Offizielles Plakat der "Zukunft schmeckt"-Kampagne
Offizielles Plakat der "Zukunft schmeckt"-KampagneFoto-Quelle: BVE
Die Zukunft schmeckt nachhaltig

Geschmackvoll, gesund – und vor allem nachhaltig: so soll unsere künftige Ernährung sein. Das kreative Konzept für eine bessere Lebensmittelproduktion, die genau das ermöglicht, haben die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Lebensmittelverband Deutschland jetzt gemeinsam mit ihren Mitgliedern und Partnern entwickelt. Unter dem Motto „Wie schmeckt die Zukunft“ präsentieren sie diesen Ansatz am 20. und 21. Januar auf der „Grünen Woche“ in Berlin der Öffentlichkeit.

Die „digitale Grünen Woche“ in Berlin 2021 bildet den Startschuss für eine deutschlandweite „Roadshow“ unter dem Titel: „Zukunft schmeckt - on Tour“! Dabei dokumentieren die Ernährungsverbände in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern aus Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, Handel und Gastronomie die Führungsrolle der Lebensmittelbranche in Sachen Nachhaltigkeit. Ob Klimaschutz, pflanzliche Alternativen, nachhaltige Produktion, Vermeidung von Lebensmittelverlusten oder Ernährungstrends - an konkreten Beispielen werden aktuelle gesellschaftliche Debatten aufgegriffen und deren Umsetzung in den Unternehmen dargestellt. Als Partner und kritischer Begleiter ist das Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten/Herdecke mit dabei. Das geschieht coronabedingt virtuell, kann damit aber von jedem Ort der Welt live und gratis verfolgt werden kann. Abschluss der Tour wird die Anuga in Köln im Oktober darstellen.


Der offizielle Trailer zu "Zukunft schmeckt" 2021

„Mit unserer Tour ‚Zukunft schmeckt’ möchten wir der Öffentlichkeit zeigen, wie innovativ und nachhaltig die Lebensmittelwirtschaft in Deutschland arbeitet“, sagt Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer Lebensmittelverband und BVE. „Dazu besuchen wir im Laufe des Jahres 2021 ein Dutzend Mitgliedsunternehmen im Norden, Westen, Osten und Süden des Landes, die wir für ihre innovativen Ideen für mehr Nachhaltigkeit auszeichnen.“

Unterwegs zu aktuellen Nachhaltigkeitsprojekten

Auf die Reise zu den Unternehmen machen sich die Verbände mit einem Airstreamer-Wohnmobil, das zu einem Fernsehstudio umgebaut ist. Unterwegs berichten sie via Livestream von aktuellen Nachhaltigkeitsprojekten. Nachhaltig hat dabei viele verschiedene Dimensionen: Präsentiert werden Unternehmen, die ihren Einkauf komplett auf nachhaltige Rohstoffe umgestellt haben, erfolgreich gegen Lebensmittelverluste begrenzen oder Kunststoffverpackungen durch Papieralternativen ersetzen.

Viele pflanzliche und vegane Produktalternativen werden ebenfalls eine Rolle spielen, ebenso wie Aspekte einer gesunden Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter. Beleuchtet werden zudem aktuelle Ernährungstrends wie klimafreundliche Ernährung, Reformulierung von Rezepten sowie die Frage, ob Fleischalternativen wirklich alternativlos sind und welche Rolle Fleisch und Cultured Meat in Zukunft spielen.

Mehr Informationen und damit mehr Transparenz über die Lebensmittel sind dringend erforderlich: Mehr als 170.000 Produkte stehen den Kundinnen und Kunden heute zur Auswahl. Pro Jahr kommen rund 40.000 neue Produkte auf den Markt, von denen sich gut 13.000 über zwei Jahre hinaus behaupten.

Zum Start der Tour haben interessierte Bürger bereits die Gelegenheit, in sechs halbstündigen Sendungen hautnah zu erleben, wie die Ernährung der Zukunft aussehen kann und welche nachhaltigen Innovationen die beteiligten Unternehmen vorstellen. Das Spektrum der Teilnehmer reicht dabei vom Handwerksbetrieb, über Startups bis zu weltweit tätigen Großunternehmen.

Dazu wird es neben Talkrunden mit Unternehmensvertretern, Experten, Politikern und auch Kritikern bei den meisten Stationen auch digitale Mitmach-Events geben, wie z. B. eine Kochshow, bei der die Zuschauer direkt mitkochen können. Die besonderen Produkte unserer Mitglieder werden als „Zukunft schmeckt“-Testpakete im Vorfeld verlost.

Die gesamte Tour wird corona-bedingt unter besonderen Hygienebedingungen stattfinden. Das heißt vorwiegend unter freiem Himmel im Freien, mit nur wenigen Beteiligten vor Ort, Luftfiltern, Schnelltest und verpflichtenden FFP2-Masken. Selbstverständlich werden die Stationen nur dann angefahren werden, wenn kein Lockdown verordnet wurde.

