Ozapft is - diesen Klischees begegnen Sie auf dem Oktoberfest
Ozapft is - diesen Klischees begegnen Sie auf dem Oktoberfest
Ozapft is - diesen Klischees begegnen Sie auf dem Oktoberfest

Seit Samstag, 10 Uhr, hat das Oktoberfest in München seine Pforten geöffnet. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

Aber auch daran werden sich die Wiesn-Gänger gewöhnen. Sie werden in Scharen kommen, um zu feiern. Und sie werden Klischees bedienen. Denn die kommen ja nicht von ungefähr.

Und so erkennen Sie die einzelnen Gruppen - mit einem Augenzwinkern...


Der Asiate:
Der Asiate an sich soll ja keinen Alkohol vertragen, weil ihm ein bestimmtes Enzym fehlt. Auf der Wiesn ist er daher auch in der Unterzahl. Aber wenn er sich dann doch ins Getümmel stürzt, darf der Selfiestick nicht fehlen. Er will ja alles dokumentieren, was "bayerisch" ist. Deshalb werden auch die regionalen Schmankerln bestellt - am besten alle gleichzeitig. Haxn, Obatzda, Hendl, Brezn. Wofür ist eigentlich dieses zitronig duftende Tuch? Na, einfach mal das Hendl damit abreiben. Dazu nuckelt er an einer Maß bis sie schal wird. Auf den Tischen tanzen, das geht aber dann doch nicht. Aber das ist ja auch gar nicht bayerisch….

Der Italiener:
Ihm gehört traditionell das mittlere Wiesn-Wochenende. Für alle blonden Frauen heißt das, einen groooßen Bogen machen um die Theresienwiese. Denn der angetrunkene Südländer mit Vorliebe zu blonden Dirndl-Trägerinnen kann ab einen bestimmten Alkoholpegel ganz schön anstrengend sein. Eines muss man ihm lassen. Der gemeine Italiener ist auch im betrunkenen Zustand - und das ist er, seitdem er sich in der Nacht zuvor im Wohnwagen mit seinen Kumpels die ersten Sixpacks hinter die Binde gekippt hat - äußerst charmant. Süßholzraspeln wurde ihm in die Wiege gelegt und das zelebriert er auf der Wiesn ausgiebig. Den Bierkrug-Filzhut auf dem Kopf und sämtliche Wiesn-Herzen um den Hals, die er wahllos verschenkt, scannt er das Festgelände nach williger Beute. Die Männer sind schnell genervt von ihm, weil ihm das starke Festbier einfach zu schnell zu Kopf steigt. Die Madln - zumindest die, die keinen großen Bogen um das Italienerwochenende machen - sind verzückt.

Der Australier:
Reist in einer großen Gruppe an und war wahrscheinlich schon im Flieger leicht angeheitert. Man muss ja üben. Meistens kommt er auch schon einige Tage vor Wiesnauftakt, um schon im Vorfeld Bekanntschaften zu knüpfen. Clever. Denn je größer die Gruppe, desto größer der Spaß. Ergibt Sinn. Tracht ist ihm eigentlich egal. Er bleibt authentisch, im Surfer-Look inklusive Flip Flops. Das Bier schmeckt ihm, er verträgt auch einiges. Wenn auch nicht ganz so viel wie der gefürchtete Engländer. Aber im Grunde ist der Feiergast von Down Under sehr verträglich – ab spätestens 9 Uhr liegt er allerdings mehr unter dem Tisch oder ist auf dem Heimweg in der U-Bahn eingeschlafen.

Der Engländer:
Gefürchtet. Wie auf Mallorca. Er trinkt viel, verträgt viel, bekommt nen roten Kopf und ab einem bestimmten Alkoholpegel kann ihm auch mal die Faust ausrutschen. Da kommt der Hooligan durch. Aber er meint es nicht so. Und zumindest bringt er kein Handtuch mit, mit dem er seine Wiesn-Tische reserviert.

Der "Preiß":
Aus dem Osten, dem hohen Norden aber überwiegend aus NRW. Zum Teil karnevalserfahren hat er eigentlich gute Voraussetzungen, nicht aufzufallen. Doch Wiesnbier ist halt kein Kölsch, Becks oder Jever. Nicht jedes Karohemd ist gleichzeitig Tracht. Und spätestens wenn er statt "Viva Barvaria" "Viva Colonia" schmettert enttarnt er sich selbst. Naja, macht nichts. Lustig ist er allemal. Und es ist ja auch fast ein wenig süß, wenn Mitbürger nördlich des Weißwurst-Äquators versuchen, „Brenna tuats guat“ zu grölen.

