Merkel kritisiert "Öffnungsdiskussion" in Coronakrise - Sorge um Rückfall

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die aufkommende Diskussionen in Politik und Wirtschaft über weitergehende Lockerungen der Einschränkungen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus scharf kritisiert. Im CDU-Präsidium äußerte sich die langjährige Parteichefin besorg über einen möglichen Rückfall.

Kanzlerin Angela Merkel sorgt sich um Rückfall in Coronakrise
Kanzlerin Angela Merkel sorgt sich um Rückfall in CoronakriseFoto-Quelle: imago images/Metodi Popow

Wie "Bild" mit Bezug auf dpa-Informationen berichtet, habe Merkel in einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums am Montagmorgen deutlich gemacht, wie unzufrieden sie sei, dass die Botschaft vorsichtiger Lockerungen in einigen Ländern zu "Öffnungsdiskussionsorgien"geführt habe. Dies erhöhe das Risiko eines Rückfalls sehr stark.

Demnach mache sich die Kanzlerin offenbar größte Sorgen, dass sich die gute Entwicklung bei den Neu-Infektionen wieder umkehre, weil sich zu wenige Menschen an die Kontaktbeschränkungen halten würden. Eine Diskussion über Lockerungen sei nicht hilfreich.

Lockerungen ab heute - Das ändert sich

Ab Montag werden viele der vor wenigen Wochen verhängten Maßnahmen zur Verlangsamung von Corona-Infektionen teils wieder aufgehoben. Manche Geschäfte dürfen ihre Türen öffnen, das öffentliche Leben nimmt wieder an Fahrt auf. Doch nicht alle Bundesländer verfahren gleich:

  • Geschäfte mit einer Größe von bis zu 800 Quadratmetern dürfen ab Montag unter bestimmten Auflagen wieder öffnen (in Bayern erst ab dem 27. April). Gleiches gilt für Läden in Einkaufszentren. Für Buchhandlungen, Auto- und Fahrradhändler gilt diese Einschränkung nicht.
  • Restaurants, Cafés etc. können auch weiterhin offen haben, dürfen aber nur Speisen zum Mitnehmen verkaufen. Auch Eisdielen dürfen ihre Türen weiterhin öffnen, müssen aber sicherstellen, dass nichts vor Ort oder im Umkreis des Geschäfts verzehrt wird. Eis darf nur im Becher verkauft werden.
  • Bibliotheken, Autokinos und Archive dürfen ab Montag ebenfalls wieder geöffnet haben. Alle anderen Freizeit- und Kultureinrichtungen (darunter Fitnessstudios, Freizeitparks, Museen, Kinos, Theater etc.) sowie Friseurläden, Bars und Clubs bleiben geschlossen.
  • Eine Maskenpflicht gibt es mit Ausnahme von Sachsen und bestimmten Städten und Kreisen derzeit nicht. Dennoch deutet sich in dieser Hinsicht eine Verschärfung an: Inzwischen plädieren immer mehr Politiker für eine Maskenpflicht im öffentlichen Leben.

Die bisherigen Kontaktbeschränkungen bleiben bis zum 3. Mai bestehen. Ausnahmen gelten für Familien und häusliche Gemeinschaften.

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