Schönheit tief im Wasser
Schönheit tief im WasserFoto-Quelle: Greenpeace / Gavin Newman
Bergbau am Meeresboden könnte in ökologischer Katastrophe enden - Forscher und Politiker warnen

Auf der Jagd nach Rohstoffen beutet die Menschheit die Erde immer weiter aus - bald auch tief unten in den Ozeanen. So bedroht der geplante Abbau von Manganknollen Einschätzungen von Greenpeace zufolge einzigartige marine Ökosysteme. Nun melden sich auch die Grünen zu Wort und fordern mehr Transparenz.

Wir alle telefonieren gern mit dem Handy, tippen darauf herum, versenden WhatsApp. Doch zu welchem Preis für den Planeten, auf dem wir leben? Technische Komponenten wachsen nicht auf Bäumen, die Rohstofflager auf und unter der Erde sind endlich. Länder wie China, Korea, Großbritannien, Frankreich, Russland und Deutschland planen deshalb in den Bergbau am Meeresboden einzusteigen, um sich den Zugang zu begehrten Metallen und seltenen Erden zu sichern, heißt es etwa im Greenpeace-Report.

Doch der geplante Rohstoffabbau in der pazifischen Tiefsee stößt auch in der Politik auf Kritik. Einen absurden Wettlauf nennt Steffi Lemke, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, die Verteilung der entsprechenden Lizenzen nun gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT. Zudem sei die Vergabe der Schürfrechte völlig intransparent. „Abgeordnete werden nur bruchstückhaft über den Verlauf der Verhandlungen (...) informiert“, so Lemke.

Bisher sind 30 Lizenzen von der zuständigen Internationalen Meeresbodenbehörde (IMB) vergeben worden – auch an Deutschland. Die Bundesregierung beteiligt sich mit zahlreichen Forschungsprojekten. Die in Jamaika ansässige IMB berechtigt mit ihren Lizenzen Staaten und Konzerne zum Abbau der gigantischen Rohstoffvorkommen auf dem Meeresgrund zwischen Mexiko und Hawaii. Die Stoffe, darunter Mangan, Kobalt, Kupfer oder Metalle der Seltenen Erden, werden etwa für den Bau von Elektroautos benötigt.

Greenpeace-Report: Bergbau am Meeresboden endet in ökologischer Katastrophe

Dr. Christian Bussau, Meeresexperte von Greenpeace erklärt:

Die Tiefsee ist das größte Ökosystem der Welt und beherbergt einzigartige Kreaturen, die wir kaum erforscht haben. Die Bundesregierung darf bei diesem Wettlauf um die Zerstörung der Meere nicht mitmachen. Der Bergbau am Meeresboden ist eine ökologische Katastrophe.

Explorationslizenzen für Tiefseeregionen erworben

Deutschland hat sich Explorationslizenzen für zwei Tiefseeregionen gesichert, die derzeit von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erforscht werden, berichtet Greenpeace.

Laut der Umweltschutzorganisation sollen auf Flächen so groß wie Bayern und halb Rheinland-Pfalz im pazifischen und im indischen Ozean Manganknollen abgebaut werden.

Um die Knollen zu ernten, müssen panzergroße Maschinen sie mit gewaltigen Walzen aus dem Sediment ausgraben, heißt es in einer Mitteilung. Dabei trügen sie die gesamte mit Meereslebewesen bevölkerte Schicht des Bodens mit ab. Die so freigesetzten riesigen Sedimentwolken könnten die Nahrungskette im Meer empfindlich stören, zum Absterben von Plankton und Kleintieren führen und Fischen ihre Nahrungsgrundlage rauben, fürchtet Greenpeace. Das gesamte Ökosystem wäre gefährdet.

Greenpeace warnt vor katastrophalen Folgen

Die möglichen katastrophalen Folgen des Tiefseebergbaus seien der zuständigen Internationalen Seebodenbehörde (ISA) bekannt. Dennoch habe die ISA alle bisher beantragten 29 unterseeischen Lizenzen genehmigt, bedauert Greenpeace. Der Greenpeace-Report zeige, dass die Behörde bereits für eine Fläche von rund einer Million Quadratkilometer - größer als Spanien - Lizenzen erteilt habe.

Rohstoffe für Handys, Computer, Batterien am Grund

Am Meeresboden finden sich große Vorkommen an Kobalt, Kupfer, Nickel und seltenen Erden, die in digitalen Geräten wie Handys, Computer oder Batterien verbaut werden. Die Nachfrage nach solchen Rohstoffen steigt weltweit.

Das Freiburger Öko-Institut warne bereits davor, so Greenpeace, dass Kobalt vorübergehend knapp werden könnte. Das Metall steckt zum Beispiel in Smartphones und Solarpanelen. Die unterseeischen Vorkommen übersteigen die Ressourcen an Land um ein Vielfaches.

3 Kommentare

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wize.life-Nutzer
weil alles auf wachstum aufbaut....wie soll das gehen...
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wize.life-Nutzer
die Zerstörung der Erde schreitet voran
wize.life-Nutzer
Die Menschheit gleicht einem Krebsgeschwür!!!!!
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