Der Zugezogene:
Also diejenigen, die sich per Gewohnheitsrecht als Münchner fühlen, weil sie irgendwann einmal in die bayerische Landeshauptstadt gezogen sind. Zu erkennen an Tracht, die keine ist. Da wird noch schnell vor Wiesn-Start beim Trachten-Outlet ein Mini-Dirndl und eine günstige Lederhose samt Haferlschuhe gekauft. Das Outfit ist perfekt abgestimmt. Hauptsache nicht so teuer. Sie glühen zu Hause bei einem zünftigen Weißwurst-Frühstück vor, um dann leicht angetüdelt, die Theresienwiese zu entern. Im Zelt haben sie meistens keinen Tisch, sondern quetschen sich irgendwo dazu. So unkompliziert sind sie nur während der Wiesn, das steht fest. Sie feiern bis zum letzten Robbie-Williams-Hit, dann geht’s weiter zur After-Wiesn bis zum Morgengrauen. Manch einer nimmt sich sogar Urlaub während der fünften Münchner Jahreszeit.

Der Münchner:
Ist schon Wochen vor dem Wiesn-Auftakt genervt von all den Touristen, die da wieder in die Stadt strömen und die bayerische Tradition verunglimpfen. "Zefix! Die Wiesn ist eh nimmer, was sie mal war." Trotzdem, den Einzug der Wiesn-Wirte schaut er sich an. So wie früher. In Jeans und Jancker geht’s mittags zum Hendl-Essen in den Biergarten. Manch einer hat sogar einen Wiesn-Tisch. Da geht er mit seinem Spezln hin, um zünftig zu feiern. Dann auch in Tracht - aber in einer richtigen. Und da gibt's große regionale Unterschiede. Aber auf die Tische steigen und tanzen….na, des mog er ned....

Abschließend sei anzumerken, dass natürlich nicht alle Mitglieder einer Gruppe über einen Kampf geschoren werden können. Aber Klischees haben eben nicht den Anspruch, politisch korrekt zu sein. Man darf sie einfach nicht ganz ernst nehmen.

13 Kommentare

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Die Vorstellung wie in Asiate sein Brathendl mit einem Erfrischungstuch abwischt hat mich extrem zum Lachen gebracht Aber es ist wohl was dran an den typischen Clichées, die so durch die Luft schwirren. Interessant wäre aber wie ausländische Personen über den typischen Bayern schreiben würden das wäre bestimmt nicht weniger lustig und würde wahrscheinlich so ähnlich aussehen https://tischreservierung-oktoberfes...raditionen/ Aber gut das macht es ja erst interessant und ist für mich ein Grund mehr zum Oktoberfest zu fahren
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Klischees sind halt Klischees! Ich bin Münchner und meine Meinung zu diesem Beitrag: er wurde offenbar nach dem Genuss von mindestens 3 Mass Bier verfasst. Servus!
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3 Mass reichen da nicht aus.... - da müssen Drogen im Spiel gewesen sein
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Danke Angelika
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Wir hier oben aus dem Norden können nicht allzuviel dazu sagen, doch denke ich, dass es bei den Volksfesten überall wohl ähnlich ablaufen wird. Nur dass das Oktoberfest halt weltberühmt ist. Ich würd' mich jedoch im Dirndl irgendwie verkleidet vorkommen! So ein Dresscode hätte für uns höchstens beim Kostümfest einen Wohlfühlfaktor! Gruss Eva.
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Und dann gibt es da, wie ich gehört und gelesen habe, noch die Horde der Besucher die glauben sie gehören zur Elite dieser Welt.
Aufgedonnert als wären sie in Farbtöpfe gefallen, hochgebundene Brüste ( man glaubt die haben alle Luftballons unter den Dirnl) laut kreischen (man muß ja auffallen) Tretten in der Regel in Horden auf und wird von depperten Fotografen umrundet die mit ihren Fotos von diesen Typen meint, die Normalbürger damit glücklich zu machen. Die sie begleitenden Kerle können vor Kraft kaum gehen (auch wenn sie nur Männlein sind)
Benehmen sich in Begleitug, der aus dem gleichen Umfeld kommenden Ladys, als wären sie alleine auf der Wiesen.
Kommen überwiegend aus deutschen Landen.
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Ein Jammer wer so etwas Hirnloses besucht. Widerlich.
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Wahrscheinlich sind die wenigsten aus München ,
und wenn dann ist es für die eine lästige
Pflicht aufs Oktoberfest zu gehen ,
also sollen sich die "Fremden" anpassen und
miteinander friedlich baggern und saufen ,
viele haben sich auch schon
auf der Hinfahrt mit ihren gewohnten
Biersorten vorgeglüht .

Ich wünsche allen viel Spaß
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Viel zu teuer,zu "laut", aber die Münchner mögen es wie wir unser Sachsen !
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Ich war vor ca. 25 Jahren mal auf der "Wies'n" u. muss es nicht nochmal haben ! Kann nicht verstehen, dass manche da jedes Jahr hingehen ! Na, ja, jedem das SEINE ! Allen Besuchern sehr viel Spass u. alles Gute !
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