Studie: Von Trump gepriesenes Malaria-Mittel verschlimmert Covid-19

Auf ihm lagen Hoffnungen, den Verlauf von Covid-19 zu mildern – doch nach einer jüngsten Studie zeigt das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin keinen positiven Effekt auf Erkrankte. Eher ist das Gegenteil der Fall: Bei Patienten, die das Mittel erhielten, gab es sogar eine höhere Sterblichkeitsrate als in der Vergleichsgruppe.

Das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin verschlimmert offenbar Covid-19
Das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin verschlimmert offenbar Covid-19Foto-Quelle: pixabay

Ergebnisse der Studie von Forschern des Dorn Research Institute in Columbia, South Carolina, wurden am Dienstag veröffentlicht, sie sind allerdings noch nicht von unabhängigen Experten geprüft. Die Wissenschaftler untersuchten Hydrpxychloroquin als Mono- und als Kombinationstherapie mit Azithromycin.

Drei Gruppen unter Probanden

Sie hatten rückblickend die Daten von 368 männlichen Covid-Patienten ausgewertet, die bis 11. April in Krankenhäusern für US-Veteranen behandelt worden waren. Von den Patienten bekamen 97 Hydroxychloroquin, 113 zusätzlich das Antibiotikum Azithromycin, 158 Patienten keinen der beiden Wirkstoffe.

Meiste Todesfälle in Hydroxychloroquin-Gruppe

In der Hydroxychloroquin-Gruppe gab es 27 Todesfälle (27,8 Prozent), wie "apotheke-adhoc.de" berichtet. 25 Todesfälle (22,1 Prozent) waren es in der Kombinationsgruppe und 18 Todesfälle (11,4 Prozent) in der Gruppe ohne Hydroxychloroquin. Eine mechanische Beatmung musste demnach bei 13,3 Prozent der Hydroxychloroquin-Gruppe, bei 6,9 Prozent der Kombinationsgruppe und bei 14,1 Prozent der Gruppe ohne Wirkstoff vorgenommen werden.

Forscher mahnen vor voreiligem Einsatz

Der Grund für das höhere Sterberisiko in der Hydroxychloroquin-Gruppe ist unklar. Die Forscher mahnten, wie wichtig es ist, die Ergebnisse laufender prospektiver, randomisierter, kontrollierter Studien abzuwarten, bevor diese Medikamente in großem Umfang eingesetzt werden.
Es laufen derzeit noch größere Studien zur Verwendung des Medikaments. Deren Ergebnisse liegen erst später vor.

Trump pries Mittel

US-Präsident Donald Trump hatte das Malaria-Mittel im März bereits als potenzielles Heilmittel gegen das Coronavirus gehandelt und sich für den Einsatz des Wirkstoffs Chloroquin eingesetzt. In Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin könne das „einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein“, warb er damals ungeachtet dessen, dass es noch keine belastbaren Beweise für die Wirksamkeit des Medikaments bei Covid-19-Patienten gibt.

Dazu kommt, dass Hydroxychloroquin schwere Nebenwirkungen auslösen kann.

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