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Von der Erfahrung profitieren - ein Traum für jede Nachwuchskraft
Von der Erfahrung profitieren - ein Traum für jede NachwuchskraftFoto-Quelle: Photographee.eu - Fotolia
Ruhestand? Das ist was für Ältere, sagen Deutschlands Senioren - und packen an

Deutschlands Senioren lernen Deutsch mit Flüchtlingskindern, beraten junge Existenzgründer und unterstützen Azubis während der Lehrzeit. Geht es um ehrenamtliches Engagement, ist die Generation 50plus unschlagbar. 17,4 Prozent der 50 bis 59-Jährigen sind als freiwillige Helfer aktiv, bei den Über-70-Jährigen sind es sogar 23,1 Prozent.

Wie stark das Engagement der Älteren in den vergangenen Jahren zugenommen hat, zeigt mitunter die Statistik des Senioren Experten Service (SES), einer Stiftung der deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Seit Jahren nimmt hier die Zahl der Fachleute im Ruhestand, die ihr Wissen bei Projekten in Deutschland, aber auch weltweit, weitergeben, zu. 2018 waren knapp 13.000 Experten beim SES registriert. Bei der Zahl der Aktivitäten im In- und Ausland verzeichnete die Organisation 2018 eine Steigerung von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Die Rentner haben im vergangenen Jahr dabei geholfen, den Speiseplan einer Schulkantine in Bolivien gesünder zu gestalten, eine Klein-Biogasanlage auf den Philippinen zum Laufen zu bringen und einen neuen Studiengang an einer Uni in Marokko zu entwickeln.

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Die 64-jährige Herrenschneiderin Irmgard Guse war für den SES bereits in Usbekistan, Zimbabwe, Turkmenistan und Moldavien unterwegs. „Es macht mir großen Spaß, mein Wissen weiterzugeben und andere zu unterstützen“, sagte sie der „Wetterauer Zeitung“. „Wenn ich am Ende die Verbesserungen sehe, ist das der schönste Lohn für mich.“ Wie alle SES-Experten erhält Guse ein kleines Taschengeld. Die Kosten für Reise und Unterkunft übernimmt der SES.

Kompetenzen und Talente nutzen

„Die Senioren können ihre Kompetenzen und Talente ausleben“, sagt François Höpflinger in der „FAZ“. Der Soziologe forscht über Alters- und Generationenfragen und hat viele Projekte begleitet, bei denen Ältere und Jüngere kooperieren. Die Zahl dieser Projekte steigt. Immer mehr Senioren wollen sich engagieren, immer mehr Jüngere davon profitieren. Das ist möglich, weil die Senioren über eine bessere Bildung verfügen, gesünder und aktiver sind als Generationen vor ihnen.

2008 hat der SES noch ein besonderes Projekt ins Leben gerufen. Im Fokus steht dabei das Problem, dass ein Viertel der Auszubildenden in Deutschland die Lehre abbricht. Oft geht es ums Geld, manchmal aber auch um innerbetriebliche oder schulische Probleme. Hier setzt die Initiative VerA an.

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Die Senioren begleiten Auszubildende manchmal ein Jahr, manchmal länger bis zur Abschlussprüfung. Wenn es gar nicht anders geht, suchen sie gemeinsam mit ihren Schützlingen nach einem neuen Ausbildungsplatz. Die Zusammenarbeit funktioniert gut. Rund 80 Prozent der Tandems aus Senior und Azubi sind erfolgreich, sprich, der Auszubildende macht seinen Abschluss.

Wirtschafts-Senioren unterstützen Jung-Unternehmer

Fachkompetenzen weitergeben, darum geht es auch bei der Bundesarbeitsgemeinschaft „Alt hilft Jung“. In verschiedenen Vereinen haben sich ehemalige Führungskräfte aus der Wirtschaft vernetzt. Die Wirtschafts-Senioren, wie sie mancherorts heißen, beraten angehende Jung-Unternehmer. Sie erstellen mit ihnen gemeinsam einen Business-Plan, diskutieren Geschäftsideen oder helfen auch einfach nur bei Abrechnungen.

Oma-DJane im Jugendzentrum - warum nicht?
Oma-DJane im Jugendzentrum - warum nicht?Foto-Quelle: dan talson - Fotolia
Jeder Senior kann sich engagieren. Auch der, der sein Engagement nicht mit seinem früheren Beruf verbinden möchte. Der Wunsch, aktiv zu sein, seinen Tag zu gestalten und dabei anderen zur Seite zu stehen, reicht vollkommen aus. 500 Freiwilligenagenturen in Deutschland vermitteln in und an verschiedenste Projekte. Ob als Märchenerzähler in den Kindergarten, Hunde-Ausführer, Kassenwart im Museum oder Fahrer für ein Altenheim. Hier werden Senioren schnell fündig.

Ohne Ü-50-Freiwillige geht es nicht

Eine weitere wichtige Anlaufstelle sind die Seniorenbüros. 380 dieser Büros gibt es mittlerweile in Deutschland. Die dienen als soziale Knotenpunkte für ältere Menschen, sie führen Veranstaltungen und Kurse durch, vor allem aber vermitteln sie ehrenamtliche Tätigkeiten in der Nachbarschaft. Auch Vereine und Kirchen sind auf Freiwillige Ü-50 angewiesen. Ohne sie geht es nicht. Und allzu oft springen sie dort ein, wo sich der Staat zurückgezogen hat.

Beispiel Schwalmtal-Waldniel. Die ländliche Gemeinde in Nordrhein-Westfalen hatte das Problem, das einige Ortsteile vom öffentlichen Nahverkehr abgekoppelt waren. Für Verkehrsunternehmen haben sich die Buslinien dorthin nicht gerechnet. 2001 nahmen die Bürger das Heft selbst in die Hand. Mit einem gestifteten Mercedes-Sprinter und mehreren ehrenamtlichen Fahrern kutschieren sie autolosen Bürger mit dem „Bürgerbus“ zum Arzt, zur Kirche und zum Supermarkt. Die Bürger freut das und die Fahrer auch. Man lerne, sagt der Fahrer Hans-Josef von der Meulen, eine Menge netter Leute kennen. Darum geht es beim Ehrenamt schließlich auch.

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