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Links sieht man deutlich die NO2-Belastung, rechts hat sie sich großteils verflüchtigtFoto-Quelle: Nasa
Durch Coronavirus: Luftverschmutzung in China geht deutlich zurück

Infolge des neuartigen Coronavirus‘ ist die Wirtschaft in China teilweise lahmgelegt. Das hat offenbar zu einem Rückgang der Luftverschmutzung in China geführt, wie aus Satellitenbildern hervorgeht, die den Stickstoffdioxid-Ausstoß im Januar und im Februar zeigen.

Die Satelliten der Nasa und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zur Überwachung der Umweltverschmutzung haben einen signifikanten Rückgang des schädlichen Stickstoffdioxids (NO2) über China festgestellt. Offenbar hänge die Veränderung zumindest teilweise mit der wirtschaftlichen Verlangsamung nach dem Ausbruch des Coronavirus zusammen, berichtet die Nasa.

Transporte eingestellt, Firmen geschlossen

Nachdem die Behörden in China am 17. Januar mit dem Coronavirus an die Öffentlichkeit gegangen waren, wurden die Transporte nach und aus Wuhan gestoppt sowie örtliche Unternehmen vorübergehend geschlossen, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

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NO2-Werte nehmen deutlich ab

Die Karten zeigen die Konzentrationen von Stickstoffdioxid, das von Kraftfahrzeugen, Kraftwerken und Industrieanlagen ausgestoßen wird. Links sind die NO2-Werte in ganz China vom 1. bis 20. Januar 2020 (vor der Quarantäne) zu sehen, rechts vom 10. bis 25. Februar (während der Quarantäne).

Von Wuhan aus zunehmend bessere Luftqualität

Den Nasa-Forschern war die Verringerung der NO2-Verschmutzung zunächst in der Nähe von Wuhan sichtbar, breitete sich aber schließlich über das ganze Land aus.

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"Erste Mal so dramatischer Abfall"

"Dies ist das erste Mal, dass ich einen so dramatischen Abfall über ein so großes Gebiet für ein bestimmtes Ereignis gesehen habe", sagte Fei Liu, Luftqualitätsforscher am Goddard Space Flight Center der Nasa.

Rückgang auch während Rezession

Zuvor gab es ihm zufolge einen NO2-Rückgang über mehreren Ländern während der Rezession von 2008/2009. Wissenschaftler beobachteten auch einen deutlichen Rückgang in der Umgebung von Peking während der Olympischen Spiele 2008, aber die Auswirkungen waren hauptsächlich in dieser Stadt lokalisiert, und die Schadstoffbelastung stieg nach den Olympischen Spielen wieder an.

Die Daten wurden mit dem Troposphären-Überwachungsinstrument (TROPOMI) auf dem ESA-Satelliten Sentinel-5 gesammelt. Ein verwandter Sensor, das Ozon-Monitoring-Instrument (OMI) des Nasa-Satelliten Aura, hat ähnliche Ergebnisse gemessen.

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