Coronavirus: Sachsen beschließt Maskenpflicht ab Montag

Nur in den USA, Spanien, Italien und Frankreich sind laut Johns Hopkins University mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als in Deutschland, wo sich die Zahl auf 137.698 beläuft. Über 4000 Personen überlebten die Erkrankung hierzulande nicht. Hier sammeln wir die aktuellsten Informationen zum Coronavirus und Covid-19 im Ticker:

Masken ab Montag in Sachsen beim Einkaufen und im ÖPNV Pflicht
Masken ab Montag in Sachsen beim Einkaufen und im ÖPNV PflichtFoto-Quelle: Pixabay

14.45 Uhr: Maskenpflicht in Sachsen
Wie die Landesregierung soeben auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben hat, gilt für den öffentlichen Nahverkehr und den Einzelhandel eine Maskenpflicht in Sachsen. Die Regelung gelte von kommenden Montag an, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in Dresden. Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse es jedoch keine teure FFP2-Maske sein, es reichten auch ein einfaches Tuch oder ein Schal, betonte Kretschmer.

12.08 Uhr: Galeria Karstadt Kaufhof klagt auf Öffnung der Filialen
Der Warenhaus-Konzern Galeria Karstadt Kaufhof wendet sich gegen die durch die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen bedingte Schließung seiner Häuser. Das teilt das Oberverwaltungsgericht in Münster mit. Eine Entscheidung soll kommende Woche fallen.

Für Unverständnis sorgt in Nordrhein-Westfalen, dass dank einer Ausnahmeregelung der Möbelriese Ikea seine Filialen öffnen darf (siehe unten), die Kaufhäuser aber geschlossen bleiben müssen.

11.45 Uhr: Erste Stadt in Baden-Württemberg führt Mundmasken-Pflicht ein
Nachdem die Zahl der Corona-Infizierten in Sulz am Neckar angestiegen ist, hat die Stadt im Landkreis Rottweil als erste in Baden-Württemberg am Freitag eine Masken-Pflicht eingeführt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung habe die Stadt erlassen, sagte Bürgermeister Gerd Hieber.

So genannte "Behelfs-Mund-Nasen-Masken" müssen jetzt demnach überall dort getragen werden, wo sich enge Begegnungen nicht vermeiden lassen, etwa beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zugelassen zur Abdeckung sind neben selbst genähtem Mundschutz auch Schals und Tücher.

Wer der Maskenpflicht nicht nachkomme, dem droht allerdings keine Strafe. "Ich bin davon überzeugt, dass man das Thema Maskentragen nicht mit Bußgeldern durchsetzen kann. Ich setze eindeutig auf Akzeptanz, Einsicht und Mitmachen", sagte Bürgermeister Hieber der "Stuttgarter Zeitung".

Als Grund für die Maßnahme nannte er unter anderem, dass sich kürzlich in einem Betrieb in Sulz am Neckar mehrere Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Außerdem gebe es in der Stadt drei Altenheime.

In Sulz am Neckar mit ihren rund 12.500 Einwohnern gibt es der Zeitung zufolge derzeit 128 bestätigte Corona-Fälle.

11.25 Uhr: Ikea darf in NRW öffnen
Die Filialen des Möbelriesen Ikea sind sehr viel größer als 800 Quadratmeter, dennoch darf das Unternehmen ab Montag in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Eine entsprechende Ausnahmeregelung bestätigte das Gesundheitsministerium des Bundeslandes am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Eigentlich dürfen ab Montag laut einer Vorgabe des Bundes nur Geschäfte mit einer Größe von bis zu 800 Quadratmeter wieder öffnen. Mit einer Sondererlaubnis für Möbelhäuser und Babyfachmärkte geht NRW jedoch einen eigenen Weg.

10.30 Uhr: RKI: Zahl der Todesfälle gestiegen
Eine "gute Zwischenbilanz" zieht am Freitag auch Lothar Wieler. Es gebe "mehrheitlich positive Tendenzen", sagte der Präsident des Robert Koch Instituts (RKI) auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag.

So habe sich die Entwicklung der täglichen Fallzahlen "wirklich verlangsamt". Das RKI beobachte einen "deutlich geringeren Anstieg" bei der Zahl der Infizierten pro Tag.

Auch die Reproduktionszahl, die aktuell bei 0,7 liege, sei "weiter gesunken". Was bedeutet, dass im Schnitt nicht mehr jeder Infizierte einen anderen Menschen ansteckt. Allerdings sei dieser Wert nur eine Momentaufnahme. Wieler: "Wir müssen schauen, ob dieser Wert stabil bleibt."

Allerdings sei auch die Zahl der Todesfälle in Deutschland angestiegen, so Wieler. In dieser Woche sei der bislang größte Anstieg verzeichnet worden. Die Patienten, die aktuell an Covid-19 sterben, sind Wieler zufolge meist vor ein bis zwei Wochen schwer erkrankt. Der Anteil der Verstorbenen an der Zahl der offiziell gemeldeten Coronafälle liegt laut RKI aktuell bei 2,9 Prozent.

"Wir werden noch viele Monate mit dem Virus leben müssen", so Professor Wieler. Umso wichtiger seien Maßnahmen zur Eindämmung des Erregers. Es müsse weiter getestet werden. Bislang wurden in Deutschland nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn 1,7 Millionen Tests durchgeführt.

Theoretisch seien bis zu 730.000 Tests pro Woche möglich.

