Umfrage
Kitzbühler Horn, 20.12.2015
Kitzbühler Horn, 20.12.2015Foto-Quelle: Bergfex Webcam
Ist die künstliche Beschneiung der Alpen noch vertretbar?

Vor ein paar Tagen lagen sich die Teilnehmer der Klimakonferenz weinend in den Armen, weil sie den lobenswerten Beschluss gefasst hatten, die globale Erwärmung auf 2° Celsius zu beschränken. Nun hat aber die Erde kein Thermostat, das man justieren könnte, sondern es braucht Maßnahmen. Die Beschneiung der Alpen zu stoppen, wäre ein starkes Signal der europäischen Industriestaaten. Es hätte Vorbildcharakter in jeder Hinsicht und ist im Grunde überfällig.

Desaströse Bilanz. Verheerende Aussichten.


In den 80er Jahren hat man angefangen mit der Beschneiung. Die erste Kanonen stemmten sich gegen die Erwärmung. Aber künstliche Beschneiung gegen globale Erwärmung ist wie mit Kanonen auf Interkontinentalraketen schießen. Die letzten Jahre zeigen immer deutlicher, dass gegen den Klimawandel kein Kraut gewachsen ist. Der jetzige "Winter" ist noch gar nicht berücksichtigt in den folgenden Zahlen.

1. Wir senden ein Signal an die Welt: Schaut, wir verzichten auf etwas, was uns lange Zeit Spaß und Geld brachten - weil es einfach nicht mehr vertretbar ist. Abgesehen davon: Was soll denn daran schön sein, auf weißen, platten, eisigen Kunstschneezungen rumzurutschen für 70 € am Tag (nur Skipass).

Ciampinoi Gebiet Gröden, 20.12.2015
Ciampinoi Gebiet Gröden, 20.12.2015Foto-Quelle: Bergfex Webacm

2. Wir stoppen ein aussichtsloses Unterfangen: Den Kampf um einen schneesicheren Winter.

3. Wir sparen auf einen Schlag Unmengen von Energie und Geld und stoppen einen ruinösen Wettbewerb.

  • 250-300 Tausend Euro kostet der Betrieb eines Skigebiets mit 200 Pistenkilometern PRO TAG
  • Allein in Österreich und der Schweiz werden 500 Mio Euro in Beschneiung investiert PRO JAHR
  • Der Wasserverbrauch für die Beschneiung in den Alpen liegt (konservativ geschätzt) bei 280 Milliarden Liter pro Jahr. Das entspricht dem dreifachen JÄHRLICHEN Wasserverbrauch einer Stadt wie München.
  • Der Gesamtenergieverbrauch pro Wintersaison lag zuletzt bei 2.100 Giga-Wattstunden. Das entspricht bereits heute dem Strombedarf von über 500.000 Haushalten pro Jahr.

Quelle: Der gekaufte Winter, Bund Naturschutz in Bayern und Gesellschaft für ökologische Forschung

