita- und Schulschließungen bis zum 19. April gelten sollen.

7.30 Uhr: Masseninfektion auf Krebs-Stationen in Hamburg
Insgesamt rund 40 Patienten und Mitarbeiter der Krebsstationen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben sich mit dem Coronavirus infiziert. "Im Bereich der Onkologie sind in der vergangenen Woche rund 20 Patientinnen und Patienten sowie rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen Covid-19-positiv getestet worden", zitiert der "Spiegel" eine Sprecherin des Klinkums.

Dem Nachrichtenmagazin zufolge sollen die Infektionen auf eine infizierte Reinigungskraft zurückgehen. Nach Angaben der Sprecherin werden "die genauen Wege der Infektion derzeit mit Hochdruck aufgearbeitet" und könnten "nicht auf eine einzelne Person zurückgeführt werden".

Alle Infizierten seien "umgehend auf spezifische Covid-19-Stationen außerhalb des Zentrums für Onkologie verlegt" worden "und dort isoliert untergebracht".

7 Uhr: Trump stoppt US-Zahlungen an WHO
Mitten in der Coronakrise hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass die USA ihre Beitragszahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst einstellen werden. Trump wirft der WHO vor, dass sie in der Corona-Krise zu unkritisch gegenüber China gewesen sei.

Er habe die Regierung angewiesen, die Beitragszahlungen zu stoppen, während überprüft werde, welche Rolle die WHO bei der "schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus" gespielt habe, so Trump auf einer Pressekonferenz.

Bislang haben die USA jährlich knapp 500 Millionen Dollar an die WHO gezahlt.

6.30 Uhr: Rückholaktion für Deutsche im Ausland fast abgeschlossen
Gut vier Wochen nach Beginn der Rückholaktion der Bundesregierung sind mehr als 225.000 Deutsche, die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandet waren, wieder zu Hause. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr, muss jetzt nur noch eine "mittlere vierstellige Zahl" Reisender ausgeflogen werden, die meisten davon aus Südafrika, Argentinien und Peru. Die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik dürfte damit in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Danach werden sich die Botschaften weiter um Einzelfälle kümmern.

Mittwoch, 15. April, 6 Uhr: Mehr als 72.000 Menschen in Deutschland geheilt
Die Zahl der Covid-19-Erkrankungen ist nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) bis Mittwoch auf 127.584 gestiegen, das sind 2486 mehr als am Vortag.

3254 Tote sind hierzulande zu beklagen (+285). Die Zahl der Genesenen ist mit rund 72.600 inzwischen höher als die der derzeit Infizierten (knapp 54.900).

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