Zentrale Plattform ist die Webseite www.zukunftschmeckt.de – hier werden alle Tour-Termine angekündigt, Beteiligungsformate ausgelobt und auch die Livestreams stattfinden.

Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe

Für Philipp Hengstenberg, dem Präsidenten des Lebensmittelverbandes Deutschland, bleibt „Nachhaltigkeit immer eine Gemeinschaftsaufgabe, in der die verlässliche Versorgung der Menschen weltweit mit sicheren und hochwertigen Lebensmitteln“ eine zentrale Rolle spiele. Hengstenberg: „Eine ausgewogene Ernährung ist für uns alle lebenswichtig.“

Dr. Christian von Boetticher, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, sieht noch einen weiteren Aspekt: „Eine nachhaltige Lebensmittelproduktion sichert nicht nur die Produktionsgrundlage und die Versorgung der Menschen, sondern auch die wirtschaftliche Grundlage von Unternehmen und Arbeitnehmern über Generationen hinweg. Wir wollen eine nachhaltige Lebensmittelproduktion rentabel und damit auch bezahlbar machen.“

Unterstützt und begleitet wird die Kampagne vom Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung. Deren Vertreter Hans-Günter Trockels unterstreicht in seinem Statement die Relevanz des Themas: „Insbesondere aufgrund der vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in unserer Branche ist es wichtig, dass Unternehmen und Wissenschaft gemeinsam handhabbare Lösungen entwickeln, die nachhaltige Fortschritte etwa beim Klimaschutz, Wasserverbrauch, Arbeitsschutz, Umsetzung eines Code of Conduct messbar und sichtbar machen.“

Nachhaltigkeit sei ein Dreiklang, sagt Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie: „Als der größte systemrelevante Industriezweig Deutschlands strebt die Ernährungsindustrie demnach nicht nur nach einem generationengerechten Umweltfußabdruck und wirtschaftlicher Stabilität, sondern auch nach sozialer Nachhaltigkeit, sicheren Arbeits- und Ausbildungsplätzen.“

8 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Wenn die Politik sich da reinhängt ist der "Totalschaden" schon vorprogrammiert.

Gemessen an den Kochshows, Küchentalks und Food-Blogs, die sich im TV und in den Social-Media-Kanälen inflationär verbreitet haben, könnte man ja denken, wir Deutschen entwickeln uns allmählich zu einem Volk der Gourmets und Genussköchen.

Tatsächlich aber läuft der Trend komplett in die entgegengesetzte Richtung: Weg von frisch zubereitetem Essen und hin zu industriell produzierten Fertiggerichten und Lebensmitteln, die ich eher als Sterbemittel bezeichnen würde.

Oder wundert sich noch jemand, warum durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten provozierte Allergien und deren Folgeerkrankungen ständig zunehmen? Eine gesunde ausgeglichene Ernährung favorisieren zwar die meisten Menschen – doch leider nur in Meinungsumfragen.

Die Realität sieht anders aus: Mehr als zwölf Prozent der Deutschen nehmen niemals einen Kochlöffel in die Hand. Über ein Drittel kocht, wenn es hoch kommt, zwei Mal in der Woche. Und während die Promiköche in der Glotze um die Wette witzeln, schaufelt sich eine zunehmende Zahl der Zuschauer offensichtlich Tiefkühlpizza und Fertigfutter aus der Mikrowelle rein oder lässt sich das Fastfood durch unterbezahlte Kuriere vom Lieferservice nach Hause bringen.

Fast noch mehr nervt mich, dass man heute übers Essen nur noch in hysterischen Extremen reden kann.

Auf der einen Seite wird in immer kürzeren Abständen ein neuer modischer Ernährungstrend nach dem anderen durchs mediale Dorf getrieben – Low Carb, makrobiotisches Functional Food, Superfood, Clean Eating, Paleo, wie in der Steinzeit, oder noch besser, gleich in Pulver- oder Pillenform mit plakativen Gesundheits- und Hochleistungsversprechen.

Auf der anderen Seite verstricken sich Veganer, Vegetarier, Flexitarier oder auch Old-School-Fleischfresser immer weiter in wahren Glaubenskriegen.

Es gibt nur noch Gut oder Böse, Schwarz oder Weiß, aber vor allem eine Menge Ratlosigkeit darüber, was man überhaupt noch essen darf. Esst endlich wieder normal!

Lasst uns doch mal etwas entspannt und sachlich besprechen, wie es mit unserer Ernährung weitergehen soll. Und anstatt uns gegenseitig die Ohren mit skurrilen bis ideologischen Debatten zu verstopfen, sollten wir wieder lernen, auf unseren Körper zu hören, der uns ziemlich genau erzählen kann, was er gerade braucht und was nicht.

