Vorlesen und Besprechen der Bücher verbessert die Mathefähigkeiten
Vorlesen und Besprechen der Bücher verbessert die MathefähigkeitenFoto-Quelle: pixabay
Wenn Eltern Kindern vorlesen, sind diese später besser in Mathe

Bekommen Kinder im Vorschulalter regelmäßig vorgelesen und wird auch über die Geschichten gesprochen, zeigen sie später in Mathematik bessere Leistungen. Grund ist wohl, dass sie früh zum Lernen angeregt werden.

In einer Studie untersuchte die Pädagogin Simone Lehrl mit Kollegen Daten von 229 hessischen und bayerischen Kindern, die im Alter von drei bis zehn Jahren jährlich und erneut mit 12 und 13 Jahren auf ihre Fähigkeiten getestet wurden. Ihre Eltern füllten Fragebögen aus und wurden beobachtet, wie sie mit ihrem Kind in verschiedenen Situationen umgingen.

Fähigkeiten entwickeln sich besser

Das Ergebnis zeigt: Es ist bedeutsam, dass Eltern ihre Kinder im Vorschulalter dazu anregen, schriftliche, sprachliche und mathematische Fähigkeiten zu entwickeln. Schüler*innen im Alter von 12 Jahren schneiden in Mathematiktests besser als ihre Mitschüler*innen, wenn ihre Eltern mit ihnen im Vorschulalter Bücher gelesen und besprochen haben.

Spielerisch zum Nachdenken anregen

„Am wichtigsten ist, dass Eltern Bücher nicht nur vorlesen, sondern mit dem Kind darüber sprechen“, betont Lehrl in einer Pressemitteilung der Universität. Auf diese Weise würden Kinder spielerisch dazu angeregt, über die Inhalte nachzudenken, sie besser zu verstehen und Geschichten weiterzudenken.

Förderlich sei ferner, wenn sich Eltern und Kinder gemeinsam mit Würfelspielen und Bilderbüchern beschäftigen. Nicht nur für die Mathe-, auch die Lesefähigkeiten.

Auch auf Kitas und Kindergärten übertragbar

Im Mittelpunkt der Studie stand die Familie, die für die kindliche Entwicklung Lehrl zufolge die erste Instanz ist. „Man kann die Ergebnisse aber auch auf Kitas und Kindergärten übertragen“, sagte die Pädagogin. Frühere Studien hätten gezeigt, dass auch Erzieher*innen einen positiven Einfluss auf Kinder und deren mathematische und sprachliche Entwicklung haben.

Ob die Entwicklungen und Anregungen in den frühen Jahren auch noch bedeutsam für die Entwicklung im frühen Erwachsenenalter sind, soll eine Anschlussstudie zeigen.

Daten aus zwei großen Studien

Die Studie, die im Sommer 2019 im internationalen Fachmagazin „School Effectiveness and School Improvement“ veröffentlicht wurde, basiert auf Daten der Längsschnittstudie „Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vorschul- und Schulalter“ (BiKS-3-10) und der Folgestudie BiKSplus-3-13. In dem Großprojekt arbeiteten Forscherinnen und Forscher aus Pädagogik, Psychologie und Soziologie von 2005 bis 2016 zusammen, finanziell gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

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