10.15 Uhr: "Ausbruch in Deutschland ist beherrschbar geworden"
Der Ausbruch des Coronavirus in Deutschland ist "Stand heute: beherrschbar und wieder beherrschbarer geworden", so das Fazit von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer "ersten Zwischenbilanz" am Freitag.

Seit vergangenem Sonntag (12. April) gebe es täglich mehr Fälle von Genesenen als Neuinfizierte. Besonders wichtig sei, so Spahn: "Unser Gesundheitssystem war zu keiner Zeit bis hierhin überfordert."

Die Zahl der Intensivbetten liege bei rund 40.000 - "das ist im internationalen Vergleich für ein Land unserer Größe eine sehr gute Zahl", so Spahn. Allerdings könnten Zehntausende Intensivbetten nicht auf Dauer freigehalten werden.

Er gehe davon aus, dass es ab Mai eine "neue Normalität im Krankenhausbetrieb" geben werde und die Zahl der Operationen wieder schrittweise hochgefahren werde.


9.30 Uhr: Coronakrise führt zu mehr Müll
Geschlossene Restaurants und Ausgangsbeschränkungen führen zu einem Anstieg des Mülls. "Die Abfallmengen sind in den vergangenen vier Wochen über alle Müllsorten um bis zu 20 Prozent gestiegen", sagte Peter Kurth, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Als Grund dafür vermutet er, dass die Deutschen wieder mehr zu Hause kochen. Auch die Menge an Grünabfällen sei gestiegen.

Zum Problem werde der zusätzliche Restmüll jedoch nicht: "Die Situation in den Müllverbrennungsanlagen ist entspannt", sagte Kurth der Zeitung.

Die Produktionsstopps in der Industrie dagegen haben demnach dazu geführt, dass die Menge des Gewerbeabfalls deutlich gesunken sei - um teilweise bis zu 80 Prozent.

9.15 Uhr: Kanzleramtschef bittet Bevölkerung um Geduld
Der Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun (CDU), hat die Menschen in Deutschland aufgerufen, in der Corona-Krise weiter geduldig und diszipliniert zu bleiben.

Im Inforadio vom rbb sagte er am Freitag, er habe großes Verständnis dafür, dass die Phase für viele sehr belastend sei: "Aber das Virus ist eben noch da". Es werde weiter anstrengend bleiben, erklärte Braun: "Wir müssen, damit die Infektionskurve nicht plötzlich wieder steil ansteigt, in der Lage sein, jeden einzelnen Infizierten mit seinen Kontakten nachzuvollziehen. Deshalb brauchen wir jetzt ganz viel Personal im öffentlichen Gesundheitsdienst, das diese Arbeit leistet. Da haben wir momentan Kapazitäten, die in etwa gerade ausreichen für die Neuinfiziertenzahl, die wir jeden Tag haben."

Wenn der Reproduktionsfaktor nur geringfügig über dem Wert 1 liege, wäre das Gesundheitssystem binnen zwei Monaten überfordert, sagte Braun weiter. Deswegen müssten die Kontaktbeschränkungen zunächst aufrecht erhalten werden.

9 Uhr: Notbetreuung - NRW weitet Liste "systemrelevanter" Berufe aus
Die NRW-Landesregierung hat eine neue Liste mit Berufsgruppen zusammengestellt, die für ihre Kinder eine Notbetreuung in der Kita oder Tagespflege sowie für Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 beantragen können. Das meldet die Düsseldorfer "Rheinische Post" (Online-Ausgabe), der eine entsprechende Verordnung des NRW-Gesundheitsministeriums vorliegt.

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Die Regelung greift demnach ab dem 23. April, wenn ein Elternteil eine systemrelevante Tätigkeit ausübt und keine anderweitige private Betreuung verantwortungsvoll organisiert werden kann. Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder haben demnach künftig auch Angestellte von Hausmeisterdiensten und aus der Gebäudereinigung, außerdem unter anderem Rechtsanwälte, Notare, Hebammen und Psychotherapeuten. Eine vollständige Liste gibt es unter

7.30 Uhr: Wuhan korrigiert Todeszahl dramatisch nach oben
Zweifel an den chinesischen Verlautbarungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben seit Beginn des Ausbruchs bestanden. Nun hat China die Zahl der Toten in der Millionenstadt Wuhan dramatisch nach oben korrigiert - und zwar um knapp 50 Prozent. Wie "ntv" berichtet, sind in Wuhan 1290 Menschen mehr an Covid-19 gestorben als bisher kommuniziert wurde.

Bislang hatte es geheißen, 2579 Personen seien der Lungenkrankheit zum Opfer gefallen. Tatsächlich sollen es aber 3896 gewesen sein. Die chinesischen Behörden nennen als Grund für die Korrektur, dass aufgrund der hohen Belastung des Gesundheitssystems Zahlen zunächst nicht oder nicht korrekt übermittelt worden seien.

7.15 Uhr: Reproduktionszahl sinkt laut RKI
Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist in Deutschland die Ansteckungsrate unter die angepeilte Marke von 1 gesunken. Statistisch gesehen stecke ein Infizierter nun weniger als einen weiteren Menschen an, teilte das RKI mit. Die sogenannte Reproduktionszahl (R) liege derzeit etwa bei 0,7.

7 Uhr: Trumps früherer Anwalt kommt wegen Corona-Pandemie vorzeitig aus Gefängnis
Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, soll laut "CNN" wegen der Corona-Pandemie vorzeitig aus der Haft in den Hausarrest entlassen werden. In dem Gefängnis in Otisville (New York), wo Cohen seine dreijährige Haftstrafe eigentlich noch bis November 2021 verbüßen sollte, seien mehrere Insassen und Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

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