Orkan 'Xaver' weckt Erinnerung an die Sturmflut von 1962
Orkan 'Xaver' weckt Erinnerung an die Sturmflut von 1962Foto-Quelle: Holger.Ellgaard unter http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/
Orkan 'Xaver' weckt Erinnerung an die Sturmflut von 1962

Deutschland wappnet sich für Orkan "Xaver": Im Laufe des Tages soll er mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h die Küste treffen. Vor allem der Norden rund um Hamburg fürchtet seine Kraft, denn Meteorologen erwarten drei Sturmfluten. Damit werden Erinnerungen an das Jahr 1962 wach - auch damals kam mit Sturmtief „Vincinette“ heftiger Wind aus Nordwest, der längere Zeit anhielt. Am Ende wurde er so stark, dass es an der deutschen Nordseeküste zu der folgenschwersten Sturmflut des Jahrhunderts kam.

In der Nacht zum 17. Februar 1962 brachen die Deiche. Besonders hart traf es damals Hamburg - binnen kurzer Zeit stand etwa ein Sechstel der Hansestadt unter Wasser. Im Stadtteil Wilhelmsburg waren Zehntausende von den Wassermassen eingeschlossen. Unser Zeitzeuge Dietrich Schmeidler war damals Hubschrauberpilot und erzählt im Video vom Bild, das sich ihm aus der Luft bot. Savina Draak war elf Jahre alt und erinnert sich, wie sie nachts von der Sturmflut überrascht wurde und vor den Wassermassen flüchtete.

Erst spät begriffen die Behörden den Ernst der Lage. Hamburgs neuer Polizeisenator und späterer Bundeskanzler Helmut Schmidt nahm das Heft in die Hand. Er koordinierte Rettungsaktionen und forderte Streitkräfte von Bundeswehr und NATO an. Werner Eilers war damals Leiter der Abteilung für zivilen Bevölkerungsschutz in Hamburg und erzählt, wie er den Krisenmanager Schmidt damals erlebte.

Trotz der umfangreichen Hilfsmaßnahmen kamen allein in Hamburg 315 Menschen ums Leben. Die Schäden der Flutkatastrophe beliefen sich in Norddeutschland auf knapp drei Milliarden Mark. Hamburg und die norddeutschen Küsten sind heute weitaus besser geschützt. Nicht zuletzt als Lehre aus der Katastrophe wurden in den vergangenen Jahren viele Hundert Millionen Euro in Ausbau, Erhöhung und Sicherung der Deichanlagen gesteckt.

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
wize.life-Nutzer
Ich erinnere mich sehr gut an die Sturmnacht. Unsere Gegend in Westfalen gehörte zwar nicht zu den stark zerstörten Gebieten, aber gestürmt hat es auch bei uns ganz ordentlich. Fenster und Türen waren damals noch nicht so gut isoliert wie heute und rappelten wie verrückt und Wolf - 11 Jahre alt - war allein zu Hause!! Meine Eltern und die älteren Geschwister waren auf einer Veranstaltung und kamen erst in den Morgenstunden zurück.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.