Gehirnjogging: Das Fitnessstudio für den Kopf
Gehirnjogging: Das Fitnessstudio für den KopfFoto-Quelle: M. Schuppich - Fotolia
Gehirnjogging: Das Fitnessstudio für den Kopf

Raus aus der Komfortzone heißt es für jeden, der seine Gedächtnisleistung spürbar steigern will. Denn wer seine grauen Zellen nicht regelmäßig auf Trab hält, der spürt die altersbedingte Vergesslichkeit stärker. Das funktioniert beim Gehirn wie beim Körpertraining: Übung macht den Meister. Das Gehirn will genauso gefordert werden wie unsere Muskeln. Dabei geht es aber beim Gehirnjogging nicht um Höchstleistungen, sondern darum, Gedächtniskraft und Konzentrationsfähigkeit so zu steigern, dass auch die Lebensqualität im Alltag steigt.

Damit das auch klappt, sollte man aber bereit sein, ausgetretene Gedankenpfade über Bord zu werfen und sich neuen Erfahrungen zu öffnen. Das erfordert Mut und Überwindung, und auch ein wenig Anstrengung. Auch hier gilt: Ohne Fleiß kein Preis!

Schon wenige Minuten Denksport am Tag reichen aus für einen spürbaren n Effekt

Unter Gehirnjogging versteht man Denkspiele und jede Form von Denksport. Beides regt Gehirnregionen an, die mit der Zeit bei jedem Menschen etwas nachlassen. Wie beim Muskelaufbau wird beim Gehirnjogging die Leistung nach und nach gesteigert. Schon wenige Minuten am Tag reichen aus, um einen spürbaren und nachhaltigen Effekt zu erzielen. Im Internet finden sich zahlreiche Seiten, die solche Denksportaufgaben anbieten. Besonders praktisch sind Apps fürs Handy, denn damit lassen sich die Übungen eigentlich überall machen, auf eine Parkbank genauso wie während der Bus- oder Bahnfahrt.

Erste Erfolge lassen sich auch erzielen, wenn man einfach mal aus den gewohnten Routinen ausbricht. Die sind zwar praktisch, weil sie uns den Weg durch die tagtäglichen Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten erleichtern. Aber sie fordern eben das Gehirn auch kaum. Wer bereit ist, jeden Tag ein paar neue Wege zu beschreiten, kann im Alltag nebenbei das Gedächtnis trainieren.
Damit sind nicht nur die Wege gemeint, die wir regelmäßig gehen und traumwandlerisch beherrschen. So ist es für das Gehirn wesentlich reizvoller, eine neue Route zum Supermarkt, zur Kirche oder zum Café zu nehmen. Zudem hält der etwas längere Weg vielleicht sogar überraschende Eindrücke bereit. Das lässt sich auch noch steigern: Bei einem Rundgang durch das Wohnviertel
kann man bewusst darauf achten, wo sich Lokale und Imbisse oder besonders schöne Gärten befinden. Zu Hause deren genaue Lage zu rekapitulieren, bringt die grauen Zellen zusätzlich in Schwung.

Neue Geschmacksnoten im Küchen-Repertoire regen auch die Sinneszentren im Gehirn an

Oder wie wäre es, sich die Zähne mit links zu putzen? Auch wenn das zu Beginn sicher nicht leicht fällt - je regelmäßiger wir üben, desto schneller passt sich das Gehirn an den neuen Bewegungsablauf an. Auch in der Küche wartet Abwechslung: Nehmen Sie sich ihre Kochbücher vor und kochen Sie mindestens einmal in der Woche Dinge, die bisher nie auf den Tisch kamen. Man braucht neue Zutaten, würzt anders, muss sich mehr konzentrieren. Und die neuen Geschmacksnoten im Küchen-Repertoire regen auch noch die Sinneszentren im Gehirn an und wirken stimulierend. Wer es dann noch schafft, ohne Einkaufszettel zum Supermarkt zu gehen, bringt seine Gedächtnisleistung noch mehr auf Trab.