FAZIT:Lernt Euren Kindern und Enkeln den richtigen Umgang mit Qualitätslebensmittel, also lernt ihnen genußreiches kochen, weg von den "Industrielebensmitteln, die gehören in die Tonne.

…wenn ihr es nicht könnt, weil Eure Eltern es auch nicht konnten, dann sollte man Kochen wieder in den Lehrplan aufnehmen.
wize.life-Nutzer
Ja man sollte Kochen, und andere Fächer, wieder in den Lehrplan aufnehmen. Da geb ich vollkommen recht.
Es ist aber so, das da von Seiten der Politik kein Interesse besteht. Was den Politiker heute vorschwebt, sind Menschen, die man leichter formen kann. In den Schulen wird nur noch das gelehrt , was der Industrie dienlich ist. Da kann man keine Menschen mehr gebrauchen, die nachdenken können, die auch mal Dinge in Frage stellen können.
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wize.life-Nutzer
Wie soll die Zukunft nachhaltig schmecken, wenn es immer noch Massentierhaltung gibt, die nicht ausreichend kontrolliert wird? Ich bin kein Vegetarier, aber die Preise für Fleisch in den Supermärkten sind einfach nicht akzeptierbar . Es ist zu billig! Im Moment werden die Bauern ihreTiere nicht los (Pandemie).
Nachhaltig? Unsere Äcker sind seit zig Jahren überdüngt....
Unsere Landwirtschaftsminister haben kaum Ahnung von den Dingen. Profit steht nach wie vor an erster Stelle. Geld kann man nicht essen!!!
Ich war einmal vor Jahren auf der grünen Messe....alles wird schön gemacht und schön gezeigt. Die Wirklichkeit ist eine andere!
Vor vielen Jahren habe ich Geflügelzucht gelernt und auch in anderen Ställen gearbeitet.
Die Landwirtschaft hat mich nie losgelassen.
Es hat sich alles zum Nachteil verändert, zum Nachteil für die Tiere und unserer Landschaft! Mais und Raps weit und breit..... wofür????
Ich äußere mich selten zu Themen, aber "nachhaltig" kann ich nicht nachvollziehen.
wize.life-Nutzer
Danke für Deinen umfassenden Kommentar Franziska. Da hast Du mit vielem Recht! Aber man sollte den guten Willen auch nicht in Grund und Boden verdammen, sondern darf sich auch freuen, wenn wenigstens ein Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit entsteht.
wize.life-Nutzer
Danke Heiner. Das Bewußtsein ist vieler Ortens schon da. Ich weiß es, aber es fehlt an der schnelleren Durchsetzung und das kann nur durch die Politik geschehen. Dort rührt sich seit Jahren nichts oder zu wenig und nur halbherzig. Ein Beispiel: das Küken töten, ab 2022, warum nicht sofort? Warum brauchen wir ein Tierschutzgesetz, dass sehr oft nicht eingehalten wird.
Sorry, aber diese Themen sind für mich ein rotes Tuch...
wize.life-Nutzer
Auch das hast Du mit den Küken völlig recht. Aber ich finde es wichtig, dass es mehr nachhaltige Angebote gibt und die Menschen das wissen. Denn jeder Einzelne trägt mit seinem Konsum die Verantwortung - nicht nur die Politik. Hundefutter zum Beispiel wird äußerst selten nachhaltig hergestellt. Achtest Du bei Deinen Einkäufen konsequent auf nachhaltige Produktion und Gemeinwohlinteressen? Hast Du Dich schon mal mit der Gemeinwohlökonomie (https://de.wikipedia.org/wiki/Gemein...3%96konomie) befasst? Es gibt so vieles, was jeder Verbraucher tun kann. Je mehr Nachhaltigkeit wir nachfragen, desto mehr wird auch produziert. Das regelt der Markt und nicht die Politik. Statt das Thema als rotes Tuch zu betrachten, könntest Du auch einen differenzierteren Blick darauf werfen und danach handeln und Dein Umfeld dazu animieren das ebenso zu tun - sofern Du das als Kritikerin der Zustände nicht ohnehin schon machst!
wize.life-Nutzer
So sehe ich das auch
und handele danach. HEINER SIEGER
Das Handeln JEDES EINZELNEN ist gefragt.
ANGEBOT UND NACHFRAGE!
wize.life-Nutzer
Heiner,ich achte auf meinen Einkauf. Gurken und Tomaten im Winter müssen nicht sein, nur ein Beispiel. Bei mir gibt es jahrerszeitliches Gemüse. Das habe ich sehr früh gelernt. Ich koche selbst und gerne.
Mein Hund bekommt kein Dosenfutter.
Sicher hängt vieles von der Nachfrage ab und vom Umdenken, dennoch ist meiner Meinung nach die Politik gefragt, denn sie bestimmt die Gesetze.
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