Topf Secret hat es sich zur Aufgabe gemacht über Hygienemängel in Restaurant ...
Topf Secret hat es sich zur Aufgabe gemacht über Hygienemängel in Restaurants aufzuklären.Foto-Quelle: Pixabay
Foodwatch: "Topf Secret" enthüllt Hygienemängel in Restaurants - Checkt HIER, ob ihr betroffen seid

Jedes vierte Restaurant in Deutschland weist Hygienemängel auf - und niemand weiß davon. Auf der Online-Plattform „Topf Secret“ können nun Verbraucher die Ergebnisse von Kontrollen in Restaurants, Bäckereien und anderen Lebensmittelbetrieben abfragen und veröffentlichen.

Verbraucher werden kaum informiert

Bisher machen die Kontrollbehörden in Deutschland nur in Ausnahmefällen öffentlich, wie es um die Sauberkeit in den Betrieben bestellt ist. Seit Jahren wird jeder vierte kontrollierte Betrieb beanstandet, größtenteils wegen Hygienemängeln. Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch, erklärt:

Die allermeisten Lebensmittelbetriebe in Deutschland arbeiten sauber. Doch etwa jeder vierte Betrieb wird bei den Kontrollen beanstandet.

foodwatch und FragDenStaat wollen mit der Mitmach-Plattform Druck aufbauen, damit Behörden in Zukunft ausnahmslos alle Kontrollergebnisse veröffentlichen müssen. Erst das schaffe den nötigen Anreiz für Lebensmittelbetriebe, sich an alle rechtlichen Vorgaben zu halten. Dazu Oliver Huizinga:

Kakerlaken in der Backstube, Schimmel im Lieblingsrestaurant, ekelerregende Zustände in der Wurstfabrik – die zuständigen Behörden wissen genau, in welchem Unternehmen geschlampt wird. Die Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren das in der Regel nicht, nur Ausnahmefälle müssen veröffentlicht werden.

Ergebnisse online beantragen

Unter www.topf-secret.foodwatch.de können Verbraucherinnen und Verbraucher bei den zuständigen Behörden einen Antrag auf Veröffentlichung der Ergebnisse amtlicher Hygiene-Kontrollen stellen. Die gesetzliche Grundlage ist das Verbraucherinformationsgesetz (VIG).

So funktioniert der Anfrageprozess auf Topf Secret.
So funktioniert der Anfrageprozess auf Topf Secret.Foto-Quelle: Topf Secret

Nutzer können einen beliebigen Betrieb – von Restaurants über Bäckereien bis hin zu Tankstellen – über eine Suchfunktion oder per Klick auf einer Straßenkarte aussuchen. Sie brauchen lediglich Name, E-Mail- und Postadresse eingeben, die gemeinsam mit einem vorbereiteten Text an die zuständige Behörde übermittelt werden.

Die Antragstellung ist innerhalb von einer Minute fertig. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten die Ergebnisse allerdings erst nach mehreren Wochen. Es kann auch passieren, dass sich Behörden quer stellen.

Aktion soll Politik zum Handeln zwingen

Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Entscheidung vom vergangenen Jahr die Rechte von Verbrauchern auf Informationen über lebensmittelrechtliche Verstöße, also zum Beispiel Missstände bei der Hygiene, anerkannt. Allerdings sollen Betriebe ihre Kontrollergebnisse nur auf freiwilliger Basis veröffentlichen. Arne Semsrott, Projektleiter von FragDenStaat, will das ändern:

Bund und Länder haben es jahrelang verschlafen, für Transparenz in der Lebensmittelüberwachung zu sorgen. Das wollen wir mit ‚Topf Secret‘ ändern! Je mehr Menschen mitmachen und Anträge stellen, desto mehr Infos kommen ans Licht – und desto größer ist der Druck auf die Bundesregierung, endlich eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, die Transparenz zur Regel macht und nicht zur Ausnahme.

9 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Als ob ich jede Gaststätte die ich besuche überprüfen lassen könnte. Und die ergebnisse sind eh Momentaufnahmen. Morgen könnte überall voll schmuddelig zu gehen. WAS für eine idiotische Aktion.... veräppeln kann ich mich selber.....
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wize.life-Nutzer
an für sich eine gute Sache diese Aktion von Food Watch. Nur sind die zuständigen Behörden jetzt schon notorisch unterbesetzt. Könnten jetzt mit Anfragen überhäuft werden.
Übrigens die meisten Mängel sind Verletzungen der Dokumentationspflichten. Temperaturen der Kühlanlagen und Reinigungsintervalle.
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wize.life-Nutzer
Es gibt bestimmt auch "Köche", die sich nicht die Hände waschen, wenn sie auf dem Klöchen waren. Oder sich in der Nase bohren. Auch nicht nett!!!" Aber daran darf man einfach nicht denken, wenn man Essen geht. Sonst kann man direkt zu Hause bleiben. Lach!"
wize.life-Nutzer
Dem kann ich als ehem. Hotelfachfrau nur zustimmen!!! >)))
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Ich bin auf einem kleinen Bauernhof (Feierabendbauer) sufgrwachsen, Hygiene könnten wir nicht Mal schreiben. Alle wurden über 90 Jahre alt und hatten keine Neurodermitis oder ähnliches.
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wize.life-Nutzer
Wie gut, dass ich mir mein Essen am liebsten selbst koche. Man braucht sich ja nur die Kochshows im Fernsehen ansehen. Da geht auch vieles an der Hygiene vorbei: z. B. wieder den Löffel verwenden, mit dem man das Gericht abgeschmeckt hat; Gewürze und Gemüse statt mit dem Löffel mit den Händen in die Töpfe geben.
wize.life-Nutzer
In den Shows verwenden einige auch Handschuhe, dort gehts doch recht gemütlich und beinahe perfekt zu. Wenn´s in Hotel- und Restaurantküchen richtig brummt, hat kein Koch Zeit, die Zutaten per Löffel zuzugeben, ausserdem haben sie das Geühl dafür (Menge, Konsistens usw) in den Fingern (kein Witz).
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Oder Minus-Sterne
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JEP
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