49 Kommentare

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Sie ist genauso vertretbar,wie man Kühe von Menschenhand schwängert um an die Milch zu kommen..
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Thomas Bily
Den Artikel habe ich vor 5 Jahren geschrieben. Heute, 2020, ist die Situation noch eklatanter. 15 Grad Mitten im Februar. Seit Wochen kein wesentlicher Schneefall. Tauwetter bis 2000 Meter. Und es werden nach wie vor Ski Weltcup Rennen veranstaltet, als wäre es völlig normal einen weißen Teppich ins grüne Tal zu legen. Wie soll das in 5 Jahren sein? 2025?
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Die Gier der Skifahrer auf schneesichere Abfahrten zerstört die Natur. Kluge Tokuristik-Manager müssen nach anderen, die Natur erhaltenen Maßnahmen greifen. Und die gibt es.
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Man sollte die Alpenfelsen weiss oder hellgrau anstreichen um die Sonnenabstrahlung wieder zu erhöhen und so auch das Auftauen der Felsmassive zu verhindern.
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Ich bin leidenschaftliche Skifahrerin und sehr traurig das es im Januar wahrscheinlich nichts wird damit. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung das eine Bergwelt so total beschneit wird . Genauso doof ist es auf den letzten Gletschern dieser Welt das Skifahren zu gestatten.
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.....passt zwar nicht zum thema...aber kann man irgendwie irgendwo
diese nervigen SB-Schreibtischmeldungen abstellen?
Es nervt einfach nur noch....
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Wer sagt dass ich mich daran beteiligen will?
Ich hab generell für Mich etwas dagegen, dass tagtäglich diese Meldungen in meinem Schreibfach landen
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Ganz ehrlich........ich freue mich momentan diebisch, dass es selbst für die Erzeugung von Kunstschnee zu warm ist!
Natürlich denke ich an die ganzen Arbeitsplätze, die am Tourismus hängen; aber der Klimawandel steht ja nicht erst seit gestern zur Debatte.
Es wäre Zeit genug gewesen, Alternativen zu entwickeln, aber nein - immer noch müssen Schneisen in Bergwälder geschlagen werden für noch mehr Schilifte oder dieses Rückhaltebecken für künstliche Beschneiung mitten ins Landschaftschutzgebiet gepflanzt werden:
http://regionalreport.org/wp-content...14-1_kl.jpg
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Bitte sehr...wenn man das auch so sieht, stimmt man zu.
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Die haben kein Herz und keine Seele, sondern nur Geld und Provit im Kopf. Ich verachte solche Menschen zutiefst.
Man muß nicht ALLES haben und davon noch viel zu viel...
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Zu warm für Kunstschnee O.K. aber das es so warm bleibt? NO. Auch das ist für die Tier und Pflanzenwelt überhaupt nicht in Ordnung.
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Das war nicht das Thema, aber da hast du natürlich Recht Hanna...es blühen ja schon wieder Pflanzen...
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@Hanna, dass es im Moment zu warm ist, liegt ja nicht in unserem Einflußbereich; aber so zu tun, als würde es die nächsten Jahre immer so weitergehen und der darausfolgende Raubbau an der Natur, DAS finde ich verwerflich!
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Ja...es geht doch in unserer Welt nur noch um Geld und den dazugehörigen Provit...den Konzernen ist es doch egal, wieviel Natur sie tagtäglich vernichten!
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Hier ein Paradebeispiel für Korruption in Vollendung (meiner Meinung nach!): http://www.goef.de/alpen/beschneiung/sudelfeld
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Hauptsache, meine zwergenhafte Chefin kann in Austria Skizirkus machen: kommt dem Betriebsklima zugute- Klimarettung pur also!!
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Also Leute, wer soll denn dann die Schneekanonen herstellen, Staudämme für das Wasser bauen, Pumpen konstruieren, die Wasser in Staudämme pumpen, Pistenraupen konstruieren, Lifte an Berghängen einbetonieren, Erste Hilfe Stationen unterhalten? Alles Arbeitsplätze, die dann wegfielen. (Ironie Ende!)
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Nicht zu vergessen, noch die ganzen Hüttenwirte, DJs und diverse "Z-Prominenz", welche zur Unterhaltung des vergnügungssüchtigen Volkes den letzten Heuschober zu einer "Fun-Area" umfunktioniert haben
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der Herr Itting sollte erst mal denken bevor er schreibt wie so viele. Sehr trauig, daß viele nur an den Konsum und ans Geld denken Klar sollen die Menschen Arbeit haben und bekommen, aber nicht für die Beschneiung u.s.w.
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@Frau Oexemann / Frau Löhr: Geben Sie doch einen Vorschlag, was die Leute an den Schneekanonen anstelle dieses Jobs machen sollen. Bei Kritik an einer Äußerung wünsche ich mir einen konstruktiven Gegenvorschlag. Ich lese....
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Das ist Umweltschädigung im Quadrat! Man soll das Thema "Winter" so nehmen, wie es die Natur vorgibt. Aber wenn man bereit ist, für einen Tag Liftfahren bis zu 50,- EUR auszugeben, geht es uns nicht schlecht (Ich kann das nicht).
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Jetzt auf einmal vernünftig!!!!
wize.life-Nutzer
Arbeiten Sie im "Verband der Grünflächenbeschneier"?
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