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Ein kleiner Stich in regelmäßigen Abständen bewahrt Patienten mit einer feuchten AMD vor AltersblindheitFoto-Quelle: Credit: Pixabay https://pixabay.com/de/photos/spritze-impfung-injektion-impfstoff-5917297/
Keine Angst vor der Spritzentherapie bei feuchter AMD

Feuchte Makuladegeneration: Keine Angst vor Spritzentherapie

Es gibt eine sichere Therapie gegen drohende Altersblindheit. Eine gezielt gesetzte Spritze direkt in den Augapfel kann das Voranschreiten einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration aufhalten. Das klingt schlimm, ist es aber nicht.
Etwa zehn Sekunden dauert der eigentliche Eingriff. Für Dr. Daniel Handzel ist die Spritzentherapie gegen eine feuchte altersabhängige Makuladegeneration, kurz fAMD, Routine. Aber er weiß, dass es sich für seine Patienten erst einmal beängstigend anhört: eine Spritze direkt in den Augapfel. „Es ist ein Stich mit einer sehr dünnen Nadel, ähnlich der Nadel, die Diabetiker nutzen, um sich selbst zu spritzen“, kann der Augenarzt aus Fulda beruhigen. „Bislang habe ich es noch nicht erlebt, dass jemand die Therapie ablehnt.“ Schließlich ist sie für die Betroffenen die einzige Möglichkeit, den voranschreitenden Sehverlust aufzuhalten.

Einzig wirksame Behandlung

Schuld an den schlechter werdenden Augen sind zunächst Ablagerungen von Stoffwechselprodukten hinter der Netzhaut. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung eines Botenstoffes, der dafür sorgt, dass weitere Blutgefäße in diesem Bereich gebildet werden. Allerdings sind diese wuchernden Gefäße nicht stabil. Flüssigkeit entweicht, sammelt sich in und unter der Netzhaut an und führt zu Schwellungen. „Das ist fatal für die Funktion des Auges“, so Handzel.

Wer trotz feuchter AMD noch lange seine Sehfähigkeit behalten möchte, muss r ...
Wer trotz feuchter AMD noch lange seine Sehfähigkeit behalten möchte, muss regelmäßig zu seinem Augenarzt gehenFoto-Quelle: Credit: Pexels https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-sitzung-tablet-zuhause-8949840/

Diese Vorgänge finden genau im Zentrum des scharfen Sehens, der Makula, statt. Ohne Therapie ist der Schaden nicht mehr abzuwenden: Die Sehzellen sterben nach und nach ab. Ein grauer Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes entsteht, Lesen und Erkennen von Gesichtern wird unmöglich. Mit einer frühzeitigen Therapie lässt sich diese Entwicklung jedoch aufhalten. „Der gespritzte Antikörper ist in der Lage, den Botenstoff abzufangen, sodass alles wieder im normalen Bereich abläuft“, erklärt Handzel. „Die Schwellungen gehen ebenso zurück wie die Gefäßneubildungen.“

Regelmäßige Kontrolle

Eine feuchte AMD ist chronisch, das schärft der Facharzt auch seinen Patienten ein: „Die Erkrankung wird leider nicht weggehen.“ Von ihrer Therapietreue hängt der Erfolg der Behandlung ab. Wie groß die Abstände zwischen den Behandlungen ist, variiert von Fall zu Fall. „Manche haben das Glück, Monate oder gar Jahre nicht behandelt werden zu müssen. Andere müssen regelmäßig gespritzt werden“, so die Erfahrung von Handzel.
Die Therapie beginnt für alle gleich. „Wir starten mit einer meist dreimonatigen sogenannten Aufsättigungsphase“, beschreibt der Experte sein Vorgehen. Dazu verabreicht er seinen Patienten alle vier Wochen eine Spritze. „Wenn wir keine Abschwellung erreichen, geht es im Monatsrhythmus weiter“, erklärt er. Wenn doch, spritzt er nur dann, wenn es nötig ist. „Das kontrollieren wir natürlich regelmäßig.“ Verschlechtert sich der Status wieder, passt der Mediziner erneut die Spritzenintervalle an.
Die Behandlung selbst ist ungefährlich. Wichtige Strukturen im Auge sind nicht in Gefahr. „Das messen wir genau vorher ab“, versichert Handzel und empfiehlt: „Es ist auf jeden Fall ratsam, zur Behandlung mit einer Begleitperson zu kommen, Autofahren geht auf gar keinen Fall. Die Begleitperson hilft auch bei eventueller Aufregung und Nervosität.“

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