Flagge der Isle of Man
Flagge der Isle of ManFoto-Quelle: OpenClipart-Vectors auf Pixabay
Isle of Man – Ältester Lizenzgeber für Online Gaming in Europa

Die Isle of Man ist eine der ältesten und angesehensten Lizenzierungs-Gerichtsbarkeiten für Online Spiele in Europa. Obwohl die Insel weder Teil des Vereinigten Königreiches noch eine Kronkolonie und somit auch kein Mitglied der Europäischen Union ist, gilt hier der größte Teil des EU-Rechts sowie das Zollrecht der Europäischen Zollunion.

Die Isle of Man ist eine der ältesten und angesehensten Lizenzierungs-Gerichtsbarkeiten für Online Spiele in Europa. Obwohl die Insel weder Teil des Vereinigten Königreiches noch eine Kronkolonie und somit auch kein Mitglied der Europäischen Union ist, gilt hier der größte Teil des EU-Rechts sowie das Zollrecht der Europäischen Zollunion. Aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen für Unternehmen mit nullprozentigen Steuern auf Unternehmensgewinne und Kapitalerträge ist die Insel beliebt bei Unternehmen der Glücksspielbranche.

Nach Malta und Curacao verfügt die Isle of Man mit 157 Webseiten aus dem Bereich Online Gaming über die meisten Registrierungen. Fünfzehn Webseiten von Online Casinos bieten ihren Dienst auch in deutscher Sprache an. Damit gewinnt die Isle of Man im Kampf um den begehrtesten Standort von Europas Casinos zunehmend an Bedeutung für deutsche Spieler. Viele von ihnen sind derzeit auf der Suche nach Alternativen zu den Glücksspielseiten unter deutscher Regulierung, weil diese mit zahlreichen Beschränkungen belegt wurden.

Hilfe bei der Suche können deutsche Spieler auf Internet-Vergleichsplattformen für Casino ohne Lizenz bei casinosohnedeutschelizenz.com erhalten. Dort wurden zahlreiche Casinos ohne Limit und Beschränkungen bewertet und getestet. Lizenzgeber wie die Malta Gaming Authority (MGA) in Malta oder der Gambling Supervision Commission (GSC) der Isle of Man sind dabei ein wichtiger Hinweis auf die Seriosität des Betreibers.

Das schnellste Internet der Welt


Die günstigen Steuern sind aber nicht der einzige Vorteil für Internet Unternehmen mit Sitz auf der Isle of Man. Der Hauptstrang des Internets verläuft mitten durch die Insel und beschert Webseitenbetreibern eine Internetverbindung, wie sie schneller nirgendwo sein kann. Gerade für Kunden, die im Internet Casino spielen, ist eine schnelle Internetverbindung das A und O. Die Regierung machte sich die vier faustdicken, schwarzen Glasfaserkabel zunutze und warb in den letzten Jahren mit Erfolg um Online Casinos. Etwa 50 Online-Glücksspielfirmen mit mehr als 157 Webseiten haben sich schon auf dem Eiland in der Irischen See zwischen England und Nordirland angesiedelt. Zum Vergleich hier die Anzahl von Webseiten zum Thema Glücksspiel in anderen Ländern:
• Malta: 262
• Großbritannien: 175
• Curacao: 257
• Zypern: 52
• Gibraltar: 78

Nach dem Erfolg mit den Online Casinos sollen nun weitere Internet-Firmen folgen. Die Regierung der Isle of Man wirbt aktuell vor allem um Finanzdienstleister wie Broker und Anbieter von virtuellen Währungen wie Bitcoin.

Der rechtliche Rahmen für iGaming-Lizenzen der Isle of Man


Der rechtliche Rahmen für Regelungen in der Glücksspielbranche wurde von den zwei Gesetzesblättern Electronic Transactions Act aus dem Jahre 2000 und Online Gambling Regulation Act aus dem Jahre 2001 festgelegt. Anträge für Online-Gaming-Lizenzen wurden auf der Isle of Man zum ersten Mal im Juni 2001 bewilligt. Die Insel steht auf der vom Vereinigten Königreich und der OECD geführten Weißliste, sodass Lizenznehmer insbesondere für Aktivitäten im Bereich iGaming und im Bereich der steuerlichen Zusammenarbeit als vertrauenswürdig gelten und deshalb die Möglichkeit haben, den britischen Markt zu bewerben. Ein Abkommen der Isle of Man mit Deutschland über einen Informationsaustausch bei Steuer- und Steuerstrafsachen sowie über die Besteuerung von Zinserträgen macht die Isle of Man für deutsche Casinobetreiber allerdings nicht mehr so attraktiv.
Insgesamt sind drei Optionen für iGaming-Lizenzen denkbar:

