Corona-Tod: Kinder können von Mutter nur per Funkgerät Abschied nehmen

Sundee Rutter war erst vor wenigen Wochen die freudige Botschaft eröffnet worden, dass sie den Brustkrebs besiegt hat – doch dann infizierte sich die 42 Jahre alte US-Amerikanerin mit dem Coronavirus und alles ging ganz schnell. Verabschieden mussten sich ihre Kinder per Funk.

Kinder in den USA durften nicht mehr ins Zimmer zur sterbenden Mutter, um Ab ...
Kinder in den USA durften nicht mehr ins Zimmer zur sterbenden Mutter, um Abschied zu nehmenFoto-Quelle: pixabay

Sundee Rutter starb am 16. März in Everett im US-Bundesstaat Washington, nachdem sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Besucher wurden nicht zu ihr gelassen, damit sich das Virus nicht verbreitet.

Keine Ausnahme für die Kinder bei Kontaktsperre

Für ihre sechs Kinder im Alter von 13 bis 24 Jahren, die bereits vor acht Jahren den Vater verloren hatten, wurde keine Ausnahme gemacht, wie unter anderem CNN berichtet. Und das obwohl klar war, dass die Mutter sterben werde.

Abschied per Walkie-Talkie

Das Klinikpersonal versuchte dennoch, einen möglichst nahen Abschied zu ermöglichen. Und so versammelten sich die Kinder vor ihrem Zimmer, getrennt durch eine Glasscheibe von der sterbenden Mutter. Das Personal organisierte Walkie-Talkies und legten ein Gerät auf ein Kissen neben das Bett der Mutter, wie der 20 Jahre alte Elijah Ross-Rutter. diese Woche im Gespräch mit CNN erzählte.

"Ich konnte ihr sagen, dass ich sie liebe"

Er habe durch das Fenster gesehen und seinen Geschwistern gesagt, dass sie jetzt ihre letzten Worte an die Mutter richten müssten. "Ich konnte ihr sagen, dass ich sie liebe", sagte er weiter. Es sei schwierig gewesen. Was sind in so einem Moment die richtigen Worte?

Elijah sagte seiner Mutter, dass "alles in Ordnung“ sein werde mit den Kindern. Die älteren Geschwister würden dafür sorgen, dass die Jüngeren so aufwachsen, wie es sich die Mutter gewünscht hätte.

Zustand verschlechterte sich rasant

Nach der Krebserkrankungen schien sich das Leben wieder zu normalisieren. "Wir fingen gerade an, uns wieder ganz zu fühlen", erzählte Elijah. Am 2. März dann habe sie erste Symptome verspürt. Sie fühlte sich schwach, hatte Atemprobleme und eine Migräne. Einen Tag später brachten die Kinder sie ins Krankenhaus. Zunächst wurde sie wieder entlassen, doch ihr Zustand verschlechterte sich bald und sie musste wieder in die Klinik.

Ältester Bruder will Sorgerecht für jüngere Geschwister

Elijas ältester Bruder, Tyree Ross-Rutter, will nun das Sorgerecht für seine jüngeren Geschwister im Alter von 13, 14 und 15 Jahren übernehmen.

"Wir haben vor, zusammen zu bleiben und zusammen ein Haus zu erwerben", sagte Elijah.

Große Spendenbereitschaft

Inzwischen wird über eine GoFundMe-Seite für die Familie gesammelt. Von den ersten 8000 Dollar habe Tyree den Angaben Anwälte bezahlt, um den Nachlass zu regeln und den Vormundschaftsprozess in die Wege zu leiten, berichtet die Organisatorin Carrie Frederickson. Danach berichteten mehrere Medien über das Schicksal der Familie – und die Spendenbereitschaft schoss in die Höhe: Am Freitagvormittag waren bereit 484.138 Dollar von avisierten 500.000 Dollar erreicht.

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Quelle:
CNN

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