Im Jahr 2040 wird fast ein Viertel (24 Prozent) aller in Privathaushalten le ...
Im Jahr 2040 wird fast ein Viertel (24 Prozent) aller in Privathaushalten lebenden Menschen alleine wohnen.Foto-Quelle: Pixabay
Neue Bevölkerungs-Prognose: Jeder Vierte lebt in Zukunft allein

Jeder 4. Mensch in Deutschland lebt künftig allein. Bis 2040 steigt die Zahl der Single-Haushalte auf über 19 Millionen, so die Prognose des Statistischen Bundesamts. Auffällig sind die regionalen Unterschiede. Während es in einigen Bundesländern mehr Haushalte gibt, wird in anderen ein starker Rückgang erwartet.

Nach einer Phase, in der weniger Menschen zusammen in einem Haushalt gewohnt und sich die Ausgaben dafür geteilt haben, war die Zahl der Mehrpersonenhaushalte in den vergangenen Jahren wieder leicht gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag (2. März 2020) mit. Gründe dafür: Mehr Eheschließungen, Geburten, Familienzuwanderung.

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Dadurch habe sich der Anteil der größeren Haushalte stabilisiert.

Diese Entwicklung wird den Statistikern zufolge in den kommenden Jahren gestoppt: Wurden im Jahr 2018 rund 17,3 Millionen Einpersonenhaushalte gezählt, steigt deren Zahl in den kommenden 20 Jahren auf 19,3 Millionen an, so die aktuelle Destatis-Vorausberechnung.

Damit wird fast ein Viertel (24 Prozent) aller in Privathaushalten lebenden Menschen alleine Wohnen. Im Jahr 2018 waren es 21 Prozent.

Mehr Haushalte, weniger Menschen

Das führt demnach auch dazu, dass die Gesamtzahl der Privathaushalte bis zum Jahr 2040 um rund drei Prozent steigen wird: Von 41,4 Millionen (2018) auf dann 42,6 Millionen.

Mehr Haushalte. Doch weniger Menschen, die darin Leben: "Zugleich dürfte jedoch die Zahl der Menschen in Privathaushalten um rund 1 Prozent von 82,5 Millionen auf 81,7 Millionen sinken", heißt es vonseiten des Statistischen Bundesamts.

Konkret bedeutet dies den Berechnungen zufolge:

  • 2-Personenhaushalte: Deren Zahl wird von 14 Millionen (2018) voraussichtlich noch bis 2028 leicht um 270.000 steigen und bis 2040 wieder auf 14,1 Millionen fallen
  • 3-Personen-Haushalte: Deren Zahl nimmt in den kommenden Jahren kontinuierlich ab, 2040 wird es davon rund 4,4 Millionen geben - 11 Prozent weniger als 2018
  • 4 und mehr Personen-Haushalte: Bis 2040 sinkt deren Zahl auf 4,8 Millionen - das sind 7 Prozent weniger als 2018

Verschiebungen in der Altersstruktur seien der Grund dafür, dass künftig auch in Haushalten mit mehr als zwei Personen "tendenziell weniger Menschen leben als heute", so Destatis.

Im Schnitt weniger als 2 Personen pro Haushalt

Im Schnitt wohnen demnach im Jahr 2040 weniger als zwei Menschen in einem Haushalt - die Statistiker gehen davon aus, dass die durchschnittliche Zahl der Personen je Haushalt dann bei 1,9 liegen wird.

Bereits in den vergangenen Jahren war diese Zahl gesunken: Lag sie 1991 noch bei mehr als 2 Personen pro Haushalt (2,3), bewohnten 2018 im Schnitt nur noch zwei Personen einen Haushalt.

Große regionale Unterschiede

Besonders auffällig: Die Entwicklung verläuft der Prognose zufolge in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich. Gründe dafür seien die "demografischen Strukturen und die künftige Bevölkerungsentwicklung in den Bundesländern", heißt es.

Die Gesamtzahl der Privathaushalte wird bis 2040 voraussichtlich am stärksten in Baden-Württemberg und Bayern zunehmen (jeweils +7 %).

Hier wird der größte Rückgang erwartet

Dagegen werden zwei Bundesländer in Ostdeutschland demnach in den kommenden Jahren vermutlich den stärksten Rückgang verzeichnen: Sachsen-Anhalt (-9 %) und Thüringen (-8 %).

Für ihre Modellrechnungen haben die Statistiker die Angaben aus dem Mikrozensus zur Entwicklung der Privathaushalte in den Jahren 1991 bis 2018 herangezogen, außerdem die Ergebnisse aus der Vorausberechnung zur Entwicklung der Einwohnerzahlen bis 2040.

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