Voll-Lizenz: Die sogenannte OGRA-Lizenz erfordert eine erste Anmeldegebühr von GBP 5.000 und eine jährliche Gebühr in Höhe von GBP 35.000 für eine fünfjährige Laufzeit. Eine Voll-Lizenz erstreckt sich nur auf die Aktivitäten des jeweiligen Lizenznehmers und gilt nicht für die Glücksspiele von Tochter- oder Holdinggesellschaften. Eine vollständige OGRA-Lizenz ist erforderlich, wenn eine der folgenden Arten von Online-Glücksspiel angeboten wird:

- Sportwetten
- Wettbörsen
- Casino Spiele (Roulette, Black Jack, Slots, etc.)
- Live-Geschäfte
- Peer-to-Peer-Spiele (Poker, Bingo, Backgammon, etc.)
- Handy-Wetten
- Fantasy-Football oder ähnliches
- Finanzhandel (ohne Wetten auf Finanztitel)
- Totalisator- und Poolwetten
- Netzwerk-Spiele
- Lotterien

Unterlizenzen: Diese Lizenzen erfordern ebenfalls eine Antragstellung und eignen sich für Betreiber, die in einem Vertragsverhältnis mit einem Technologie-Anbieter stehen, der eine vollständige OGRA-Lizenz besitzt. Die Kosten für eine Unterlizenz sind etwas geringer als die für eine vollständige Lizenz und belaufen sich auf eine einmalige Anmeldegebühr von GBP 5.000, die nicht rückerstattet wird sowie auf eine jährliche Gebühr in Höhe von GBP 5.000. Die Laufzeit beträgt ebenfalls fünf Jahre.

Isle of Man-Netzwerk-Lizenz: Diese Lizenz erlaubt den nicht auf der Isle of Man registrierten Spielern auf den Servern der Insel zu spielen, ohne sich erneut registrieren zu müssen. Die einmalige Anmeldegebühr beträgt GBP 5.000. Dazu kommen eine Jahresgebühr in Höhe von GBP 50.000 plus GBP 5.000 pro Netzwerkpartner. Die Lizenz ermöglicht günstigere Abgaben des Lizenznehmers auf den Brutto-Ertrag und befreit von der Umsatzsteuer. Die Steuer fällt nur für Unternehmen mit Sitz auf der Isle of Man an, nicht für lizenzierte Betreiber in anderen Ländern. Die aktuelle Körperschaftssteuer für iGaming-Unternehmen beträgt 0 Prozent. Vereinbarungen der Isle of Man mit der EU gewährleisten die Mehrwertsteuerbefreiung für Dienstleistungen von Einzelpersonen mit Wohnsitz in der EU.

Im Februar 2010 hat die Isle of Man ihre Glücksspielregulierung etwas gelockert. Unternehmen der Glücksspielbranche dürfen jetzt legal auch ohne Voll-Lizenz ihre nicht Glücksspiel bezogenen Aktivitäten wie Marketing oder Geschicklichkeitsspiele hosten oder durchführen. Auch die Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery) von Daten nach einem Server-Absturz gehört dazu. Im einem solchen Fall kann das Unternehmen bis zu 90 Tage ohne Lizenz arbeiten.

Ist es für deutsche Spieler legal, in diesen Casinos zu spielen?


Den deutschen Behörden fehlt aufgrund internationaler Gesetzgebung zurzeit jegliche Handhabe, das Spielen in Internet-Casinos mit einer Lizenz der Isle of Man zu unterbinden. Abgesehen davon, dass es technisch kaum verhindert werden kann, dass Deutsche auf ausländischen Internetseiten um echtes Geld spielen, findet Online Gaming in Deutschland noch immer in einer rechtlichen Grauzone statt. Aktuell befindet sich die deutsche Regierung in einer Übergangsphase. Der neue Glücksspielstaatsvertrag soll am 1. Juli 2021 in Kraft treten. Bis dahin müssen sich Betreiber von Glücksspielseiten an die Beschränkungen halten, wollen sie im Sommer eine offizielle deutsche Lizenz erhalten.

Das Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte bereits 2015 seine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Glücksspielstaatsvertrages ausgesetzt und die Entscheidung darüber an den Europäischen Gerichtshof weitergereicht. Die zentrale Frage war, ob die Ausgabe von 20 Lizenzen für Sportwetten und das Verbot von Online-Casino- und Poker-Spielen mit den freien Handelsgesetzen in der EU vereinbar sind.