Weihnachtsstern: Zu schade für den Müll!
Weihnachtsstern: Zu schade für den Müll!
Weihnachtsstern: Zu schade für den Müll!

Mehr Weihnachen geht nicht! Unser örtliches Gartencenter gleicht einem tiefroten Blütenmeer; sicherlich 1000 Weihnachtssterne, wahrscheinlich sind es sogar mehr, leuchten dicht an dicht von Präsentationsflächen, von Tischen, von Paletten. Etliche davon sind auch noch aufgehübscht mit Flitterstaub, gülden und silber. Über Geschmack will ich nicht urteilen, mir geht anderes durch den Kopf, nämlich: Kaum eine dieser dunkelgrün-roten Prachtpflanzen wird noch um Ostern ein Zimmer schmücken, geschweige denn nächstes Weihnachten zur Feststimmung beitragen. Ich ahne, was nach dem „Abblühen" geschehen wird: Endstation Mülltonne.

30 Millionen Weihnachtssterne werden angeblich vor dem Fest an die Frau oder den Mann gebracht, eine andere Quelle im Internet spricht sogar von 100 Millionen. Pflanzen sind heute eine Massenware, viele Menschen leben vom Anbau und vom Verkauf; es ist so zu akzeptieren.

Trotzdem muss man eine Pflanze, wenn sie den ersten Reiz verloren hat, nicht gleich „in die Tonne hauen". Mit etwas Umsicht und ein wenig Gartenlust kann man Euphorbia pulcherrima, so der botanische Name, der übersetzt „Die schönste Euphorbie" lautet, längere Zeit am Leben und sogar attraktiv erhalten. Im Botanischen Garten von Madeira sah ich Exemplare von gut fünf Metern Höhe und in ihrer mexikanischen Heimat wuchern die naturbelassenen Urahnen sogar auf Flächen von Hektar-Größe. Übrigens ist ihr bei Verletzungen austretende Milchsaft in Maßen giftig; keine Angst - unsere vielfach umgezüchtete schöne Zimmer-Euphorbie weist diesen Selbstschutz gegen Wildfraß nicht mehr auf.

Beim Kauf beachten

Der erste Blick des Käufers gilt verständlicherweise den Blüten. Die roten Blätter sind dies keineswegs - die eigentlichen Blüten sitzen gelb und ganz unscheinbar in der Mitte. Sind diese Knubbelchen geöffnet oder bereits abgefallen, ist die Pflanze überblüht und sollte nicht gekauft werden. Die auffallende Farbenpracht geht von den obersten Hochblättern (botanisch: Brakteen) aus, von denen eine gute Pflanze fünf bis sieben aufweisen sollte. Wenn niemand zuschaut, ziehen Sie die Pflanze ruhig einmal aus den Topf heraus oder bitten Sie den Verkäufer, dies zu tun. Die Wurzeln dürfen nicht grau oder weiß aussehen (dann standen sie lange im Wasser), sondern saftig weiß. Beurteilen Sie auch das grüne Laub. Hängende oder eingerollte Blätter verraten, dass Sie an dem betreffenden Exemplar nicht lange Freude haben werden.

Kaufen Sie keinen Weihnachtsstern, der im Markt in kalter Zugluft steht. Bei Kälte, zumal bei Frost, lassen Sie die Pflanze mit Papier einwickeln und fahren Sie gleich nach Hause. Dort benötigt sie einen hellen und gleichmäßig warmen Standort mit möglichst 18 bis 20 Grad Celsius. Vermeiden Sie auch im Haus Zugluft. Muss ausgiebig gelüftet werde, räumen Sie den Topf vorübergehend an eine geschützte Stelle. Die Wurzeln reagieren empfindlich auf kalte Nässe, deshalb die Topferde nur mäßig feucht halten. Alle zwei Wochen etwas Dünger beigeben.

Kräftiger Rückschnitt

Und wie geht es nach Weihnachten weiter? Bei Frühjahrsbeginn schneiden Sie die Pflanze stark zurück, von den Trieben sollte nur noch die Hälfte bis ein Drittel zurückbleiben. Die „Schöne" sieht dann mit ihren Stümpfen eher kläglich aus - macht nichts, ab April/Mai beginnt der Neuaustrieb. Im Sommer kann der Weihnachtsstern draußen stehen, am besten regengeschützt im Halbschatten. Ab August räumen Sie ihn wieder ins Haus, aber an eine lichtarme Stelle, beispielsweise ans Kellerfenster. Die Euphorbie gehört zu den Kurztagspflanze, die Blühimpulse erst dann entwickeln, wenn sie weniger als zwölf Stunden Licht bekommen. Nun nicht mehr düngen und auch nicht wässern, der Wurzelballen darf nur nicht ganz austrocknen. Der Stress ist nötig, bis sich nach sechs bis acht Wochen die Hochblätter entwickelt haben und erkennbar Farbe annehmen. Jetzt wieder ins Zimmer holen und normal weiter pflegen.

