Autoerotik - Gefährliche sexuelle Praktiken (z.B. Asphyxiation, Atemkontrolle)
Röntgenaufnahme, die ein Fragment einer Flasche (Flaschenhals, im Bild oberh ...
Röntgenaufnahme, die ein Fragment einer Flasche (Flaschenhals, im Bild oberhalb der Schambeinfuge) im Rektum eines Patienten zeigt.Foto-Quelle: Shakeeb A Khan, Christine A Davey, Shamsul A Khan, Peter J Trigwell and Srinivas Chintapatla unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/

In etwa 100 Menschen kommen in Deutschland jedes Jahr durch Selbstbefriedigung zu Tode. Die Dunkelziffer dürfte entsprechend höher liegen. Grund dafür sind extreme Praktiken, wie Strangulation, Elektroschocks oder eingeführte Gegenstände.

In Deutschland sterben jedes Jahr nach offiziellen Statistiken etwa 100 Personen durch sogenannte autoerotische Unfälle. Hierzu zählen unterschiedlichste sexuelle Praktiken wie z.B.

  • Asphyxiation
  • Atemkontrolle
  • Bondage
  • Elektroschocks
  • Eingeführte Gegenstände in den Rektalbereich
  • Harnröhrenstimulation
  • Masturbation mit Gegenständen

Die Todesumstände bei solchen autoerotischen Unfällen werden oft aus Schamgefühl verschwiegen oder sie werden schlichtweg nicht erkannt.

Laut Wikipedia gibt es mehrere Hinweise, die auf einen autoerotischen Zusammenhang hindeuten:

  • die Entblößung von Genitalien
  • pornografische oder Aktdarstellungen am Fundort
  • aufgestellte Spiegel zur Selbstbetrachtung
  • angelegte elektrische Kabel am Körper
  • das Vorhandensein von Knebelungen, Schnürungen, Fesselungen von Körperteilen
  • bei männlichen Opfern auch Damenkleidung in unmittelbarer Nähe oder in angelegter Form

Die häufigsten Todesursachen sind:

  • Penisverletzungen
  • Rektale Verletzungen
  • Strangulationen
  • Stromschläge

Eine der häufigsten Spielarten bei einem autoerotischen Unfall ist die Asphyxiation bzw. Atemkontrolle bei der Masturbation oder dem sexuellen LIebesspiel mit einem Partner. Der Hintergrund dieser Praktik, die Asphyxiophilie oder Hypoxyphilie genannt wird, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend erschlossen. Der durch die Strangulation bzw. Atemkontrolle erzeugte Sauerstoffmangel löst im Gehirn möglicherweise eine narkotische und gleichzeitig euphorisierende Wirkung aus. Durch eine Ausschüttung von Dopamin würde der Orgasmus ähnlich einem Drogenrausch erlebt.

Autoerotische Unfälle in der Popkultur

Einem größeren Publikum wurden autoerotische Unfälle durch die Dissertation "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern" des Urologen Michael Alschibaja Theimurasaus aus dem Jahr 1978 bekannt. 2004 gingen Charlotte Roche und Christoph Maria Herbst auf eine Lese-Tournee, bei dem sie Texte aus der Dissertation vorlasen.

Theimurasaus war aufgefallen, dass verschiedene Männer mit fast identischen aber unerklärlichen Penisverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Obwohl die Patienten offiziell ganz unterschiedliche Ursachen ihrer Verletzungen angeben, konnte der Urologe Masturbation mit Staubsaugern des Modells "Kobold" als Ursache ausfindig machen.

Staubsauger der Firma Vorwerk Typ Kobold aus den 1950er Jahren
Helfmann unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/Staubsauger der Firma Vorwerk Typ Kobold aus den 1950er Jahren

Inzwischen ist das Phänomen "autoerotische Unfälle" ein Thema der Pop-Kultur geworden.



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