Pflanzen in der Krebstherapie

Eine Krebsdiagnose ist immer ein großer Schock, führt sie dem Menschen doch die eigene Sterblichkeit vor Augen. Dementsprechend sind die Hoffnungen, die in die Medikamente gegen diese Krankheit gesetzt werden. Von der modernen Medizin werden Mittel für die Chemotherapie erwartet, die in jahrelanger Laborarbeit entwickelt wurden und dem Tumorwachstum ein Ende setzen. Was viele Menschen nicht wissen: Bei einigen Krebsarten werden auch pflanzliche Wirkstoffe zur medizinischen Therapie eingesetzt.

Pflanzen in der Krebstherapie
Pflanzen in der KrebstherapieFoto-Quelle: Bild von Bishnu Sarangi auf Pixabay

Eine Krebsdiagnose ist immer ein großer Schock, führt sie dem Menschen doch die eigene Sterblichkeit vor Augen. Dementsprechend sind die Hoffnungen, die in die Medikamente gegen diese Krankheit gesetzt werden. Von der modernen Medizin werden Mittel für die Chemotherapie erwartet, die in jahrelanger Laborarbeit entwickelt wurden und dem Tumorwachstum ein Ende setzen. Was viele Menschen nicht wissen: Bei einigen Krebsarten werden auch pflanzliche Wirkstoffe zur medizinischen Therapie eingesetzt. Dabei handelt es sich keineswegs um esoterische Heilversprechen, sondern um den aktuellen Stand der Wissenschaft. Während neuartige Krebstherapien häufig durch astronomische Kosten bei eher geringem Nutzen das Gesundheitswesen belasten, sind pflanzliche Wirkstoffe in der Regel zu einem deutlich geringeren Preis erhältlich. In einigen Fällen sind sie synthetischen Alternativen also durchaus vorzuziehen.

Hanf

Cannabis und Hanfextrakte werden genau genommen nicht zur Bekämpfung des Krebses selbst verordnet. Es wird zwar auch untersucht, ob sie sich positiv auf einige Tumorarten auswirken könnten. In erster Linie werden sie aber eingesetzt, um die Nebenwirkungen vieler Krebstherapien zu bekämpfen. Unter anderem wird der Inhaltsstoff CBD eingesetzt, der gegen Übelkeit im Rahmen einer Chemotherapie helfen soll. CBD ist verwandt mit Botenstoffen, die natürlicherweise im Körper vorkommen, und wirkt über das sogenannte Endocannabinoidsystem. Dabei ist eine Vielzahl von Mechanismen bekannt, über die er biologische Vorgänge beim Menschen beeinflussen kann. Für seine Wirkung gegen Übelkeit ist aber wohl die Interaktion mit Serotoninrezeptoren verantwortlich.

Eibe

Schon 1971 wurde aus der Rinde der Pazifischen Eibe die Substanz Paclitaxel isoliert, die im Laborversuch die Vermehrung von Krebszellen hemmte. Einer breiten Anwendung stand allerdings zunächst die aufwendige Gewinnung im Wege: Für ein Gramm des Wirkstoffs mussten ein Dutzend ausgewachsene Bäume gefällt werden. Heute wird der Stoff teilsynthetisch aus den Nadeln der Europäischen Eibe gewonnen. Zum Einsatz kommt er unter anderem bei Brustkrebs sowie bei bestimmten Tumoren der Bauchspeicheldrüse oder der Bronchien. Paclitaxel ist auf der Liste unentbehrlicher Arzneimittel der WHO enthalten.

Chinesischer Glücksbaum

Der chinesische Gücksbaum kommt im Süden Chinas vor allem im Hochland vor. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um einen unscheinbaren Laubbaum, aber seine Blätter, seine Rinde und seine Wurzeln enthalten ein Alkaloid namens Camptothecin. Es hemmt im Körper Enzyme, die für die Zellteilung notwendig sind, und kann so das Tumorwachstum verlangsamen. Allerdings kommt es in seiner natürlichen Form nicht zur Anwendung, da es verschiedene unerwünschte Eigenschaften aufweist. Aus Camptothecin werden aber durch chemische Umwandlung die beiden Wirkstoffe Irinotecan und Topotecan hergestellt. Irinotecan wird vor allem bei Darmkrebs angewandt, Topotecan kommt bei verschiedenen Krebsarten als Sekundärtherapie zum Einsatz, wenn andere Therapieformen keine Wirkung zeigen.

Madagaskar-Immergrün

Das Madagaskar-Immergrün ist hierzulande vor allem als Zierpflanze bekannt. Das Gewächs, das ursprünglich aus den Tropen stammt, enthält aber eine Gruppe von Alkaloiden, denen eine besondere Bedeutung in der Krebstherapie zukommt. Gleich zwei von ihnen, Vinblastin und Vincristin, werden als Zytostatika eingesetzt. Sie hemmen die Zellteilung und werden in Kombination mit anderen Therapeutika eingesetzt, um das Tumorwachstum zu hemmen. Außerdem werden mehrere modifizierte Formen des Vinblastins angewendet. Wie auch künstlich hergestellte Mitosehemmer haben die Alkaloide des Madagaskar-Immergrüns schwere Nebenwirkungen und können das Erbgut schädigen.

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