Wie kann ich meine Augen vor Altersblindheit schützen?
Wie kann ich meine Augen vor Altersblindheit schützen?Foto-Quelle: Bild von Free-Photos auf Pixabay
Wie kann ich meine Augen vor Altersblindheit schützen?

Sie ist die häufigste Ursache für Altersblindheit: die altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD. Früh erkannt und behandelt lässt sich der Verlust der Sehkraft noch lange aufhalten. Das Ziel lautet Unabhängigkeit bis ins hohe Alter.

Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland kennen das: Die Buchstaben verzerren sich beim Lesen, die Mitte des Sichtfeldes wird unscharf, Farben verlieren an Brillanz. Schuld daran ist die sogenannte altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Solange nur ein Auge betroffen ist, kann das gesunde Auge die schwächer werdende Sehleistung kompensieren, die Veränderungen bleiben unbemerkt. Sind beide Augen betroffen, treten die genannten Symptome vermehrt auf.

Altersabhängige Makuladegeneration gibt es in zwei Formen: Bei der trockenen AMD werden Teile der Netzhaut und Makula durch Stoffwechselablagerungen zerstört. Bei der feuchten AMD bilden sich neben den Ablagerungen zudem kleine Blutgefäße, die Flüssigkeit absondern. Diese austretende Flüssigkeit zerstört die Sehzellen dann unwiederbringlich. Die feuchte AMD ist auch weitaus aggressiver als die trockene Form und verläuft schneller. Anders als bei der trockenen AMD, die medizinisch nicht behandelbar ist, gibt es jedoch Therapiemöglichkeiten. Wirkstoffe werden direkt in das Auge injiziert und verhindern die Neubildung der schädigenden Blutgefäße. Bereits angesammelte Ablagerungen können sich sogar zurückbilden.

Vorsorge ist oberstes Gebot

Um die langfristigen Folgen der AMD, also eine Erblindung, möglichst lange aufzuhalten, muss die Krankheit früh entdeckt werden. Deshalb ist es ratsam, ab einem Alter von 50 Jahren regelmäßig zur augenärztlichen Vorsorge zu gehen.
Darüber hinaus kann jeder im täglichen Leben einige Dinge tun, um sein Augenlicht vor AMD zu schützen: Risikofaktoren wie Rauchen, starkes UV-Licht und eine unausgewogene Ernährung können eine AMD negativ beeinflussen. Bei Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist es für das Sehvermögen sinnvoll, den Blutdruck und Blutzucker konstant gut einzustellen. So wird die Versorgung der Netzhaut auch weiterhin gewährleistet.

Alltag bestehen trotz Sehverlust

Hat eine AMD bereits zu Seheinschränkungen geführt, können viele kleine und große Helfer den Alltag erleichtern.

1. Licht und Kontraste:
Gutes Licht kann die Sehleistung erheblich verbessern, die richtige Beleuchtung sieht aber für jeden anders aus. „Wichtig ist, selbst auszuprobieren, welche Lichttemperatur, also ,warmes‘ oder ,kaltes‘ Licht, am besten funktioniert und ob die Lampe zu den Bedürfnissen passt“, rät die Leiterin des Arbeitskreises Hilfsmittel bei der Selbsthilfevereinigung PRO RETINA, Petra Haurand. Auch das Setzen von Kontrasten kann eine große Hilfe sein. Stellt man etwa zu Hause oder im Restaurant farbige Tischdecken oder Platzsets unter weißes Geschirr und die Gläser, setzen die sich deutlich besser ab. Farbiges Klebeband rundum weiße Lichtschalter hilft ebenfalls bei der Erkennung. Es gilt: individuell ausprobieren, welche Farben und Hilfsmittel sich im Alltag am besten eignen.

2. Lupen und Vorlesegeräte:
Lesen gehört zum alltäglichen Leben dazu. Es gibt eine Vielzahl an analogen und elektronischen Lesehilfen, die je nach Beeinträchtigung zum Einsatz kommen können. Das Angebot reicht von einfachen Handlupen über Bildschirmlesegeräte bis zur smarten Kamera OrCam, die sich an einem Brillenbügel befestigen lässt und dann Texte vorliest sowie Produkte und Personen erkennt.

3. Küchenhelfer:
Kleine erhabene Klebepunkte an den Herdknöpfen und der Waschmaschine können den Umgang mit Haushaltsgeräten deutlich erleichtern. Eine Küchenwaage mit Sprachausgabe oder die sprachgesteuerte Mikrowelle sind ebenfalls sehr praktisch.

4. Telefon und Computer:
Markierungspunkte lassen sich auch auf den Kurzwahltasten des Telefons platzieren, ein Gerät mit besonders großen Tasten erleichtert zusätzlich den Umgang. Einige Festnetztelefone verfügen sogar über eine Sprachsteuerung. Auf die Computernutzung muss ein sehbehinderter Mensch dank Sprachsteuerung und barrierefreien Internetanwendungen ebenso nicht verzichten.

Die Experten von der gemeinnützigen Organisation AMD-Netz raten Betroffenen darüber hinaus, an der Schulung in Lebenspraktischen Fähigkeiten (LPF) teilzunehmen. Dort erhalten sie Tipps für den Alltag und lernen, wie sie sich optimal auf die Herausforderungen der abnehmenden Sehkraft einstellen.

1 Kommentar

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wize.life-Nutzer
Dreimal operiert und dann der Bericht des Arztes, Ihre Sehnerven sind zu schwach.
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