So wichtig ist eine Patientenverfügung
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Patientenverfügung: 6 Fehler, die Sie auf keinen Fall machen sollten

Viele Menschen scheuen sich davor, eine Patientenverfügung zu verfassen - hat diese doch immer mit dem Fall der Fälle zu tun. Dabei ist es durchaus sinnvoll, sich in jedem Lebensabschnitt Gedanken über die eigene Patientenverfügung zu machen. Wir zeigen die häufigsten Gründe, die gegen das Verfassen der Verfügung angeführt werden. Und, warum diese Gründe eigentlich nicht gelten sollten.

1. Ich bin kein Fachmann - wie soll ich eine Patientenverfügung erstellen?

Um eine gültige Patientenverfügung zu erstellen, müssen Sie kein juristischer Fachmann sein. Vor allem anderen ist es wichtig, den eigenen Willen verständlich und schriftlich zu formulieren. Hierzu sollten Sie sich also im Vorhinein Gedanken machen. Welche Punkte in einer Patientenverfügung aufgeführt werden können und welche zwingend notwendig sind, finden Sie auf unserer Seite. Man sollte sich also nicht von juristischen Vorbehalten abschrecken lassen, das Erstellen einer Verfügung ist rechtlich sehr einfach.

2. Ich bin noch zu jung für eine Patientenverfügung!

Wer die Volljährigkeit erreicht hat, ist alt genug, um sich darüber Gedanken zu machen, was im Notfall geschehen soll. Hunderttausende Menschen in Deutschland verunglücken pro Jahr und kommen vollkommen unverhofft in die Lage, geschäftsunfähig zu sein. Deswegen gibt es kein "richtiges" Alter für die Patientenverfügung. Sicher, wir alle wollen nicht bereits in jungen Jahren in diese Lage kommen. Eine Absicherung ist jedoch Recht schnell erledigt und Sie sind dann auf der sicheren Seite.

3. Ich kann nicht kontrollieren, dass die Ärzte sich an meine Patientenverfügung halten!

Die Patientenverfügung kann das Gefühl von Kontrolle vermitteln

Das müssen Sie auch gar nicht, denn das macht das Betreuungsgericht im Falle Ihrer Geschäftsunfähigkeit. Solange Ihre Patientenverfügung keine Anweisungen enthält, die mit dem Gesetz im Konflikt stehen, sind Ärzte an Ihre Weisungen Ihre Person betreffend gebunden. Die Verfügung ist also verbindlich . Dies gilt auch für bestehende Verträge und den Willen Ihrer Angehörigen: Bei allen Situationen, die in der Verfügung geregelt sind, ist Ihr Wille ausschlaggebend, die Interessen Dritter sind nachrangig.

4. Im Ernstfall sollen meine Angehörigen entscheiden!

Damit Bürden Sie den Menschen, die Ihnen am Nächsten stehen, eine schwere Last auf. Denn abgesehen von der moralischen Komponente, über Leib und Leben eines anderen Menschen zu entscheiden, ist die Situation beim Fehlen einer Patientenverfügung nicht durch die Angehörigen alleine zu lösen, da Ihr "mutmaßlicher" Wille ebenso eine Rolle spielt wie das fachliche Urteil der Ärzte.

5. Die Ärzte werden am besten wissen, was zu tun ist!

Ein Gespräch mit Ärzten über die Patientenversicherung kann Unsicherheiten abbauen

Die Aufgabe von Ärzten ist es, Leben zu bewahren und zu erhalten, darauf haben sie einen Eid geschworen. Alle weiteren Entscheidungen obliegen Ihnen selbst. Hier können Ärzte zwar Rat geben und verschiedene Maßnahmen vorschlagen, alleine entscheidungsbefugt sind sie jedoch nicht.

6. Ich habe da so ein Standardformular unterschrieben, das sollte reichen!

Das wird es in keinem Fall. Denn nur Sie selbst wissen, wie Sie im Fall der Fälle behandelt und wie mit Ihnen umgegangen werden soll. Deswegen sollten Sie nicht einfach blind einem Vordruck vertrauen, sondern sich selbst Gedanken darüber machen, was im Fall Ihrer Geschäftsunfähigkeit für Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Mehr Informationen zum Thema "Patientenverfügung"

In unserem Themenspezial "Patientenverfügung: Zukunft selbst gestalten" finden sie alle wichtigen Informationen zum Thema:

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