Frankfurt: Mädchen (6) stirbt nach Pilzvergiftung - Anklage gegen Ärzte
Frankfurt: Mädchen (6) stirbt nach Pilzvergiftung - Anklage gegen ÄrzteFoto-Quelle: Imago / Sven Simon
Frankfurt: Mädchen (6) stirbt nach Pilzvergiftung - Anklage gegen Ärzte

Weil sie bei einer jungen Patientin eine Pilzvergiftung diagnostiziert, das Mädchen aber nicht näher untersucht haben sollen, müssen sich zwei Ärzte aus Frankfurt am Main vor Gericht verantworten. Infolge der Vergiftung benötigte das Kind zwei Lebertransplantationen, überlebte die zweite Operation allerdings nicht.

Zu dem Vorfall war es am Dienstag, 22. August 2017 gekommen. Die vierköpfige Familie hatte an diesem Tag vermutlich bei einem Waldausflug Pilze gesammelt und am Abend eine Pilzpfanne zubereitet. Wenige Stunden später traten Übelkeit und Erbrechen auf, woraufhin der Vater (49) und die drei Töchter (12, 10, 5) am nächsten Tag den Hausarzt aufsuchten.

Der Mediziner (52) diagnostizierte zwar eine Pilzvergiftung und verschrieb Medikamente gegen Übelkeit, soll aber keine körperliche Untersuchung durchgeführt haben. Weil die Beschwerden nicht abklangen, suchte die Familie noch an diesem Tag eine Notaufnahme auf. Eine Ärztin (49) bestätigte die Diagnose des Hausarztes, schickte aber alle nach Hause.

Fünfjährige benötigt zwei neue Lebern

Als die vier am nächsten Tag in die Notaufnahme gebracht werden mussten, stellten Ärzte bei dem Vater und der zehnjährigen Tochter akutes Leber- und Nierenversagen fest. Auch das älteste Mädchen schwebte in Lebensgefahr. Weil bei der Fünfjährigen die Leber zu schwer geschädigt war, musste ihr wenige Tage später eine neue Leber transplantiert werden.

Die Operation überstand das Kind zunächst ohne negative Folgen, wenige Monate später im Jahr 2018 versagte aber auch die Spenderleber. Als dem nun sechs Jahre alten Mädchen eine neue Spenderleber transplantiert werden sollte, kam es im Verlauf der Operation zu Komplikationen, woraufhin das mittlerweile sehr geschwächte Kind verstarb.

Anklage gegen Ärzte erhoben

Wegen der Komplikationen nach der Vergiftung zeigte der Vater die beiden Ärzte an. Wie die Polizei herausfand, sollen Grüne Knollenblätterpilze im Gericht enthalten gewesen sein, die stark leberschädigend wirken. Hätten die Ärzte die Familie näher untersucht, hätten die Symptome vermutlich drastisch abgemildert werden können, so die Anklage.

Wann die Verhandlungen vor dem Landgericht starten, ist derzeit noch unklar.

Quellen:
TAG24, Bild

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2 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Ja so ist es eben in Deutschland geworden wenn man die *FALSCHE* Krankenkarte
vorlegt. Abgesehen von der verstorbenen Tochter haben die anderen Familienmitglieder bestimmt ebenfalls mit Spätfolgen für Ihr gesamtes weiteres
Leben zu kämpfen.
In den USA wäre dies ein Fall wo es über Millionen von Schadensersatz ginge, hier in Deutschland wird dies mit lächerlichen Beträgen *beglichen* und die Strafen dürften dito gering zu Buche schlagen. Fehldiagnosen, was dieser Fall ja eigendlich nicht ist, sind ohnehin sehr schwer nach zuweisen ! Hier haben die Kliniken noch viele tausende Euro an der Behandlung der Familie verdient zu Lasten der Krankenkassen Zahler. Es ist teilweise "beschämend" für unser Land. Mein Mitleid und trotzdem viel Erfolg wünsche ich der Familie !
wize.life-Nutzer
Weil bei den Ärzten heute auch nur noch alles ums Geld geht. Es entsteht der Eindruck man ist nur noch eine Nummer.
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