Hallo, ich bin fast da

Ich heiße demnächst Gloria und freue mich schon auf meine Ankunft. Fünf Monate schon wurde ich durch die Gegend geschaukelt, habe so Einiges an ungesunden Zeug über mich ergehen lassen und ich habe schon ein paar Dinge aktiv mit bekommen. Meine Trägerin mich wirklich nicht geschont. Jeden Tag diese widerlichen Tabletten und dazu eine halbe Flasche Korn. Kein Wunder, dass ich der Hebamme auf ihr Kleidchen kotzen werde.

Aber trotzdem geht´s mir so halbwegs gut und ich werde keine dauerhaften Schäden davon tragen. Ich bin eben jetzt schon anders - widerstandsfähiger und wenn man meine Trägerin hört, ziemlich rabiat. Bestimmt werde ich einmal Fußballer - so gut, wie ich heute schon treten kann. Aber irgend ein Hobby muss man sich ja schön früh zulegen, wenn man sich nicht zu Tode langweilen soll.

Im Moment steht gerade eine weitere Reise an. Irgendwo hin in den Osten Europas. Ich habe keine Ahnung, wohin es geht, aber es dürfte spannend werden, denn es wurde schon viel darüber geredet. Jedenfalls wird es wohl ein paar Tage dauern, denn meine Trägerin hat Klamotten zum Übernachten eingepackt und auch ein paar warme Sachen.

Ich bin schon ganz aufgeregt und neugierig, was mich dort erwartet. Soll ja auch ganz schön sein und wenn man so jung schon reisen kann, ist das etwas Besonderes. Und endlich ist er da - der Tag der Abreise. Wir fahren schon viele Stunden als wir bei einem dieser Schnellrestaurants Halt machen. Naja, Burger und Pommes wieder einmal - aber besser als nichts.

Eigentlich hatte ich ja damit gerechnet, dass wir länger unterwegs sein werden. Aber als wir plötzlich vor einem großen weißen Haus stehen, weiß ich, dass daraus nichts wird. Meine Trägerin schleppt mich in die dritte Etage und sagt zu so einem Weißkittel, dass sie sich alles genau überlegt hat. Auf einmal wird meine Verbindung gekappt und ich kann nur noch hören, dass "hier gar nichts illegal ist".

Danach nur noch nichts....ich bin tot. Meine Trägerin wollte mich gar nicht, obwohl sie sogar mit mir gesprochen und einen Namen ausgesucht hat, mit dem sie mich künftig rufen wollte. Die Gründe werde ich nie kennenlernen. Aber ich wünschte, sie hätte länger nachgedacht...

21 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Jede Abtreibung ist EINE zuviel! Natürlich muss man die Gründe kennen, bevor man urteilt. Aus der Sicht des Kindes sehr anschaulich
geschrieben.
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wize.life-Nutzer
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wize.life-Nutzer
Ein gewollt provozierender und polarisierender Text, in dem alle Klischees mit polemischer Kusshand bedient werden. Liest sich,als wärst du ein Pro Life- Aktivist.
wize.life-Nutzer
Aktivist ? Sooo aktiv bin ich morgens nun wirklich nicht.
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wize.life-Nutzer
Schade, dass in deiner Geschichte der Vater nicht vorkommt. Hat er unterstützt und getröstet? Hat er Verantwortung übernommen? SIch zu seinem Kind bekannt? Es als Teil seines zukünftigen Lebens betrachtet und in seine Pläne aufgenommen? Viele Fragen, auf die deine Geschichte keine Antwort gibt, die aber ein wichtiger Teil des Problems sind, denn zum Kinder zeugen und auch zum Kinder groß ziehen gehören immer zwei, die Verantwortung übernehmen.
Es ist billig und viel zu einfach der Frau, weil sie aufgrund der Biologie zwangsläufig die handelnde und ausführende Person sein muß, die alleinige Schuld für Abtreibungen zuzuweisen und den moralischen Zeigefinger auf sie zu richten.
Die Gründe, warum eine Frau sich zu einer Abtreibung entschließt, sind vielschichtig und neben der ganz individuellen Lebensituation spielt sicherlich auch die fortschreitende Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft eine nicht unerhebliche Rolle. Aber egal wie, pauschale Verurteilungen und Angriffe auf die Frauen helfen nicht weiter. Wenn es uns als Gesellschaft wichtig ist, die Zahl der Abtreibungen zu senken, bedarf es vielfältiger Anstrengungen auf den unterschiedlichsten Ebenen, nicht zuletzt bei den Vätern.
wize.life-Nutzer
Die meisten Frauen nehmen es auch für sich in Anspruch, ALLEINE zu entscheiden. Und nur aus diesem grund tragen sie auch alleine die Verantwortung für ihre Handlungsweisen. Männder sind bei derartigen Entscheidungen fast immer "unerwünscht"
wize.life-Nutzer
Wie viele Fälle kennst du persönlich, in denen es so gelaufen ist? Auch hier gilt : Vorsicht bei solchen Verallgemeinerungen.
wize.life-Nutzer
Verallgemeinerungen ? Nein! Ich kenne mehrere Fälle, in denen das so gelaufen ist. Tatsache ist, dass Männder oft genug nur als laufendes Konto dienen und von Entscheidungen generell ausgeschlossen sind.
wize.life-Nutzer
Danke Carmen, kann mich dir nur anschließen
wize.life-Nutzer
Von alleinig sagt Keiner etwas. Aber es kann nicht sein, dass Frauen generell alleine entscheiden und Männer bestenfalls zahlen dürfen. Und solche Fälle gibt es mehr als genug...
wize.life-Nutzer
Und es gibt mehr als genug Fälle, in denen Männer ihre Frauen und Kinder ohne einen Cent Unterhalt sitzen lassen und keine Verantwortung übernehmen. Guck nicht nur in eine Richtung!
wize.life-Nutzer
Das mache ich schon nicht. Aber hier geht es um eine grundsätzliche Entscheidung und da hat Mann schon mal gar nichts zu sagen...
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wize.life-Nutzer
es gehören immer noch zwei dazu. Verhüterli sind besser als ungewollte Kinder
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wize.life-Nutzer
Ich habe einfach nur Gänsehaut bei der Geschichte... so etwas hätte ich nie fertig gebracht....
wize.life-Nutzer
Viele Andere allerdings schon
wize.life-Nutzer
Das ist sehr sehr schade, trotzdem kann ich das nicht verurteilen, man müßte die Beweggründe wissen, ich meine hier in Deutschland braucht man das nicht... da sollte eigentlich jede Frau mit Kind versorgt sein... wenigstens halbwegs....
wize.life-Nutzer
Sagen wir mal "bräuchte"
wize.life-Nutzer
ok " .bräuchte "
wize.life-Nutzer
wenn aber die Mutter so wie in Deiner Geschichte alleinstehend und Alkoholigerin ist, dann ist das vielleicht besser so... das Kind hätte bestimmt einen Schaden davon getragen, gaz abgesehen von der häuslichen Pflege.. u.s.w.
wize.life-Nutzer
wenn Männer über Abtreibung reden..ist es als Frau besser zu schweigen. ....mein Credo ist und wird bleiben .....helfen statt urteilen...bzw. verurteilen
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