Der besondere Tipp: Können Sie am Standort die zwölfstündige Lichtruhe nicht gewährleisten, stülpen Sie von abends 19 Uhr bis morgens 7 Uhr einen Eimer oder einen Karton über den Topf.

Fotos: (1) Die richtigen Blüten sitzen in der Mitte des Hochblätter-Kranzes. Kaufen Sie Pflanzen mit geschlossenen Knospen, hier ist die Blüte schon weit fortgeschritten. (2) Weihnachtssterne stehen dicht an dicht im Gartencenter // © Spiegel

Gehört für euch auch der Weihnachtsstern einfach zu Weihnachten? Welche Farben mögt ihr besonders gerne?

57 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Mein Weihnachtsstern ,habe vor 3 Wochen gekauft.
Habe 2 Töpfe und hoffe werde noch lange Freude haben..
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wize.life-Nutzer
Bei mir steht ein Weihnachtsstern jedes Jahr im Advent am Küchenfenster.
Entsorgt wird er nicht, sondern nach Weihnachten ordentlich weggelegt.
Übrigens...eine kleine LED-Lichterkette sind um seine Blätter gelegt...er leuchtet dadurch wundervoll im Dunklen-
Apropos---es ist ein künstlicher Weihnachtsstern, den ich in mein Herz geschlossen habe --- er gehört sozusagen zur Familie...
wize.life-Nutzer
So kann man es auch machen
und er kommt jedes Jahr wieder zum Einsatz.
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wize.life-Nutzer
Wow,traumhaft
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wize.life-Nutzer
So schaut es derzeit in Madeira aus.
Mein Bruder lebt über die kalte Zeit dort.
wize.life-Nutzer
Wunderschön.
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Eben warens noch 54 Beiträge... Sehr schade drum
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Gerhard Ostrzil
Eine Tragik diese Weihnachtssterne. Zu Millionen werden sie gezüchtet, ein paar Tage erfreuen sie unser Auge als Geschenk oder Dekoration. Bevor sie das neue Jahr erleben, landen sie auf den Müll. Manchmal noch original verpackt. Traurig, sind im gewissen Sinn auch Lebewesen NS: Ein Lob für diejenigen, die diese Pflanze pflegen und zu schätzen wissen.
wize.life-Nutzer
Ich habe einen der jetzt im 6. Jahr hier bei mir blüht.
wize.life-Nutzer
Ganz herrlich.
wize.life-Nutzer
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wize.life-Nutzer
Leute......
Oh mannnnn....
Hört euch doch mal reden!😱
Es gibt Sachen, die sind nun mal zum Kaufen-Erfreuen-und Tschüss gemacht!
Wie Azaleen und Alpenveilchen( sind auch giftig)
und vieles andere mehr!
Das sind bessere Sträusse, die länger halten als Schnittblumen.

Wer will den seine Wohnung an einen Weihnachtsstern oder Alpenveilchen vom Klima her anpassen!!
Hier wird grad so getan, als müsste man die Welt retten..

Schnittblumen wären dann ja auch es wert sie zu retten, oder etwa nicht....?
Holt euch die Begleiter ins Haus, oder laßt es.
Nur macht hier nicht einen auf Lebensretter der Natur...
Tomaten, Kartoffeln, Mais und anderes ist auch rettenswert, was machen wir, wir manpfen sie und sie haben auch giftige Anteile und sie sind auch nicht aus unserer Kulturlandschaft und auch nicht winterhart.
Auch sie retten....?!

Also alle mal realistisch bleiben, bitte
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wize.life-Nutzer
Danke für den informativen Beitrag, aber dennoch nicht nur in seiner wilden Form ist der Weihnachtsstern giftig – auch kultivierte Zimmerpflanzen können Giftstoffe enthalten. Kinder sind hierdurch besonders gefährdet, aber auch Haustiere wie Katzen, Hunde oder Hamster. Und auch meine Wenigkeit ist allergisch dagegen, also Thema beendet und somit nichts versäumt....brauche ich somit nicht... einen Weihnachtsstern!
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wize.life-Nutzer
ja gehört dazu und ich giesse sie nur unten halten lang
wize.life-Nutzer
Warum gießt Du sie von unten ?
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wize.life-Nutzer
Gerhard-.--.-.-."ein paar Tage?" die stehen bis Ostern - ich mag sie nicht
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