Schlafapnoe als ernstes Gesundheitsrisiko
Schlafapnoe als ernstes GesundheitsrisikoFoto-Quelle: Bild von Claudio_Scott auf Pixabay
Schlafapnoe als ernstes Gesundheitsrisiko

Was ist Schlafapnoe?

Bei der Krankheit Schlafapnoe verhält sich der Körper während des Schlafens nicht so, wie er sollte. Genauer gesagt, setzt die Atmung währenddessen immer wieder kurz aus, da die Luftzufuhr zur Lunge für zehn Sekunden oder mehr unterbrochen wird – und oft mehrmals pro Stunde. Durch den Stopp der Sauerstoffzufuhr wird dem Körper ein Alarmzustand gemeldet, was ein sogenanntes „Arousal“ auslöst, bei dem der Körper hochschreckt und nach Luft schnappt (oft von den Betroffenen unbemerkt). Die Folge: es kommt im schlimmsten Fall zu keinen Tiefschlafphasen, es findet also kein erholsamer Schlaf statt. Zudem werden Herz und Lunge stark belastet.

Welche Symptome treten bei Schlafapnoe auf?

Symptome, die bei Schlafapnoe auftreten, sind durch die ständig unterbrochenen Tiefschlafphasen zum Beispiel Tagesmüdigkeit und damit einhergehend Reizbarkeit und mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Ein häufiges Merkmal von Betroffenen ist nächtliches Schnarchen – allerdings leiden nicht alle Schnarcher an Schlafapnoe. Häufig deuten auch morgendliche Kopfschmerzen oder ein trockener Hals und Mund am Morgen auf eine Schlafapnoe hin. Auch Depressionen und Angstzustände sowie die Neigung zum Schlafen tagsüber können Anzeichen für eine solche Schlafstörung sein und sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden, um Folgeerkrankungen und gefährliche Situationen zu vermeiden.

Kann Schlafapnoe lebensgefährlich werden?

Ja, Schlafapnoe kann durchaus lebensgefährlich werden. Kurzfristig können vor allem die verminderte Konzentrationsfähigkeit und die Müdigkeit zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Häufig kommt es bei betroffenen Personen aufgrund der Müdigkeit zu Sekundenschlaf, der etwa beim Autofahren tödlich enden kann. Langfristig gesehen erhöht sich durch die Belastung des Herzens und der Lunge die Gefahr von Schlaganfällen und Herzinfarkten. Nicht jeder Schnarcher hat Schlafapnoe, aber auch nicht jeder mit dieser Erkrankung schnarcht.

Was sind die Folgen einer fehlenden Behandlung?

Erfolgt trotz Schlafapnoe keine Behandlung, kann es neben den genannten gefährlichen Situationen auch zu ernsthaften Folgeerkrankungen kommen. Dazu gehören beispielsweise Herzkreislauf-Beschwerden, das erhöhte Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden sowie Herzinsuffizienz. Auch die Psyche der Betroffenen leidet unter dem ungesunden Schlaf und reagiert häufig mit Depressionen und Angstzuständen. Die ständige Erschöpfung und Depression sorgt auch für eine sexuelle Unlust sowie in vielen Fällen für Gewichtszunahme, was wiederum die Schlafapnoe verschlimmern kann.

Wie erkenne ich, dass ich betroffen bin?

Wer an sich eine der oben genannten Symptome bemerkt, sollte das eigene Schlafverhalten und auch den eigenen Zustand tagsüber genauer unter die Lupe nehmen. Eventuell gibt es auch einen Partner oder eine Partnerin, die unregelmäßiges nächtliches Schnarchen oder Atemaussetzer bemerkt hat. Besteht der Verdacht auf eine Schlafapnoe, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Nach einer Abklärung der Krankengeschichte kann dann in einem Schlaflabor festgestellt werden, ob es sich um eine Schlafapnoe handelt, um im Anschluss die Therapiemöglichkeiten durchzugehen.

Welche Schlafapnoe Therapie gibt es?

Die gute Nachricht: Schlafapnoe ist in der Regel gut behandelbar. Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten für eine Schlafapnoe Therapie. In vielen Fällen hat sich zum Beispiel der Einsatz einer sogenannten Schnarchschiene bewährt, die dafür sorgt, dass die Sauerstoffzufuhr von den Atemwegen in die Lunge in der Nacht nicht unterbrochen wird. Auch eine kontinuierliche Überdrucktherapie hat sich als sehr effektiv erwiesen – hier atmen Betroffene nachts durch eine Schlaftherapiemaske, die die erschlaffte Muskulatur im Schlundbereich unterstützt und so einen ungehinderten Luftstrom ermöglicht. In seltenen Fällen, in welchen die Ursachen durch besondere körperliche Gegebenheiten auftreten, können operative Behandlungen notwendig sein.

Schlafapnoe – ernstzunehmende, aber therapierbare Erkrankung

Das Problem der Schlafapnoe bleibt häufig unerkannt. Betroffene leiden meist an Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und Gereiztheit – auch ernste Folgeerkrankungen sind möglich. Ist die Krankheit erst erkannt, gibt es effektive Therapiemöglichkeiten.

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