Das "Kleine Schwarze" und the "Little Black Jacket" - Warum Chanel immer noc ...
Das "Kleine Schwarze" und the "Little Black Jacket" - Warum Chanel immer noch Maßstäbe setzt
Das "Kleine Schwarze" und the "Little Black Jacket" - Warum Chanel immer noch Maßstäbe setzt

Es war ein alter Traum der Frauen, bis dato eingepfercht in Korsetts, Strumpfhalter und sonstige Schnür-Assesoires, endlich Kleidung zu tragen, die kleidet, aber pure Einfachheit besitzt und auf jedes Detail des Körperzugriffs verzichtet. In einem gewissen Sinne hat Coco Chanel das möglich gemacht, legendär ist die Durchsetzung der Frauen-Hose und ihr „Kleines Schwarzes“, ein Kleid-(chen), das zu jeder denkbaren öffentlichen Gelegenheit festlich daher kam. Chanel war als Person und ist bis heute als Luxus-Marke mit dem festlichen Schwarz verbunden, Chanel bezeichnete das „Schwarz“ einmal als die wahre Farbe für stilvolle, zurückhaltende Eleganz. Darin war sie sich übrigens mit ihrem stärksten Konkurrenten und Zeitgenossen Jean Patou einig: Einfache Eleganz bis hin zum Tennisrock, als dessen Erfinder er gilt.

Einfach und Uniform
Das Einfache, fast Praktische, war Ausdruck eines neuen Lebensgefühls der Frauen jener Zeit, man war in Bewegung, reiste, betätigte sich sportlich, war berufstätig und verließ damit zunehmend das Haus, das bis dato als zweites Korsett fungierte hatte.

Wer hat auch heute nicht den Traum, einen Kleiderschrank zu besitzen, in dem sich effektiv aufeinander abgestimmte Teile für alle Jahreszeiten und Anlässe befinden, gut kombinierbar, aufeinander abgestimmt und überschaubar? Das Gegenteil ist meist der Fall: Vieles Überflüssige, schlecht Sitzende unterschiedlichster Machart, schwer kombinierbar und immer zu teuer gekauft, bevölkert Fächer und Bügel und macht es schwer, den Überblick zu behalten.

Leicht, elegant, dezent
Das Konzept von Chanel und Co. (in den 1980ern beispielsweise herausragend Jil Sander, in seinen Anfängen - allerdings eher auf Männer zugeschnitten - auch Joop) war die Quasi-Entrümpelung von Kleiderüberflüssigem. Grundausstattungen waren berechenbar: Kleid, Hose, Rock, Jacken, Blusen, Pulli in einem Guss.

Das hatte dann fast etwas Uniformhaftes bis hin zu den Ideen eines Issey Miyake, der Unisex-Kleidung- abtrennbar von der Rolle- propagierte.

Der Nachfolger und das Nachfolger-“Schwarze“
Und nun hat wieder ein Genie für diesen Trend zugeschlagen: Karl Lagerfeld hat in Berlin in einem U-Bahntunnel das „Little Black Jacket“ inszeniert, ein schwarzes Jäck-(chen), das als Stilabschluss zu allem zu kombinieren ist. Lagerfeld –als würdiger Nachfolger von Chanel´scher Simplizität- schreibt die Geschichte des „kleinen Schwarzen“ damit fort. Mit Jacke eben.

Und er lehrt uns einmal mehr: Wir sollten uns mal auf die Suche nach kleinen, schwarzen Dingen in unseren Kleiderschränken machen, Silvester steht vor der Tür und Dezenz, Eleganz und Strenge können wir 2013 sicher gebrauchen.

Nachtrag: Die Ausstellung selbst können Berlinreisende leider nicht mehr besuchen. Doch es gibt inzwischen einen Bildband"The Little Black Jacket: Chanel's classic revisited by Karl Lagerfeld and Carine Roitfeld". Er ist im Steidl-Verlag erschienen und kostet rund 78 Euro.

http://www.n-tv.de/leute/Lagerfeld-laesst-auf-sich-warten-article7814511.html

Fotos:
1) Tennisrock, Jean Patou, Wimblendon 1921
2) Issey Miyake, Kleider von der Rolle
3)4) Lagerfeld, Chanel, Ausstellungsplakate "LBJ"
5) Diwo, Black Jacket im Schnee

2 Kommentare

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wize.life-Nutzer
.....................danke! Abendgarderobenproblem gelöst - habe mein kleines "Schwarzes" gerade wiederentdeckt und werde es tragen heute - dezent - mit Eleganz und Gelassenheit auf der Hütte in den Bergen - ich finde - das passt überall
wize.life-Nutzer
genau!! dito!!
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